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Dr. Holger Traub
Dr. Holger Traub, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 10241
Erfahrung:  Vertragsrecht, Erbrecht, Arbeitsrecht, Immobilienrecht, Gesellschaftsrecht und Steuerrecht
88853042
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Dr. Holger Traub ist jetzt online.

Eine Erbengemeinschaft besteht aus A (66,6%) und (33,3%).

Diese Antwort wurde bewertet:

Eine Erbengemeinschaft besteht aus A (66,6%) und B (33,3%). Zum Nachlass gehören ca. 5 ha. Acker, welcher derzeit nicht verpachtet ist. B hat einen Interessenten für den Acker. Da er nicht verkaufen kann, möchte B die Teilungsversteigerung einleiten, in welcher der Interessent das Grundstück dann erwerben möchte.

Frage: Kann B verhindern, dass A im Rahmen der ordnungsgemäßen Verwaltung das Grundstück (ggf. noch nach der Beschlagnahme) den Acker langfristig (z.B. 10 Jahre) an seinen Nachbarn verpachtet? Der Erwerb wäre für den Interessenten dann natürlich unsinnig.

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für die Nutzung von JustAnswer. Gerne will ich Ihnen Ihre Frage auf Grundlage des geschilderten Sachverhalts beantworten und Ihnen bei Ihrem Anliegen weiterhelfen.

B wird dies (auch aufgrund seines Erbanteils am Grudnstück) nicht verhindern können.

Die Verpachtung des Grundstücks ist Teil der ordnungsgemäßen Verwaltung des Nachlasses. Normiert ist dies in § 2038 BGB.

Die gemeinschaftliche Verwaltung des Nachlasses ist auf die Erhaltung, Vermehrung, Sicherung und Nutzung des Nachlasses angelegt.

Entsprechende Maßnahmen können durch die Miterben mit einfacher Stimmenmehrheit beschlossen werden, wobei sich die Stimmen nach der Größe der Erbteile bemessen. Gemäß § 2038 I BGB ist jeder Miterbe zur Mitwirkung bei Maßnahmen der ordnungsgemäßen Verwaltung verpflichtet und angehalten.

Wird die Zustimmung durch einen Miterben verweigert, so kann auf Zustimmung bzw. auf Ausführung geklagt werden.

Ich hoffe, Ihre Frage hinreichend beantwortet zu haben. Für weitere Fragen stehe ich über den Button "Experten antworten" zur Verfügung. Sofern der Wunsch nach einem Telefonat besteht, können Sie dies gern über den Telefon-Premium-Service anfordern.

Über eine positive Bewertung Ihrerseits (anklicken von 3 bis 5 Bewertungssternen) für meine Ausführungen würde ich mich sehr freuen.

Selbstverständlich können Sie auch nach der Abgabe einer positiven Bewertung noch nachfragen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Traub

-Rechtsanwalt-

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.

Sehr geehrter Dr. Traub, bei der Frage, ob eine Verwaltung ordnungsgemäß im Sinne von § 2038 I BGB ist, ist auf eine vernünftig wirtschaftlich denkende Person in der Lage abzustellen. Kann man bei bevorstehender Teilungsversteigerung davon ausgehen, dass es vernünftig ist, einen langjährigen Pachtvertrag abzuschließen und somit den Bieterkreis massiv einzuschränken? Was ist mit den Wirkungen einer Zwangsverwaltung - welche ja nach Beschlagnahme keine Möglichkeit des Verpachtens zulassen würde? MfG ***

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

das kommt darauf an, ob die Teilungsversteigerung schon eingeleitet worden ist oder diese nur beabsichtigt ist.

Wenn eine Teilungsversteigerung eingeleitet wurde, kann in der Verpachtungsabsicht ein treuwidriges Verhalten zu sehen sein, da dies kein Sinn macht und somit ggf. sogar den erzielbaren Wert für den Nachlass schmälert.

Hierüber hat aber dann ein Gericht unter Würdigung der konkreten Umstände und des Einzelfalles zu entscheiden.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Traub

-Rechtsanwalt-

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.

Sehr geehrter Herr Traub, da ich schrieb, nach Beschlagnahme, ist davon auszugehen, dass die Teilungsversteigerung bereits eingeleitet wurde (das war der Kern meiner Frage). Mich hätte eigentlich interessiert, ob es dazu Rechtsprechung und/oder Literatur gibt. Bestimmt kommt es nicht selten vor, dass sich Schuldner (also auch Gegner in der Teilungsversteigerung), derartiges Einfallen lassen. Haben Sie eventuell konkrete Fälle zur Hand, wo es um derartigen Sachverhalt geht? Alle anderen Angaben waren mir soweit bereits geläufig. MfG ***

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

leider habe ich diesbezüglich kein Urteil gefunden.

Gleichwohl gelten meine Ausführungen - wie beschrieben - auch nach Beschlagnahme im Rahmen einer Teilungsversteigerung.

Es gibt hier keine Sonderregelungen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Traub

-Rechtsanwalt-

Dr. Holger Traub und 2 weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Sehr geehrter Dr. Traub, vielen Dank für Ihre Mitteilung. Eigentlich haben Sie mit meiner eigenen Frage auf meine Frage geantwortet. Aber vielleicht gibt es tatsächlich nichts Näheres. Trotzdem vielen Dank. MfG V. Wieser