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S. Grass
S. Grass, Rechtsanwältin
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 8558
Erfahrung:  Mehrjährige Berufserfahrung
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S. Grass ist jetzt online.

Am 20.11.2019 um 11 Uhr hatten meine Frau und ich einen

Diese Antwort wurde bewertet:

Am 20.11.2019 um 11 Uhr hatten meine Frau und ich einen Termin beim Standesamt, um zu heiraten. Wir hatten vor, unseren sieben Monate alten Hund (Boerboel/Bullmastiff Mix) zu einer qualifizierten Hundesitterin zu geben, da er noch Schwierigkeiten hatte, alleine zuhause zu bleiben. Es sollte für ihn das erste mal bei einer Hundesitterin sein.

Ich fuhr also am Tag unserer Hochzeit wie vereinbart um 9 Uhr morgens zu der Hundesitterin, die bereits ihre übrigen Hunde im Auto hatte, um nach der Übergabe unseres Hundes loszufahren und mit ihnen spazieren zu gehen.

Wir nahmen kurz in ihrem Esszimmer Platz, wo sie mir einen Zettel überreichte, den ich ausfüllen sollte. Unter anderem stand auf diesem Zettel "Versicherung:". Ich fragte sie, was ich dort einzutragen hatte und sie antwortete "den Namen der Versicherung und die Versicherungsnummer, falls Sie haben." Woraufhin ich sagte: "Oh, ich weiß gar nicht, ob wir eine abgeschlossen haben.

Da müsste ich nochmal meine Mutter fragen, vielleicht weiß sie das.". Zuletzt antwortete die Frau: "aus eigener Erfahrung würde ich Ihnen auf jeden Fall dazu raten, eine Haftpflichtversicherung für den eigenen Hund ist immer gut.".

Kurz darauf verabschiedeten wir uns, ich ging zu meinem Auto und sie wartete mit unserem Hund im Esszimmer, bis ich außer Sichtweite war. Vermutlich ging sie kurz danach direkt mit unserem Hund zu ihrem Auto.

Gegen 10:15, auf dem Weg zum Standesamt, rief meine Frau mich an und sagte mir: "wir müssen ihn abholen, er hat die Frau gebissen.". Wir dachten alle zuerst, er hätte das in einer seiner Spielphasen unabsichtlich gemacht.

Allerdings stellte sich heraus, dass dies nicht der Fall war. Wir besprachen mit der Hundesitterin, nach dem Standesamt zu ihr zu kommen, um ihn abzuholen. Gegen 12 Uhr fuhren wir los. Wir waren gegen 12:25 vor ihrem Haus, wo wir bis ungefähr 12:40 warteten, obwohl wir 12:30 vereinbart hatten.

Wir gingen ihre Auffahrt rauf zu ihrem Auto, wo sie uns empfing und uns erzählte, was vorgefallen sei.

Sie hätte unseren Hund zu den anderen Hunden ins Auto geladen, in eine kleine Box im Kofferraum, ohne die Leine von seinem Halsband zu lösen. Die anderen Hunde knurrten bzw. bellten, was unseren Hund dazu veranlasste, ebenfalls zu bellen.

An dem Ort angekommen, an dem sie mit denen spazieren gehen wollte, öffnete sie den Kofferraum und sah, wie unser Hund sich ängstlich in die hinterste Ecke der Box gequetscht hatte. Sie öffnete trotzdem die Box, griff nach seiner Leine und in dem Moment schnappte er nach ihrer linken Hand.

Nachdem sie uns die Situation schilderte, gingen wir gemeinsam zum Kofferraum. Sie öffnete ihn und wir sahen zwei Boxen nebeneinander im Kofferraum stehen, in der linken ein kleiner Terrier, in der rechten unser 45 Kilo schwerer, viel zu großer Hund für diese Box. Sie steckte den Schlüssel in das Schloss seiner Box und wollte die Tür öffnen, als ich sie davon abhielt und sie bat, damit noch zu warten, da er uns erst einmal bemerken müsse.

Meine Frau unterhielt sich mit der Hundesitterin, während ich mich auf Augenhöhe mit unserem Hund begab, um ihm zu demonstrieren, dass er keine Angst mehr haben muss, da wir jetzt wieder bei ihm sind. Erst erkannte er mich nicht und sah mich mit seinen ängstlichen, verstörten Augen an, als ich allerdings seinen Namen sagte und ruhig mit sprach, begann er, heftig mit seinem Schwanz zu wedeln und kam an die Tür der Box, wo er fröhlich meine Hand ableckte. I

ch öffnete die Box und ließ ihn eigenständig aus dem Kofferraum springen, indem ich mich auf den Boden hockte und ihn rief. Er kam zu mir gesprungen, wedelte mit dem Schwanz, ließ sich streicheln und sprang aufgeregt zu meiner Frau.

Die Hundesitterin erzählte uns, sie hätte ihn von dem Moment an, wo er nach ihrer Hand schnappte, bis zu dem Moment, wo wir ihn aus dem Auto springen ließen, in der kleinen Box im Kofferraum gelassen, was bedeuten würde, er war über drei Stunden dort eingesperrt.

Dies teilte sie uns erst mit, als wir ihn bereits abgeholt hatten. Ebenfalls klärte sie uns nicht über die Größe seiner Box auf, die offensichtlich viel zu klein für ihn war, weshalb er weder vernünftig sitzen noch liegen konnte.

Die Hundesitterin ging während dieser Zeit, also zwischen 9 und 13 Uhr zum Arzt, der ihr die Wunde ausspülte und einen Verband anlegte. Abends ging sie, nach ihren Worten, in die Notaufnahme, wo sie angeblich sechs Stunden wartete, ehe sie behandelt wurde. In dieser Zeit soll sich die Wunde entzündet haben und sie bekam einen Gips angelegt, mit dem sie ihren Arm die nächsten vier Tage ruhig halten sollte, damit die Entzündung nicht ihren Arm hinauf wandern könnte.

Am nächsten Tag flogen meine Frau und ich bis Sonntag, den 24.11., in unsere "Flittertage". Während dieser Zeit hatten wir regelmäßigen Kontakt zu der Hundesitterin, die uns erzählte, wir müssten ihr 55€ geben.

Kunde: hat geantwortet vor 13 Tagen.

Zum einen 45€ für den Arbeitsausfall am Donnerstag und Freitag, denn an den Tagen hätte sie drei Hunde gehabt, die ihr 45€ eingebracht hätten.

Zum anderen 10€ für die Kostenübernahme eines Rezepts. Alles ging so weiter, bis meine Frau heute, am 25.11., mit der Hundesitterin telefonierte und diese ihr sagte, sie wäre beim Arzt gewesen, der ihr den Gips abgenommen hätte und ihrer Hand scheint es soweit gut zu gehen (Sie ist morgen früh bei einem Handchirurgen und lässt es sich genauer ansehen, der Arzt vermutet aber, dass alles gut ist).

Sie erzählte uns am Telefon, sie wolle nun 600€ von uns haben, zum einen 300€ Schmerzensgeld und zum anderen 300€ für ihren Arbeitsausfall der kommenden Woche.

Wir sagten ihr, wir würden zu unserer und zu ihrer Sicherheit ein Schreiben anfertigen, in dem steht, dass nach dieser einmaligen Zahlung alles abgeschlossen wäre. Sie willigte ein. Jedoch schickte sie uns ungefähr 30 Minuten nach dem Telefonat eine Sprachnachricht, in der sie etwas ähnliches sagte wie: "ach ja, hatte ich vergessen zu erwähnen, zu den 600€ kommen noch 185€ hinzu für eine feste Kundin, die bereits im Voraus gezahlt hatte.".

Zusätzlich teilte sie uns mit, das Schmerzensgeld auf keinen Fall an sie zu überweisen, da sie selbständig ist und dieses Geld als Einnahme zählen würde, was bedeutet, dass es versteuert werden würde. Sie versicherte uns, eine Quittung ausstellen zu können.

Außerdem bat sie uns, das Schreiben zu überarbeiten, indem wir hinzufügen, die 600€ seien "unter Vorbehalt" eine einmalige Zahlung. Wir sollten hinzufügen, dass wir Dinge wie Nachbehandlungen, Folgeschäden etc. zu beachten haben.

Nun möchten wir gerne wissen: steht sie zu 100% im Recht? Wenn nicht, an welchen Stellen stehen wir im Recht?

Wie kann sie für 5 Arbeitstage - da Samstag und Sonntag nicht mitgezählt wird - insgesamt 485€ für ihren Arbeitsausfall verlangen? Steht ihr überhaupt Schmerzensgeld zu? Wenn ja, wieviel? Gibt es in unserer Situation Ratschläge von Experten wie Ihnen, die uns da weiterhelfen können?

Wir hoffen gespannt auf Antworten... Falls weitere Fragen bezüglich des Sachverhalts aufkommen sollten, können Sie mir jederzeit schreiben.

Vielen Dank ***** *****!

Mit freundlichen Grüßen ***

Sehr geehrter Fragesteller,

Sie haben erwähnt, einen Vertrag unterschrieben zu haben., Können Sie diesen bitte zur Verfügung stellen ?

Mit freundlichen Grüßen

RA Grass

Kunde: hat geantwortet vor 13 Tagen.

Sehr geehrte Frau Grass,

Sie meinen das Schreiben, das ich bei der Hundesitterin ausgefüllt und unterschrieben habe? Dieses Schreiben steht mir leider nicht zur Verfügung. Es war eine Art Personalbogen. Ich musste meinen Namen, meine Anschrift, mein Geburtsdatum etc. angeben und Daten zu meinem Hund, sprich seinen Namen, seine Rasse etc. und wie in dem Text erwähnt seine Versicherung, welches ich unausgefüllt gelassen habe.

Zudem war diesem Schreiben ein weiterer Zettel beigefügt, den ich unterschreiben musste. Die genauen Worte weiß ich leider nicht mehr, da er eine DIN A4 Seite lang war, allerdings stand dort zum Beispiel, dass sie nicht für Schäden haftet, dass wir ihr die Verantwortung unseres Hundes übergeben, etc.

Mit freundlichen Grüßen ***

Sehr geehrter Fragesteller,

 

was denn denn aber z.B. zu den Kosten für die Unterbringung des Hundes vereinbart.Was mussten Sie also selber zahlen ?

 

Mit freundlichen Grüßen

RA Grass

Kunde: hat geantwortet vor 12 Tagen.
Wir selber mussten für die paar Stunden 25€ zahlen. Ursprünglich war geplant, dass er von 9 bis ca. 15 Uhr dort ist.

Sehr geehrter Fragesteller,

danke, dass Sie Justanswer genutzt haben.

Es besteht bei der Haltung eines Tieres eine sog. Tierhalterhaftung (§ 833 BGB). Diese ist verschuldensunabhängig, also unabhängig davon, ob Sie als Halter für die Verletzung etwas können oder nicht.

 

Berücksictigt werden kann und muss aber ein mögliches Mitverschulden des Geschädigten. Dieses scheint hier vorzuliegen, denn das Vorgehen der Betreuerin war wenig professionell.

 

Da also grundsätzlich eine Haftung besteht, kann sowohl Schmerzensgeld als auch Verdienstausfall verlangt werden. Beim Verdienstausfall ist allerdings durchaus fraglich, ob die Frau wegen der Verletzung tatsächlich kein Hundesitting durchführen kann ud welchen Ausfall sie konkret erlitten hat, dies müsste sie nachweisen.

 

Bei einem Hundebiss an der Hand - ohne Mitverschulden - wäre ein "Satz" von 500 EUR durchaus nicht unüblich.

Gehen Sie folgendermaßen vor:

 

Verlangen Sie geeignete Nachweise (Verträge usw.) für den vermeintlichen Verdienstausfall und einen Nachweis darüber, dass sie wegen der Hand überhaupt nicht arbeiten kann. Wegen des Mitverschuldens würde ich allenfalls einen Betrag von 250 EUR anbieten und diesem mit dem Zusatz - ohne Anerkennung einer Rechtspflicht - zahlen.

Ich hoffe, Ihre Frage ist beantwortet. Falls noch Unklarheiten bestehen, nehmen Sie bitte Kontakt auf. Anderenfalls bitte ich Sie um Bewertung der Antwort.

 

Mit freundlichen Grüßen

RA Grass

S. Grass und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 12 Tagen.
Sehr geehrte Frau Grass,

Vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort. Das hilft uns sehr weiter! Wir werden uns in den nächsten Tagen wohl mit der Hundesitterin treffen und versuchen, uns auf eine Summe zu einigen.
Vielen Dank für Ihre Zeit und Mühe.


Mit freundlichen Grüßen

Familie Schröder

Sehr geehrter Fragesteller,

dann drücke ich fest die Daumen. Wenn Sie nach dem Gespräch ggf. weitere Hilfestellung benötigen, können Sie mich gerne wieder kontaktieren !

Mit freundlichen Grüßen

RA Grass

Kunde: hat geantwortet vor 12 Tagen.
Vielen Dank!

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne !

Mit freundlichen Grüßen

RA Grass