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RA Traub
RA Traub, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 12152
Erfahrung:  Vertragsrecht, Erbrecht, Arbeitsrecht, Immobilienrecht, Gesellschaftsrecht und Steuerrecht
88853042
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RA Traub ist jetzt online.

Der Vater meines Verlobten ist im Juni diesen Jahres

Diese Antwort wurde bewertet:

Der Vater meines Verlobten ist im Juni diesen Jahres verstorben. Wir haben von der Polizei Bescheid bekommen, bisher aber noch nichts weiter gehört. Die Beerdigung haben sich der Halbbruder und mein Verlobter von den Kosten geteilt. Nun wurde aber bisher keiner der Beiden wegen dem etwaigen Erbe angesprochen - beide wollen jedoch nichts erben. Wie gehen wir hier vor? Kann man das Erbe jetzt noch ausschlagen?

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),
es freut mich, dass Sie sich für die Nutzung von JustAnswer entschieden haben.
Ich bin Rechtsanwalt Dr. Traub und würde Ihnen gerne bei Ihrem Anliegen weiterhelfen.
Bitte erlauben Sie mir zur Vermeidung von Missverständnissen folgende Nachfrage:
Besteht ein Testament des verstorbenen Vaters Ihres Verlobten?
Wünschen Sie vereinfachend eine telefonische Beratung, können Sie dies gern über den Premiumservice hinzubuchen. Ich vereinbare dann gerne einen Telefontermin mit Ihnen.
Vielen Dank.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Traub
-Rechtsanwalt-

Kunde: hat geantwortet vor 8 Tagen.
Ein Testament gibt es nicht, zumindest gab es darüber keine Info. Die Sterbeurkunde hat nur der Halbbruder meines Verlobten bekommen. Die Sterbeursache sei hier wohl ungeklärt.
Kunde: hat geantwortet vor 8 Tagen.
Die Polizei hatte meinem Verlobten ein Paar Schlüssel geschickt, mit der Aussage, es sei nicht die Aufgabe der Polizei so etwas zu verwahren - sie waren in einem Brief, die Annahme verweigern konnten wir also nicht.
wir haben jedoch auch keine Information dazu, wohin diese Schlüssel eigentlich gehören. Wir wissen nur, dass der Vater wohl in Mönchengladbach gewohnt hat, wir wohnen jedoch in Sachsen.

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),
vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Auf Grundlage des von Ihnen geschilderten Sachverhalts ist die Rechtslage wie folgt einzuschätzen:
Wenn es kein Testament gibt, gibt es kein "Anschreiben" von einer Institution.

Die Abkömmlinge eines Verstorbenen erben per Gesetz. Und zwar mit Todesfall.

Dies ergibt sich evident aus den §§ 1922 ff. BGB.

Das Erbe ist nach Kenntniserlangung vom Todesfall innerhalb von 6 Wochen auszuschlagen, vgl. §§ 1942 ff. BGB.

Wird diese Frist verpasst, gilt das Erbe als angenommen.

Ggf. wäre die Möglichkeit der Anfechtung der Erbschaft zu prüfen. Hier müsste aber ein Irrtum vorliegen.
Ich hoffe, Ihre Frage hinreichend beantwortet zu haben. Für weitere Fragen stehe ich über den Button "Experten antworten" zur Verfügung. Sofern der Wunsch nach einem Telefonat besteht, können Sie dies gern über den Telefon-Premium-Service anfordern.
Über eine positive Bewertung Ihrerseits (anklicken von 3 bis 5 Bewertungssternen) für meine Ausführungen würde ich mich sehr freuen.
Selbstverständlich können Sie auch nach der Abgabe einer positiven Bewertung noch nachfragen.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Traub
-Rechtsanwalt-

Kunde: hat geantwortet vor 8 Tagen.
Der Polizei haben wir bereits bezüglich der Schlüssel gesagt, dass er das Erbe ausschlägt - dies ist sogar in dem Schreiben der Polizei hinterlegt. Beim Rathaus in Mönchengladbach hatten wir auch angerufen, bezüglich der ganzen Thematik. Wie das mit der Bestattung läuft etc, weil er damit nichts zu tun haben wollte, und auch da wurde angegeben, dass das Erbe ausgeschlagen wird - daraufhin wurde der Halbbruder meines Verlobten ausfindig gemacht, der jedoch auch nicht weiß, wie es mit dem Erbe weitergeht. Keiner der Beiden weiß, wo der Vater überhaupt gewohnt hat, oder was er hinterlassen hat. Die letzte Aussage des Rathaus war es, dass der Vater noch 2000 Euro auf dem Konto hat, welche eigentlich für die Bestattung genommen werden sollten. Dem Halbbruder meines Verlobten durften sie diese Info angeblich nicht geben bzgl. des Datenschutzes. Von dem Geld wurde jedoch nichts für die Bestattung genommen. Was also damit ist, weiß auch keiner und wir wissen auch nicht, an wen wir uns wegen der weiteren Bearbeitung wenden sollen?

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

ein Erbe kann nur nach der gesetzlichen Form des § 1945 BGB ausgeschlagen werden.

Eine Ausschlagung hat in notariell beurkundeter Form ggü. dem Nachlassgericht zu erfolgen.

Eine andere Möglichkeit der Ausschlagung gibt es nicht bzw. ist rechtlich nicht wirksam.

Die Ermittlung des Nachlasses obliegt den Erben.

Diese müssten ggf. dann einen Rechtsanwalt etc. beauftragen, der den Umfang des Erbes und auch die möglichen Schulden klärt.

Angaben bzgl. der Polizei entfalten in diesem Zusammenhang aus rechtlicher Sicht keine Wirkung.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Traub
-Rechtsanwalt-

Kunde: hat geantwortet vor 8 Tagen.
Das bedeutet, wenn mein Verlobter das Erbe nicht ausgeschlagen hat, weil ihn keiner darüber informiert hat, dass es diese Frist gibt, und der Vater einen Berg von Schulden hat, ist er dann damit sozusagen angeschmiert, das alles zurückzuzahlen?
Bzw müssten sich das der Halbbruder meines Verlobten und er dann teilen?
Kunde: hat geantwortet vor 8 Tagen.
Und wenn beide das Erbe noch nicht ausgeschlagen haben, teilen sie sich das dann, oder geht das automatisch an den Älteren der Beiden?

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

es sind dann beide "gleichberechtigte" Erben.

Sollte sich nunmehr herausstellen, dass das Erbe mehr Schulden als Vermögen beinhaltet, besteht immer noch die Möglichkeit einen Nachlassinsolvenzantrag zu stellen.

Hierüber enthaften sich sodann die Erben mit ihrem Privatvermögen.

Dies sollte jedoch vor der Erbauseinandersetzung geprüft werden.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Traub
-Rechtsanwalt-

Kunde: hat geantwortet vor 8 Tagen.
Was genau bedeutet Erbauseinandersetzung? Und wie läuft so ein Nachlassinsolvenzantrag dann ab?

Sehr geehrte(r) Fragensteller(in),
gerne will ich Ihnen auch noch Ihre Folgefragen zur Erbauseinandersetzung und zum Ablauf eines Nachlassinsolvenzverfahrens beantworten.
Aufgrund der hiermit verbundenen erweiterten rechtlichen Befassung im Vergleich zur Ausgangsfrage erlaube ich mir, Ihnen über unseren Premium Service ein Zusatzangebot zu unterbreiten.
Sofern Sie dieses annehmen will ich Ihnen Ihre Zusatzfrage gerne zeitnah beantworten.
Entscheiden Sie sich gegen eine Annahme bitte ich freundlichst um Abgabe einer positiven Bewertung für die bereits getätigten Ausführungen.
Vielen Dank.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Traub
-Rechtsanwalt-

RA Traub und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 8 Tagen.
Ich habe das Zusatzangebot angenommen

Sehr geehrte(r) Fragensteller(in),
vielen Dank.

Erbauseinandersetzung bedeutet das Verteilen des Erbes. Die Erbmasse sollte bis zur Klärung des Nachlasses nicht verteilt werden, da dieser bei der Stellung eines Nachlassinsolvenzantrags als Haftungsmasse dient.

Die Regelung zur Nachlassinsolvenz finden Sie in den §§ 1975 ff. BGB.

Wenn der Nachlass überschuldet ist, d. h. Sie mehr Schulden festgestellt werden als Aktivvermögen da ist, können die Erben gemeinschaftlich beim örtlich zuständigen Amtsgericht einen Nachlassinsolvenzverfahren beantragen.

Durch diesen Antrag wird eine Enthaftung der Erben eingeleitet und die Haftung auf die Erbmasse beschränkt.

Somit sind die Erben mit ihrer Privathaftung außen vor.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Traub
-Rechtsanwalt-

Kunde: hat geantwortet vor 8 Tagen.
Danke für die Erklärung - wie bekommt man denn überhaupt heraus, was nun der Nachlass ist? Die örtliche Polizei teilte meinem Freund nun die letzte Adresse seines Vaters mit - da sich diese jedoch in MG befindet, wir jedoch in Leipzig wohnen und auch nicht wissen, ob diese Wohnung schon geräumt wurde, wissen wir nicht, ob der ganze Nachlass noch da ist, oder schon entsorgt. Darf der Vermieter das entsorgen? Wenn nicht, wie wird denn damit verfahren?

Sehr geehrte(r) Fragensteller(in),

der Vermieter darf hier nicht eigenmächtig entsorgen.

Faktisch müssen Sie in die Wohnung des Verstorbenen, dort die Verträge und Unterlagen sichten und dann alles abwickeln.

Dort finden Sie in der Regel Kontoauszüge, Mietverträge, Versicherungsverträge etc.

Es gibt hier niemanden, der den Erben diese Arbeit abnimmt.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Traub
-Rechtsanwalt-

Kunde: hat geantwortet vor 8 Tagen.
Wie würde das dann mit der Miete laufen? Da die Wohnung ja nicht ausgeräumt werden darf, wird diese ja weiter bezahlt werden müssen. bisher hat sich jedoch bei uns keiner gemeldet bezüglich Miete oder Ähnlichem - sollte ich hier den Vermieter kontaktieren?

Sehr geehrte(r) Fragensteller(in),

ja, hier sollte unbedingt der Vermieter kontaktiert werden.

Denn die Mieten wären sonst Nachlassverbindlichkeiten.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Traub
-Rechtsanwalt-

Kunde: hat geantwortet vor 7 Tagen.
Danke für die Antwort - laut den Nachbarn des Vaters, ist die Wohnung noch von der Polizei versiegelt. So kann natürlich niemand rein, um den Nachlass zu klären. Desweiteren haben wir heute erfahren, dass das Konto des Vaters wohl gepfändet wurde, und er verschuldet ist.
Wie genau läuft so ein Nachlassinsolvenzverfahren denn ab? Sollen beide Söhne den Antrag stellen? Muss man dafür vor Ort sein?

Sehr geehrte(r) Fragensteller(in),

ja, beide Söhne müssen den Antrag auf Eröffnung des Nachlassinsolvenzverfahrens unterschreiben.

Dies kann schriftlich beim Insolvenzgericht im Bezirk des Verstorbenen sein.

Aufgrund Pflicht zur Angabe von Aktiv- und Passivvermögen ist - wie bereits ausgeführt - zuvor der Umfang des Nachlass zu klären.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Traub
-Rechtsanwalt-

Kunde: hat geantwortet vor 7 Tagen.
Das heißt, man muss hier warten, bis die Wohnung entsiegelt ist, dann alles durchgehen und erst dann kann man das Nachlassinsolvenzverfahren beantragen? Wie hoch stehen die Chancen, dass das bewilligt wird? Der Vater ist im Juni gestorben, und erst jetzt wird sich darum gekümmert, da wir von nirgends eine Information hatten