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ra-huettemann
ra-huettemann, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 25865
Erfahrung:  Staatsexamen Zulassung als Rechtsanwalt
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ra-huettemann ist jetzt online.

Hallo Experteam, falls ein Erbe überschuldet sein sollte,

Diese Antwort wurde bewertet:

Hallo Experteam,
falls ein Erbe überschuldet sein sollte, gilt für die Ablehnung des Erbes ggfs. eine Frist von 6 Wochen.
Frage: gilt diese Frist auch für alle Gläubiger?
Oder können auch danach rechtskräftige Forderungen Dritter eingehen und das Erbe belasten? Wie kann man das prüfen und sich ggfs. dagegen wehren?

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, zu der ich gern wie folgt Stellung nehme.

Die sechswöchige Ausschlagungsfrist gemäß § 1944 BGB gilt ausschließlich für den/die Erben, und nicht (auch) für die Gläubiger des Erblassers:

https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1944.html

Das bedeutet: Sollte keine Ausschlagung des Erbes erfolgen, so tritt der Erbe kraft des Grundsatzes der Universalsukzession vollumfänglich in die Rechtsstellung des Erblassers ein (§ 1922 BGB). Damit haftet der Erbe zugleich gemäß § 1967 BGB auch für die Verbindlichkeiten und Schulden des Erblassers.

Sollte der Erblasser noch zu Lebzeiten Verträge geschlossen haben, die erst später Forderungen eines Gläubigers begründen, so würde der Erbe auch für diese Verbindlichkeiten nach § 1967 BGB haften.

Dies lässt sich nur überprüfen, indem mit den Gläubigern Verbindung aufgenommen wird - eine andere Möglichkeit besteht nicht!

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Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 6 Monaten.
Hallo Herr Hüüttemann,
Wie kann ich in weniger als 6 Wochen feststellen, ob überhaupt irgendwelche Forderungen an den Erblasser bestehen und ob diese berechtigt sind? Da muss es fairerweise eine Möglichkeit geben, zum Zeitpunkt x (also logischerweise bis zu den 6 Wochen) diese Forderungen zu kennen, alles andere wäre "fauler Zauber" und vorab ggfs. inszenierte Intrige in verbrecherischer Absicht zum gezielten Reinlegen von Erben (durch wen auch immer) oder sehen Sie das anders? Ich kenne das als "Firmenwahrheit/Firmenklarheit",
also: Karten auf den Tisch und nach Redaktionsschluss darf nichts mehr hinten rum neu kommen!
Wie kann man sowas absichern und ggfs. unberechtigte Schweinereinen abwehren?
MfG
W.v.d.Ehe

Solche Möglichkeiten bestehen - wie bereits ausgeführt - nicht: Das Nachlassgericht hat nicht die Aufgabe, etwaige Forderungen des Erblassers zu sichten und dieses den in Betracht kommenden Erben mitzuteilen.

Sie haben daher nur die Möglichkeit, in Eigeninitiative die in Frage kommenden Gläubiger anzuschreiben, um sich einen Überblick über den Nachlass zu verschaffen.

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Kristian Hüttemann
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Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt

Alternativ besteht folgende Möglichkeit: Sollten Sie nach Annahme der Erbschaft von der Überschuldung Kenntnis erlangen, so können Sie gemäß § 1975 BGB die Nachlassverwaltung beantragen:

https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1975.html

https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1980.html

Die Haftung beschränkt sich dann auf den Nachlasswert - Sie haften dann also nicht persönlich nach § 1967 BGB.

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Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt

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Kunde: hat geantwortet vor 6 Monaten.
Hallo Herr Hüttemann,
mit den bisherigen Antworten kann ich nicht zufrieden sein.Auf den Punkt gebracht hieße Ihre Aussage, man erbt einen "zugebundenen Sack", was ich so nicht akzeptieren werde.Ich erwarte mit der Testamentseröffnung eine klare Forderungsliste von ggfs. aktuell existierenden Gläubigern oder Hinweise in der Buchführung des Erblassers oder bei den dann mit Testamentseröffnung abzucheckenden Konten der Banken und Sparkassen. Was dann nicht auf dem Tisch liegt und später reinflattert, wird von mir nicht akzeptiert und landet dann halt als unberechtigt vor Gericht, wo ich dann schlagkräftige Anwälte benötige, die "auf Zack" sind und ihren Job machen, d. h. faulen zauber abzuwehren.Wer hat systematisch Kenntnis von Forderungen von Gläubigern?
Irgendwie drehe ich mich im Kreis... habe ich klar genug formuliert, was ich will?
Ist da irgend etwas vermeintlich unberechtigt? Können Schweinereine rechtkräftig werden?
Das mit der Nachlassverwaltung habe ich nachgelesen, es wird oft vom NLG abgelehnt, wenn Minus bekannt ist, das wüsste ich also vor Ablauf der 6 Wochen... und könnte das Erbe ablehnen.
Habe Sie noch Ideen, wie ich den "zugebundenen Sack" eines zweifelhaften erbes vermeiden kann?
MfG
W.v.d.Ehe