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S. Grass
S. Grass, Rechtsanwältin
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 7551
Erfahrung:  Mehrjährige Berufserfahrung
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S. Grass ist jetzt online.

Wir möchten ein Haus mit Grundstück kaufen und die

Diese Antwort wurde bewertet:

Wir möchten ein Haus mit Grundstück kaufen und die Besitzerin hat folgendes Problem:
Das Haus gehörte ihr und ihrem Mann gemeinsam - eingetragen beide im Grundbuch. Haus und Grundstück sind mit einer Hypothek in Höhe von ca. 40.000,00 EUR beliehen. Heirat war im Januar 2017 nach langjähriger Lebenspartnerschaft.
Beide haben aus vorigen Ehen jeweils 2 Kinder. Der Mann starb im November 2018. Dessen Kinder haben Ansprüche aus der Erbmasse gestellt (Erbe wurde angetreten), beteiligen sich aber weder an der Abzahlung der Hypothek, noch an den Beerdigungs- und Friedhofskosten, noch an weiteren Krediten ihres
Vaters, die noch abbezahlt werden müssen. Weiterer Nachlass ist nicht vorhanden.
Die Witwe möchte das Haus verkaufen, damit sie die Töchter ihres verstorbenen Mannes mit dem Pflichtteil auszahlen kann. Das wird durch die Töchter verweigert.
Zwischenzeitlich haben sich die 2 Töchter des Vaters einen Rechtsbeistand genommen, der der Auffassung ist, dass die Witwe als Nutznießers des Hauses, einen Mieter aufnehmen müsste, um die Hypothek zu tilgen und das Auto (15 Jahre alt) zu verkaufen. Außerdem sei das Haus mehr wert, als durch den Gutachter der Gläubigerbank festgestellt.
Wie ist die Rechtslage? Können wir trotzdem das Haus kaufen, bzw. kann die Witwe ohne Zustimmung der Töchter ihres verstorbenen Mannes das Haus und Grundstück verkaufen.
Nachtrag: die Witwe geht im September 2018 in Rente und kann sich das Haus dann nicht mehr leisten, wahrscheinlich erhält sie auch keine Witwenrente da die Ehe noch nicht 1 Jahr bestand.

Sehr geehrter Fragesteller,

bitte erläutern Sie näher, wer genau Erbe des Mannes geworden ist. Es ist"verwirrend", da Sie einerseits von Erben und andererseits von Pflichtteilen schreiben. Besteht zugunsten der Frau ein Wohn- oder Nießbrauchsrecht ? Falls ja, wie ist dies inhaltlich ausgestaltet ?

Mit freundlichen Grüßen

RA Grass

Kunde: hat geantwortet vor 4 Monaten.
Es gibt kein Testament, die beiden Töchter haben sich vorsorglich beim Amtsgericht als Erben eintragen lassen. Es steht Ihnen nach Aussage der Witwe nur ein Pflichtteil zu. Sie wollen aber trotz der Hypothek "erben" sie vermuten nicht vorhandene Sparbücher oder heimliche Konten, sind aber selbst mittellos.

Sehr geehrter Fragesteller,

danke für die Nutzung von Justanswer und den Nachtrag.

Wenn der Mann ohne Testament verstarb, dann wird er gesetzlich beerbt zu 1/2 von der Frau und zu 1/2 von seinen Kindern. Dies bedeutet, dass die Hälfte der Immobilie, die im Eigentum des Mannes stand, zu 1/2 an die Frau geht (die also ein Viertel der Immobilie zu ihrem Anteil hinzubekommt) und das restliche Viertel geht an die beiden Töchter.

Da aufgrund der gesetzlichen Erbfolge die Töchter ERBEN geworden sind, scheiden Pflichtteilsansprüche aus, die gibt es NICHT.

Aufgrund des geschilderten Erbes haben sich die Kinder zu 1/4 natürlich auch an den Schulden, in dem Fall an der Hypothek, an den Grundsteuern, der Gebäudeversicherung usw. zu beteiligen. ABER: den Töchtern steht im Grunde auch 1/4 der Nutzung der Immobilie zu, die wohl allein von der Frau bewohnt wird. Streng genommen muss daher die Frau 1/4 der ortsüblichen Miete an die Töchter als Nutzungsersatz zahlen.

Problematisch ist, dass aufgrund des für die Töchter bestehenden Miteigentums ein Verkauf OHNE die Töchter nicht möglich ist. Die Frau sollte also versuchen, sich mit den Töchtern über einen Verkauf zu einigen. Ansonsten bliebe jedem Eigentümer nur noch die Möglichkeit, einer sog. Teilungsversteigerung, um die Immobilie "los zu werden".

Ich hoffe, Ihnen einen rechtlichen Überblick gegeben zu haben und darf um Bewertung der Antwort bitten. Falls Sie Rückfragen haben,stellen Sie diese bitte, die ich gern beantworte.

Mit freundlichen Grüßen

RA Grass

Kunde: hat geantwortet vor 4 Monaten.
wenn es zu keiner Einigung kommt, ist unwahrscheinlich, was bedeutet eine Teilungsversteigerung?

Sehr geehrter Fragesteller,

eine Teilungsversteigerung ist im Grunde eine Zwangsversteigerung, die beim Amtsgericht beantragt und dort durchgeführt werden muss. Teilungsversteigerung deswegen, weil die klassische Zwangsversteigerung wegen nicht bezahlter Hypotheken oder Grundschulden erfolgt, während die Teilungsversteigerung auf die Teilung bzw. Auseinandersetzung einer solchen Erben- und Immobiliengemeinschaft gerichtet ist.

Die Immobilie wird also an den Höchstbietenden versteigert und der Erlös unter den Eigentümern gemäß den Anteilen verteilt.

Mit freundlichen Grüßen

RA Grass

Kunde: hat geantwortet vor 4 Monaten.
Danke, ***** ***** umfassend und erklärend geantwortet. BG

Sehr geehrter Fragesteller,

es freut mich, wenn Ihnen die Situation nun klarer ist.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Durchsetzung Ihrer Pläne und alles Gute.

Bitte sind Sie abschließend noch so freundlich und nehmen eine Bewertung vor. Lieben Dank hierfür.

Mit freundlichen Grüßen

RA Grass

S. Grass und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.