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RA Traub
RA Traub, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 14541
Erfahrung:  Vertragsrecht, Erbrecht, Arbeitsrecht, Immobilienrecht, Gesellschaftsrecht und Steuerrecht
88853042
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RA Traub ist jetzt online.

ErbrechtSehr geehrte Damen und Herren, ich bin eines von 3

Diese Antwort wurde bewertet:

ErbrechtSehr geehrte Damen und Herren,ich bin eines von 3 Kindern unserer im Dezember 2019 verstorbenen Mutter. Sie hat in ihrem Testament festgelegt, handschriftlich am 1.6. 2010: "Testament: Zu meiner Erbin setze ich meine Tochter xxxxx ein. Meine Söhne xxxx und xxxx sind mit 50.000 Euro abgefunden."
Die hier angesprochene Schenkung liegt bei mir und meinem Bruder ca. 15 Jahre zurück. Wir haben ein Papier unterschrieben, wonach wir diese Schenkung erhalten haben und auf unser Erbe verzichten. Allerdings ist diese Verzichtserklärung notariell nicht bestätigt.Zudem bezieht sie sich nicht auf den Pflichtteil. Haben ich und mein Bruder demnach dennoch Anspruch auf den Pflichtteil in Höhe von einem Sechstel der Hinterlassenschaft unserer Mutter? Muss dann diese geschenkte Summe zu Errechnung des Pflichteils der Hinterlassenschaft unserer Mutter zugerechnet werden?Mit besten Grüßen, Mathias Meyer-Langenhoff
JA: In welchem Land befinden sich die zu vererbenden Vermögenswerte?
Customer: Deutschland
JA: Vielen Dank. Gibt es noch weitere Details, die Sie dem Anwalt mitteilen wollen?
Customer: Auch meine Schwester hat im letzten Jahr eine Schenkung in Höhe von 15.000 Euro erhalten.

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),
vielen Dank für die Nutzung von JustAnswer. Gerne helfen wir Ihnen weiter.

Der Verzicht auf ein Erbteil unterliegt der Pflicht zur notariellen Beurkundung nach § 2348 BGB.

D. h. ohne die Einhaltung der gesetzlich vorgesehenen Form ist ein Erbverzicht unwirksam.

Somit können Sie aufgrund der Enterbung nach § 2303 BGB Ihren Pflichtteil einfordern.

Die mehr als 15 Jahre zurückliegende Schenkung ist hierauf nicht anzurechnen.

Der Pflichtteil ist schnellstmöglich geltend zu machen (ggü. der Erbin).
Einfachere bzw. tiefergehendere Klärung kann über ein Telefonat erfolgen. Ein solches ist über den Telefon-Premium-Service-Button hinzubuchbar.
Wenn Ihnen die Ausführungen weitergeholfen haben, geben Sie bitte eine positive Bewertung ab (anklicken von 3 bis 5 Bewertungssternen).
Selbstverständlich können Sie auch nach der Abgabe einer positiven Bewertung noch nachfragen.
Mit freundlichen Grüßen
-Rechtsanwalt-

Kunde: hat geantwortet vor 11 Tagen.
Zunächst mal vielen Dank. Ein Teil meiner Frage war, inwieweit die Schenkungen dem gesamten Nachlass hinzugerechnet werden und letztlich dann der Pflichtteil von der Gesamtsumme (inklusive Schenkung) oder dem noch verbliebenen Nachlass (also ohne Schenkung) berechnet wird.

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

gerne.

Die Schenkung an Ihre Schwester ist der Pflichtteilsbemessungsgrundlage hinzuzurechnen.

Ihr Pflichtteil ist durch die vor mehr als 15 Jahren erhaltene Schenkung nicht zu mindern (Bemessungsgrundlage).

Für die Berücksichtigung von Schenkungen gelten regelmäßig 10 Jahre rückwirkend ab Todesfall.

Mit freundlichen Grüßen
-Rechtsanwalt-

Kunde: hat geantwortet vor 11 Tagen.
Gut, das ist eindeutig. Gestatten Sie mir eine letzte Frage. Ich gehe davon aus, dass die an mich und meinen Bruder vorgenommenen Schenkungen dem gesamten Nachlass nicht hinzugerechnet werden, oder? Denn dann würde sich der Pflichtteil ja erneut erhöhen. Insofern greift also auch hier die 10Jahresfrist?

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

nur wenn der Erblasser bestimmt hat, dass die damaligen Schenkungen auf den Pflichtteil anzurechnen sind, haben Sie diese anzurechnen, vgl. § 2315 BGB.

Dies dürfte jedoch heute nicht mehr hinreichend nachweisbar sein.

Es erfolgt konsequenterweise auch keine Minderung bei der Pflichtteilsmasse.

Die 10 Jahresfrist ist hierfür nicht maßgeblich.

Mit freundlichen Grüßen
-Rechtsanwalt-

RA Traub und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.