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Dr. Holger Traub
Dr. Holger Traub, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 8740
Erfahrung:  Vertragsrecht, Erbrecht, Arbeitsrecht, Immobilienrecht, Gesellschaftsrecht und Steuerrecht
88853042
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Dr. Holger Traub ist jetzt online.

In einer WEG wurden mehrere Wasserschäden am Sondereigentum

Diese Antwort wurde bewertet:

In einer WEG wurden mehrere Wasserschäden am Sondereigentum durch die Versicherung bezahlt und anschließend eine Kündigung angedroht. Dann hat die Verwalterin eine Selbstbeteiligung von 750,- € pro Schaden ausgehandelt. Nach 3 weiteren Schäden im Sondereigentum wurde nun endgültig gekündigt. Eine neue Versicherung muß her und die verlangt eine SB von 3000,--€ pro Leitungswasser - Schaden. Andernfalls hat die WEG keinen Versicherungsschutz
Frage: Kann diese vorherige SB auf den Sondereigentümer abgerechnet werden und wie ist es zukünftig mit 3000,-- je Schaden? 2 Wohnungen sind saniert und 2 nicht. Die sanierenden Wohnungsinhaber wollen hier nicht an der SB beteiligt sein.

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für die Nutzung von JustAnswer. Gerne will ich Ihnen Ihre Frage auf Grundlage des geschilderten Sachverhalts beantworten und Ihnen bei Ihrem Anliegen weiterhelfen.

Verbleibt nach Abwicklung eines das Gemeinschafts- und/oder das Sondereigentums betreffenden Versicherungsfalls ein aufgrund (wirksam) vereinbarter Selbstbeteiligung nicht gedeckter Schadensbetrag, ist dieser von der Gemeinschaft zu tragen (vgl.: Nußbaum, NZM 2003, 617 (619).

Zwar betrifft das Schadensereignis das Sondereigentum. Dieses ist jedoch nicht separat versicherbar und die Versicherung ist Sache der Gemeinschaft im Rahmen ordnungsgemäßer Verwaltung gem. § 21 Abs. 5 Ziff. 3 WEG.

Vereinbart diese nun eine Selbstbeteiligung, nimmt also vorgreiflich dem einzelnen Wohnungseigentümer dem ihm zustehenden vollständigen Versicherungsschutz teilweise, so ist der hieraus resultierende Restbetrag von der Gemeinschaft gem. § 16 Abs. 2 WEG zu tragen.

Ein gegenteilig lautender Eigentümerbeschluss kann rechtswidrig sein (so: OLG Köln, Beschl. v. 14.7.2003 – 16 Wx 124/03, ZMR 2004, 298 ff.).

Ich hoffe, Ihre Frage hinreichend beantwortet zu haben. Für weitere Fragen stehe ich über den Button "Experten antworten" zur Verfügung.

Über eine positive Bewertung Ihrerseits (anklicken von 3 bis 5 Bewertungssternen) für meine Ausführungen würde ich mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Traub

-Rechtsanwalt-

Kunde: hat geantwortet vor 3 Monaten.
Die Selbstbeteiligung in diesem Fall war nicht Kosteneinsparung sondern Voraussetzung zum Abschluß eines neuen Vertrages. Gleiches galt auch jetzt bei 3000,- € SB. Ansonsten hat uns keine Versicherung mehr genommen, weil 2 Wohnungen nicht sanieren wollen oder können und nur durch Rohrbrüche Stück für Stück erneuern

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

die Ausführungen gelten analog.

Die Alternative wäre keine Versicherung, was nicht anzuraten wäre.

Darüber hinaus sollte aufgrund der Vielzahl der Schadensfälle nach der Ursache geschaut werden. Ansonten können Haftungsansprüche ggü. der Hausverwaltung entstehen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Traub

-Rechtsanwalt-

Kunde: hat geantwortet vor 3 Monaten.
Die Ursache liegt eindeutig bei 25 Jahren Wasser - Leitungsalter und die keiner Bereitschaft zu modernisieren

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

dann brauchen sich die Eigentümer aber auch nicht wundern, dass bei der Anzahl an Schäden ein so hoher Selbstbehalt aufgerufen wird und/oder eine Eindeckung ansonsten verweigert wird.

Ggf. ist es die Pflicht der Hausverwaltung hier vorbeugend tätig zu werden. Denn ein Schaden am Gemeinschafts- / Sondereigentum ist vorzubeugen, vgl. § 27 WEG. Dies ist die Pflicht des Verwalters.

Konnte ich Ihre Fragen beantworten?

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Traub

-Rechtsanwalt-

Dr. Holger Traub und 2 weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.