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Ralf Hauser
Ralf Hauser,
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 248
Erfahrung:  Inhaber at Hauser Rechtsanwaelte
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Ralf Hauser ist jetzt online.

ich möchte Sie darum bitten sich den folgenden Text

Diese Antwort wurde bewertet:

ich möchte Sie darum bitten sich den folgenden Text durchzulesen. Es geht hier um Wahrheit oder Lüge oder zumindest um Dinge, von denen Sie meinen, da müsste man mal nachhaken. Stellen Sie sich vor jemand erzählt Ihnen die folgende GeschichteWas fällt Ihnen auf? Was erscheint Ihnen merkwürdig an der Geschichte? Bitte benutzen Sie ganz einfach Ihren gesunden Menschenverstand. Bitte lesen Sie sich erst danach meine Fragen durch. (Ich wende mich an Sie, weil Anwälte gerade der Wahrheitsfindung dienen). Machen Sie sich keine Gedanken darüber worauf ich hinaus will. Bitte benutzen Sie einfach Ihren gesunden Menschenverstand. Schreiben Sie mir Ihre Gedanken auf, da wo man nachhaken sollte. Ich danke Ihnen.

Für meine Fragen: Es geht nicht darum, dass Sie sie für mich beantworten. Letztlich kann man das nicht. Es geht mir darum zu sehen, ob Sie sich dieselben Fragen stellen würden. Aber wie gesagt. Überlegen Sie bitte erst für sich selbst, bevor sie meine Fragen lesen.

Kurze Einführung: Es handelt sich um eine Person, die sich (angeblich) in einer Psychiatrie versuchte das Leben zu nehmen und später, kurz nach dem Versuch im Krankenhaus verstarb. Zuvor versuchte sich diese Person "XY" zu Hause das Leben zu nehmen mit Tabletten. Sie wurde gefunden und im Krankenhaus und auf die Toxikologie gebracht. Wenige Stunden später konnte Sie auf die geschlossene Abteilung der Psychiatrie. Das ganze spielte sich 2011 ab.

Hier also der Textauszug:

"Am Freitag Morgen um 7 klingelte das Telefon, es war „XY“. Sie hatte ihr Handy nicht, aber irgendwie hatte sie meine Nummer herausfinden können. Holt mich hier raus, ich muss jetzt ganz schnell hier raus, das war die Essenz ihrer Worte. Es war nicht gut. Aber sie erinnerte sich an unser Gespräch vom Vortag, immerhin. Ich sagte erneut, dass wir um 11 da wären. Und bring Zigaretten mit, darum bat sie mich noch.

Ich war einige Minuten zu spät. A und B waren schon auf dem Parkplatz, und wir gingen hinein und suchten die Station. Wohl ca um 11:15 waren wir dort. Am Ende eines langen Ganges gibt es eine Doppeltür, Schleusensystem, welche in die geschlossene Station führt. Wir klingelten, und wurden dann auch hineingelassen. Wen wir suchen würden, XY, die XY ja, die ist gerade beim Rauchen, nein, ich glaube sie ist auf der Toilette, ok. Wir standen im Gang. Und ich sah die Tür der Toilette. Und irgendwie wusste es ein Teil von mir da vermutlich schon. Die Tür ging nicht auf. Niemand kam heraus. Ich habe keine Möglichkeit mehr, zu sagen, wie lange es war. Es könnten zwei Minuten gewesen sein, oder fünf, oder gar zehn. Vermutlich irgendwas zwischen zwei und fünf. Bis der Alarm ertönte, und der erste Pfleger zur Tür stürmte. Es gab einen Spiegel an der Decke, über den sie hineinsehen konnten. Das muss aber natürlich erstmal einer tun. Von überall sind sie herbeigestürmt, innert Sekunden waren sie alle da, die zweite Person ging hinein, eine Frau, doch sie schrie nur und kam sogleich wieder raus, sagte „Hilfe“, und andere halfen.

A und B standen mir gegenüber, sie sahen die Tür nicht. Sie hatten die Brücke nicht geschlagen. Sie waren besonnen und meinten - lass uns besser rausgehen, die haben hier wohl grad andere Probleme. Ich folgte ihnen lautlos. Ich glaube, jemand hat uns fast gleichzeitig dann auch hinausgebeten. Aber ich wusste, das war XY.

Sie hatte ihren Gürtel, den Gürtel ihrer Hose, und sie erhängte sich damit in der Toilette, wo es tatsächlich Rohre gab, es war ein schrecklich altes Gebäude, die dies problemlos ermöglichten."

Hier nun meine Fragen:

Selbstgefährdete bekommen auf der geschlossenen Abteilung alles weggenommen, womit sie sich selbst verletzen könnten. Schnürsenkel, Aufladekabel vom Handy und Gürtel. Finden Sie es wahrscheinlich, dass man einer Person, die sich nur wenige Stunden vorher versucht hat das Leben zu nehmen, gerade den Gürtel überlässt? Mal davon abgesehen, ob die Geschichte wahr ist oder nicht, wäre das nicht eine grobe Pflichtverletzung des Personals?

Der Erzähler sagt, er hat mit dem Blick zur Toilettentür gestanden. Wieso hat er den angeblichen Spiegel nicht gesehen?

Woher wusste der Erzähler, dass es "XY" war?

Der Erzähler sagt, der Alarm ertönte und dann erst stürmte der erste Pfleger zur Tür. Wer oder was soll dann den Alarm den ausgelöst haben, wenn nicht der Pfleger selbst? Wenn er erst zur Tür stürmen musste, so konnte er doch vorher nicht in den angeblichen Spiegel über der Toilette geschaut haben.

Wie finde ich etwas über die Innenaustattung dieser bestimmten Psychiatrie heraus, bzw. wie diese im Jahr 2011? Besonders, ob es tatsächliche Rohre gibt, Toiletten mit Spiegeln an der Decke etc. Bekommt man da Auskunft? Und wenn nicht, wen kann ich beauftragen, diese Dinge für mich in Erfahrung zu bringen? Haben Sie eine Idee? (Ich selbst weiß den Namen der Psychiatrie, möchte aber nicht selbst dort anrufen/ Die Person XY gab es wirklich und sie ist auf wirklich tot).

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Sehr seltsam an der Erzählung ist -wie Sie selbst bemerkt haben-, dass jemandem, der selbstgefährdet ist, ein Gürtel überlassen wird. Das kann man normalerweise ausschließen oder es liegt ein großes Versäumnis der Psychatrie vor.

Nicht ungewöhnlich finde ich die Erzählung mit dem zur Türe schauen und eine Vorahnung zu haben, insbesondere wenn xy hilfesuchend bat, schnell herausgeholt zu werden.

Auch der Alarm könnte erklärbar sein. Eventuell befand sich schon, bevor die Pfleger zur Tür gestürmt sind, Personal in der Toilette, die xy gefunden haben. Die Türe ist ja nicht unbedingt durchgängig beobachtet worden. Auch halte ich es für möglich, dass in einen älteren Gebäude freiliegende Rohre vorhanden sind. Seltsam finde ich, dass jemand der akut suizid gefährdet ist, ohne Begleitung zur Toilette geht, wobei sogar offensichtlich durch die Spiegel an der Decke eine Überwachung vorgesehen ist. Vieles deutet auf Versäumnisse der Psychatrie hin.

Sie könnten beim Bauamt um Einsicht in die Bauakte bitten. Dann finden Sie einiges über das Gebäude raus.

Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung und freue mich über über eine positive Bewertung durch Anklicken von 3-5 Sternen, weil nur in diesem Fall bekomme ich von dem Portalbetreiber meine Vergütung.

Beste Grüße

Ralf Hauser, LL.M.

Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 4 Monaten.
Sehr geehrter Herr Hauser,
vielen Dank für die prompte Antwort. Ich werde Sie mit 5 Sternen bewerten. Ich habe nur noch eine Rückfrage. Dann ist das Gespräch beendet: Der Erzähler hatte mir einen Abschiedsbrief der Verstorbenen per mail geschickt als eine weitergeleitete Nachricht ihrer original email adresse. Ich bin etwas stutzig geworden, weil die email adresse zwar aus dem Namen der Verstorbenen besteht aber noch mit den Zusätzen "123". Sie war eine sehr individuelle und kreative Person. So habe ich selbst die email adresse bei google eingegeben und natürlich wusste ich das Passwort nicht. Ich habe einfach auf "weiter" geklickt. Google zeigt dann die ersten Ziffern einer hinterlegten Mobilnummer an, der Rest ist verschlüsselt. Es waren die ersten Ziffern des Erzählers der Geschichte. Dann habe ich wiederum auf "weiter" geklickt. Google zeigt dann die ersten Buchstaben der hinterlegten email adresse an. Es waren die ersten buchtsaben der Email adresse des Erzählers. Google verlangt zum Abgleich natürlich die entsprechende email einzugeben, um sie mit der angezeigten verschlüsselten Adresse abzugleichen für eine Zusendung des neuen Passwortes. Ich habe aus Test meine Email Adresse eingegeben. Wie erwartet bekam ich die Meldung, dass die eingegebene email adresse nicht die richtige sei. Dann habe ich die Adresse des Erzählers eingegeben und google hat diese Adresse bestätigt und ein neues Passwort dorthin geschickt. Feststellung war damit: bei der angeblichen Emailadresse der Verstorbenen waren die Daten (Handynummer und email adresse) des Erzählers hinterlegt. Ich vermute, dass der Abschiedsbrief nicht echt sein könnte. Zudem, er ist Schweizer und sie war Deutsche). Schweizer benutzen kein "ß" in ihrer Sprache. In dem Abschiedsbrief sind aber zwei Wörter (Maß, wie Mass geschrieben und "weiß" von wissen wie "weiss") mit "ss" geschrieben. Ich habe den Erzähler mit den genannten Dingen konfrontiert. Er sagte, die gesamte Familie, Eltern sowie die vier Geschwister hätten ihm das Löschen der Accounts der Verstorbenen überlassen, weil er damals der Partner war.
Ich finde es seltsam, dass gerade bei einem Suizid die Eltern bzw. Verwandten nicht zumindest selbst hätten Einblick in die Emails haben wollen oder sich selbst gekümmert hätten. Er sagte weiter, er habe diese angebliche email adresse bzw. den account von der Verstorbeneb einfach behalten. Darf er das, wenn es denn wirklich ihr Account gewesen ist?/
Ist es wirklich so einfach einem Nicht-Verwandten die Löschung zu übertragen?
Zudem sagte er, er kannte das Passwort zur ihrem Account. Warum dann aber die eigenen Daten hinterlegen?
Ich würde gerne ihre Gedanken dazu erfahren. Damit hätte ich zumindest auch mal eine andere Meinung gehört. Haben Sie Dank.

Sehr geehrter Ratsuchender,

ich kann auch nicht verstehen, dass die Familie nicht persönlich Einblick in den E-Mail Account der Verstorbenen genommen hat. Ich kenne allerdings aus meiner Praxis auch Fälle, in denen die Familie des Verstorbenen den Lebenspartner mit der Schließung von E-Mail accounts und social media accounts beauftragt hat. Äußerst ungewöhnlich finde ich, dass der ehemalige Lebensgefährte den Account weiter nutzt und offensichtlich ohne deutlichen Hinweis darauf, dass hinter dem account nicht mehr die Verstorbene steht. Hier könnte auch ein Datenmißbrauch vorliegen.

Wenn Sie Zweifel an der Echtheit des Abschiedsbriefes hegen, was verständlich ist, dann sollten Sie überlegen, eine Strafanzeige zu erstatten.

Beste Grüße

Ralf Hauser, LL.M.

Rechtsanwalt

Ralf Hauser,
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 248
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