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Rechtsanwalt Krüger
Rechtsanwalt Krüger, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 5645
Erfahrung:  Langjährige Praxis als Rechtsanwalt
36252690
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Rechtsanwalt Krüger ist jetzt online.

Ich habe ein Geschäft - war selber nicht anwesend, mein Mann

Diese Antwort wurde bewertet:

ich habe ein Geschäft - war selber nicht anwesend, mein Mann hat bei einem Vertreter etwas bestellt und die Ware kam nun an, ich bin mit der Ware und dem EK Preis nicht einverstanden, muss ich die Ware nun nehmen und bezahlen? Mein Mann hat mit meinem Geschäft nichts zutun... LG Anita

ich war nicht selber im Geschäft, mein mann war da, ein Vertreter kam und hat ihm was verkauft, mein mann hat unterschrieben, mit angabe meiner firmenanschrift, auf der Kopie der Bestellung kann man den preis (Einzelpreis) nicht genau erkennen - 0,95, 1,95 aber es soll wohl (laut Rechnung 8,95) sein

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r)!

Besten Dank für Ihre Frage, zu der ich Ihnen gerne Auskunft gebe wie folgt.

Es kommt hier darauf an, ob Ihr Mann bevollmächtigt war, für Sie ein Geschäft zu tätigen. Ausdrücklich war er nicht bevollmächtig, wenn ich Ihren Sachverhalt richtig verstehe. Allerdings gibt es auch noch die sogenannte Anscheinsvollmacht.

Die Anscheinsvollmacht schützt den Vertragsschließenden in seinem Vertrauen, dass der ihm gegenüber Auftretende als Stellvertreter eines anderen bevollmächtigt war. Und wenn die Voraussetzungen der Anscheinsvollmach vorliegen, müssen Sie sich so behandeln lassen, als hätten Sie Ihrem Mann eine Vollmacht erteilt.

Ob der Vertreter davon ausgehen durfte, dass Ihr Mann für Sie wirksam einen Vertrag unterschreiben durfte, hängt von den Umständen ab, wie es zum Vertragsschluss gekommen ist. Für eine solche Anscheinsvollmacht spricht, dass es Ihr Ehemann war, der für Sie den Vertrag unterschrieben hat. Wenn aber der Vertreter z.B. wusste, dass Ihr Mann nicht vertretungsberechtigt war, dann kann er sich nicht auf eine Anscheinsvollmacht berufen.

Sie könnten sich auf den Standpunkt stellen, dass der Vertrag nicht wirksam zustandgekommen ist, weil weder Sie noch ein von Ihnen Bevollmächtigter den Vetrag unteschrieben hat. Dann müsste die Gegenseite nachweisen, dass ihr Vertreter zur Recht davon ausgehen durfte, dass Ihr Mann stellvertretend für Sie den Vertrag unterschreiben durfte. Letztlich hätte dann ein Richter darüber zu entscheiden.

Bitte fragen Sie nach, wenn weiterer Klärungsbedarf besteht.

Sehr gerne helfe ich weiter.

Rechtsanwalt Krüger und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 10 Tagen.

Hallo RA Krüger,

ich habe noch einmal eine Frage zu dem Thema. Mein Mann hat ohne mein Wissen (er dachte er tut mir was gutes für das Geschäft, gerade nach der zwangsschliessung durch Corona) und hat die Ware bestellt. Diese möchte ich nicht, er hatte auch keine Vollmacht von mir und hat auch keine. Er sagte dem Vertreter auch, er ist nicht zuständig für den Laden, da es nicht seiner ist. Die Ware kam nun und ich habe diese zurückgeschickt. Nun will der Verkäufer uns beide Verklagen auf $286STGB. Mein Mann hat auch versucht mit diesem zu sprechen, er besteht auf sein Geld. Die Ware würde er dann erneut versenden. Kann man da nicht noch etwas machen? Oder besser bezahlen und die für uns unverkäufliche Ware - ausgegangen ist mein Mann von einem anderen Stückpreis als wie es gekostet hat, wegzuwerfen LG anita ***

Strafrechtlich haben Sie nichts zu befürchten. Aber die Gegenseite könnte Sie möglicherweise auf Zahlung verklagen. In dem Prozess wird es darauf ankommen, ob die Gegenseite sich darauf berufen kann, dass der Anschein erweckt war, Ihr Mann sei bevollmächtigt, für Sie diesen Auftrag zu unterschreiben. Dabei sprechen zwei Aspkete gegen Sie:

Ihr Mann war in dem Laden, sodass der Vertreter davon ausgehen konnte, dass er der Ladeninhaber ist. Und auch die Tatsache, dass es Ihr Ehemann ist, spricht dafür, dass er für Sie Aufträge unterschreiben darf.

Wenn Sie aber beweisen können, dass Ihr Mann dem Vetreter gesagt hat, es sei nicht sein Laden und er sei nicht zuständig, spräche das gegen eine Anscheinsvollmacht. Dann aber müsste ihr Mann die Ware möglicherweise zahlen. Denn dann er hätte die Ware im eigenen Namen bestellt.

Vor diesem Hintergrund scheint es mir ratsam, dass Sie in den saueren Apfel beißen und die Ware abnehnehmen und bezahlen, um einen Rechtsstreit zu vermeiden.

Kunde: hat geantwortet vor 1 Tag.

Hallo Herr Krüger, eine letzte Frage habe ich noch zu dem Thema. Der Verkäufer hatte die Ware an mich gesendet - ich habe diese auf meine Kosten zurückgeschickt - weil ich ja nicht einverstanden war mit dieser! Nun hat er mit meinem Mann es geklärt, eine neue Rechnung auf meinen Mann geschrieben, andere Rechnungsnummer wie meine, gleicher Betrag inkl. Versand. Jedoch besteht dieser nun auf nochmalige Versandkosten, sonst sendet er die Ware nicht herraus oder wir sollen abholen aus Berlin, mit Termin 1 Woche vorher melden - scheint als wäre es nur eine Briefkastenfirma, da man auch nichts im Netz dazu findet. Abholung aus Berlin, würde für uns 3h Fahrzeit bedeuten zzgl Kosten. Mein Mann hat aber zur neuen Rechnung auch Versand beglichen - da meint der Verkäufer, dies wären die Versandkosten von der Lieferung auf meinen Namen, ist das so korrekt, müssen wir jetzt noch einmal Versand bezahlen oder es selber auf eigene Kosten abholen? LG Anita ***

Der Lieferant kann zweimal die Versandkosten beanspruchen. Er muss die Ware zweimal versenden. Ihr Rücksenden hat er nicht zu vertreten. Wenn Sie also die Ware haben wollen, müssen Sie die zweite Zusendung an Sie leider auch bezahlen.