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Rechtsanwalt Christian Joachim
Rechtsanwalt Christian Joachim, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 3336
Erfahrung:  Staatsexamen, Zulassung als Rechtsanwalt, Mediator
30639152
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Rechtsanwalt Christian Joachim ist jetzt online.

Ich habe in meiner Firma zwei Vertriebsmitarbeiter, die

Diese Antwort wurde bewertet:

Ich habe in meiner Firma zwei Vertriebsmitarbeiter, die bundesweit tätig sind und i.d.R. 2-3, max. 4 Tage unterwegs sind. Wir haben in der Firma 38-Stunden Wochenarbeitszeit.
Beispiel. Der Vetriebler kommt Montag früh 7.30 Uhr, fährt 12.00 Uhr nach Konstant (z.B. 7 Stunden Fahrzeit). DIe Schulung beginnt am nächsten Tag - Dienstag - 09.00, geht bis 14.00 Uhr, danach fährt er zu einem 100 km entfernten Ort, kommt dort 17.00 Uhr im Hotel an. Er hat am Mittwoch 09.00 Uhr einen Präsentationstermin, der bis 12.00 Uhr geht. Danach fährt er zurück zu seinem Wohnort , vll. 6 Stunden, ist also 18.00 Uhr zuhause.
1. Wann beginn bei den Außenterminen Dienstag und Mittwoch die Arbeitszeit?
2. Wie werden die gesetzlich vorgeschriebenen Pausen bei AUßendienstlern angerechnet bzw. berücksichtigt?
Für eine baldige Antwort bereits vielen Dank!
Was ist eigentlich, wenn ich mit der Antwort nicht zufrieden bin oder diese nicht klar und eindeutig ist?
JA: Ich verstehe. Bitte nennen Sie mir Ihr Bundesland.
Customer: Sachsen-Anhalt
JA: Vielen Dank. Gibt es noch etwas, dass der Anwalt wissen sollte?
Customer: Aus meiner Sicht nicht, was könnte das sein?

Sehr geehrter Fragesteller,

herzlichen Dank für ihre Anfrage und das damit entgegengebrachte Vertrauen.

Die Frage, was Arbeitszeit bei Außendienstmitarbeitern ist, ist oftmals ein großer Streitpunkt.

Das Bundesarbeitsgericht hat allerdings bereits vor zehn Jahren entschieden, dass auch Wegezeit, also die Fahrten zum Kunden Arbeitszeit sind, s. hier:

(Urteil vom 22.4.2009, Az: 5 AZR 292/08)

Insofern wäre bei Ihnen im Beispiel ab 7:30 Uhr Arbeitszeit gegeben, wenn der Arbeitnehmer bei Ihnen im Betrieb ankommt.

Die Fahrt nach Konstanz wäre Arbeitszeit. Die nächste Arbeitszeit beginnt dann wieder um 9:00 Uhr bis 17:00 Uhr.

Die erneute Arbeitszeitbeginn dann um 9:00 Uhr und endet dann um 18:00 Uhr. Hier würde sich lediglich eine Änderung ergeben, wenn die Reisezeit zu seinem Arbeitsort, zum Betrieb kürzer wäre als zu seinem Wohnort.

Bei den Außenterminen beginnt dann also am Dienstag um 9:00 Uhr die Arbeitszeit und Mittwoch ebenfalls um 9:00 Uhr.

Die gesetzlich vorgeschriebenen Pausen wären bei dem Außendienst dann ebenfalls allgemein nach dem Arbeitszeitgesetz berücksichtigt. Der Außendienstler müsste dann schauen, ob er bei seinen Präsentationen oder während der Fahrt eine entsprechende Pause macht.

Ich hoffe, dass ich Ihre Fragen hilfreich beantwortet habe und stehe Ihnen jederzeit gerne weiterhin zur Verfügung.

Über eine anschließende positive Bewertung (3-5 Sterne) freue ich mich.

Viele Grüße

Christian Joachim
Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 7 Monaten.
Wie ist mit den gesetzlich vorgeschriebenen Pausen zu verfahren? Kann ich als Firma davon ausgehen, dass diese genommen wurde oder muss ich, bei dem Beispiel in meiner Anfrage z.B. für den Mittwoch (9.00 - 17.00) dreißig Minuten "draufschlagen?

Sie können als Betrieb davon ausgehen, dass diese dann genommen werden. Sie können diese auch entsprechend anweisen, dass zum Beispiel während einer Fahrt eine entsprechende Pause genommen wird. Sie können dem Arbeitnehmer aber auch überlassen, die Pausen selbst einzuteilen, müssten diese dann natürlich aber dann entsprechend bei der Lohnabrechnung auch berücksichtigen.

Gerne stehe ich Ihnen weiterhin zur Verfügung, viele Grüße

Christian Joachim
Rechtsanwalt

Rechtsanwalt Christian Joachim und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Monaten.
Hallo Herr Joachim, Sie hatten mir am 30. 08. auf eine Anfrage geantwortet. Sie hatten mir geschrieben, dass am 2. Tag die Arbeitszeit ab 09.00 Uhr (z.B. Schulungsbeginn ) gerechnet wird. Mein Mitarbeiter steht auf dem Standpunkt, dass die Zeit von der Abfahrt Hotel bis zum Kunden mitzurechnen ist, weil ja auch die Wegezeit - Anfahrt zum Kunden - Arbeitszeit ist und es gleich ist, ob man vom Wohn- oder Arbeitsort oder Hotel zum Kunden fährt.

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich gerne beantworte.

Entschuldigen Sie zunächst, die etwas späte Antwort.

Grundsätzlich ist es so, dass die Fahrt vom Wohnort oder auch dem Hotel Arbeitszeit sein kann. Dies ist im Jahr 2015 durch die europarechtliche Rechtsprechung so dargestellt worden. Dabei kommt es allerdings auf den Einzelfall an. Existiert ein fester Arbeitsort und der Arbeitnehmer muss zu diesem Arbeitsort von zuhause aus fahren oder auch einem Hotel oder einem anderen Platz, um dort seine Arbeit zu beginnen, handelt es sich nicht um Arbeitszeit. Besitzt der Arbeitnehmer allerdings keinen festen Arbeitsort, sondern fährt immer oder zu bestimmten Zeiten von dem Hotel oder von zuhause direkt zu den Kunden, dann ist es Arbeitszeit.

In der Tat ist die Rechtsprechung hier sehr einzelfallbezogen und es kommt eben immer darauf an, inwiefern ein fester Arbeitsort zur Verfügung steht. Ist dies nicht der Fall, so dürfte auch bei Ihnen in der Regel von der Fahrt vom Hotel bis zu dem Kunden Arbeitszeit bestehen, wie bereits oben ausgeführt. Dies ist zum Beispiel insbesondere bei Außendienstmitarbeitern so vom EuGH gesehen worden, siehe hier: Urteil vom 10. September 2015 (C-266/14)

Gerne stehe ich Ihnen weiterhin zur Verfügung, viele Grüße

Christian Joachim

Rechtsanwalt