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Dr. Holger Traub
Dr. Holger Traub, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 8104
Erfahrung:  Vertragsrecht, Erbrecht, Arbeitsrecht, Immobilienrecht, Gesellschaftsrecht und Steuerrecht
88853042
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Dr. Holger Traub ist jetzt online.

Ich bin deutscher Staatsbürger, lebe in Swakopmund, Namibia

Diese Antwort wurde bewertet:

Ich bin deutscher Staatsbürger, lebe in Swakopmund, Namibia und habe ein deutsches Bankonto bei der ING-DiBa. Am 17.8.2018 erhielt ich durch die App der Bank eine Push-Nachricht, dass ein Umsatz getätigt worden war. Die App ließ sich aber weder mit Fingerabdruck oder PIN-Nummer öffnen. Auch auf meinem Laptop kam ich online nicht in mein Konto. Beim Anruf bei der Kundenbetreuung wurde meine Telebanking-PIN nicht akzeptiert, die.h. ich konnte mich in keiner der 3 Möglichkeiten App, Online oder Telefon legitimieren. Als es mir endlich gelang mit einer lebenden Person zu sprechen, wurde mir eröffnet, dass ich ja vor einigen Tagen eine neue Telebanking-PIN angefordert hätte, diese wäre jetzt per Post unterwegs. (Ich führe seit Jahren einen Kampf mit der DiBa weil sie sich weigert, ALLEN Schriftwechsel per E-Mail zu bestätigen, auch wenn der Postweg für gewisse Vorgänge gesetzlich vorgeschrieben ist. Die Post nach Namibia ist langwierig, unzuverlässig und kommt manchmal gar nicht an). Es muss also jemanden gelungen sein, meine Telebanking-PIN zu erfahren und eine neue anzufordern, wodurch die alte erlischt. Diese Telebanking-PIN hatte ich nach Erhalt geändert in eine Zahl, die nur in meinem Gedächtnis und im System der DiBa existierte. Wie der Täter sie erlangt hat, ist mir vollkommen unverständlich. Dann hat der Täter wahrscheinlich irgendwie auch die Internetbanking-PIN geändert wodurch der wahrscheinlich App-Zugang auch neu bestätigt werden muss. Nach einem 74-minütigen Gespräch mit einer Kundenbetreuerin war es mir endlich gelungen, meine Konten zu sperren, sodass niemand darauf zugreifen konnte, ich selbst aber auch nicht. Es dauerte eine weitere Woche und einige Telefonate und E-Mails, bis ich heraus bekam, dass jemand eine Überweisung von 50.000€ von meinem Extrakonto auf mein Girokonto und dann vom Girokonto auf ein Konto bei der Deutschen Bank getätigt hatte. Die telefonischen Kundenbetreuer konnten angeblich meine Konten nicht einsehen, da sie gesperrt waren. Neue Zugangsdaten konnten nur per Post verschickt werden, mein Vorschlag für eine sichere Ausnahmeprozedur per Fax und Paypal-Überweisung wurde abgelehnt, bzw. ignoriert. Die Post dauert nach Namibia 2-6 Wochen, wenn sie überhaupt ankommt. Zufälligerweise hatten wir schon eine Reise nach Europa geplant, sodass ich die neuen Zugangsdaten an eine Verwandte in Deutschland schicken lassen konnte. Erst dann bekam ich wieder Zugang zu meinen Konten. Die DiBa schrieb mir weiterhin, ich müsse eine polizeiliche Anzeige erstatten. Das tat ich dann am 7.8.2018 in Frankfurt/Main. Inzwischen wurden 4904€ vom Konto eines Jens M*** bei der Deutschen Bank als "Ruckuberweisung gem. Haftungsfreistellung vom 26.07.2018 " zurück überwiesen. Es wurde mir nicht erklärt, was das bedeutet, oder wann ich mit einer Erstattung der fehlenden 45096€ rechnen kann. Auch auf die Mail mit der Kopie der polizeilichen Anzeige bekam ich keine Antwort, erst als ich sie nach einer Wochen nochmal schickte. Diese Bank ist wie eine Zwiebel, man kommt als Kunde nicht weiter als die äussere Lage. Alle tieferen Lagen werden abgeblockt.

Meine konkreten Fragen:
Wie weit muss die Bank in solchen Betrugsfällen haften?
Gibt es Fristen, die ich einhalten muss? Ich habe den Verdacht man hält mich bewusst hin, damit ich gewisse Fristen versäume.
Gibt es in Betrugsfällen eine Informationspflicht der Banken?

Mit bestem Dank und freundlichen Grüssen

***

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für die Nutzung von JustAnswer. Gerne will ich Ihnen Ihre Frage auf Grundlage des geschilderten Sachverhalts beantworten und Ihnen bei Ihrem Anliegen weiterhelfen.

Zu Ihren Fragen:

1.) Wie weit muss die Bank in solchen Betrugsfällen haften?

Wenn Sie kein Verschulden an den benannten Abbuchungen trifft, d. h. Sie sorgsam mit Ihren PINs etc. umgegangen sind und diesen Dritten nicht zugänglich waren, haftet die Bank.

Denn Sie übertragen der Bank quasi die "Fürsorge" für das dort vorgehaltene Vermögen. Somit muss diese auch über das Vermögen aufpassen. Anfragen von Dritten müssen exakt geprüft werden.

Ist der Bank hier grob fahrlässiges Verhalten vorzuwerfen, weil mit einem Dritten kommuniziert oder sogar das Ändern von Daten ermöglicht wurde, haftet die Bank voll.

2.) Gibt es Fristen, die ich einhalten muss? Ich habe den Verdacht man hält mich bewusst hin, damit ich gewisse Fristen versäume.

Nach Ihrer Schilderung sind die üblichen Verjährungsfristen zur Geltendmachung eines Anspruchs einzuhalten (3 Jahre zum Jahresende).

Anzeige- und Meldepflichten des Schadensfalls wurden eingehalten. Dies zumal bereits eine Strafanzeige gestellt wurde und Sie dies der Bank auch bereits mitgeteilt haben. Zudem wurde die Bank über den gesamten Sachverhalt aufgeklärt.

3.) Gibt es in Betrugsfällen eine Informationspflicht der Banken?

Ja, diese besteht zumindest als vertragliche Nebenpflicht.

Ich hoffe, Ihre Frage hinreichend beantwortet zu haben. Für weitere Fragen stehe ich über den Button "Experten antworten" zur Verfügung.

Über eine positive Bewertung Ihrerseits (anklicken von 3 bis 5 Bewertungssternen) für meine Ausführungen würde ich mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Traub

-Rechtsanwalt-

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Können Sie die letzte Frage bitte ausführlicher beantworten: Muss die Bank mich über den Verlauf der Ermittlungen und den vorraussichtlichen Termin der Erstattung des Restbetrages informieren?

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

nein, ich meinte Sie ist zu den Ermittlungen der Behörde auskunftsverpflichtet.

Die Bank muss jedoch nicht Sie über den Fortgang der Ermittlungen und den Termin der Erstattung informieren.

Erst wenn feststeht, dass die Bank ein Verschulden trifft, können Sie eine Frist zur Erstattung setzen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Traub

-Rechtsanwalt-

Dr. Holger Traub und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.