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RHGAnwalt, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 806
Erfahrung:  Dipl. Forstwirt (univ.) Mediator Fachanwalt für Familienrecht Systemischer Berater
98035192
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Meine Gesellschaft (UG) hat Insolvenz angemeldet. Ich als

Kundenfrage

Meine Gesellschaft (UG) hat Insolvenz angemeldet. Ich als Geschäftsführer wurde wegen Insolvenzverschleppung verurteilt. Muss ich jetzt alles privat bezahlen ? im vollen Umfang?was muss der Gläubiger im einzelnen Unternehmen um mich privat Haftbar zu machen ?
Gepostet: vor 2 Monaten.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  RHGAnwalt hat geantwortet vor 2 Monaten.

Sehr geehrter Fragesteller,

Gerne beantworte ich Ihre Anfrage:

Wenn Sie wegen Insolvenzverschleppung verurteilt sind, können die Gläubiger sich auf die Durchgriffshaftung berufen, soweit die Forderung damit in Zusammenhang stehen kann.

Dafür müssten die <einzelnen Gläubiger direkt auf Sie zukommen und Sie privat in Haftung nehmen.

Ich hoffe, dass ich Ihnen hiermit weiter helfen konnte und freue mich auf Ihre wohlwollende Bewertung

Herzlichst Ihr

Roland Hoheisel-Gruler

Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 2 Monaten.
Hallo und Danke für Ihre Antwort.
Ein Teil meiner Frage war, was der Gläubiger im einzelnen unternehmen muss. Wo was beatragen, erstreiten, ect. Begründung: Ich strebe einen vergelich an und möchte ermitteln wo ich die Messlatte ansetzen muss. Deshalb ist es für mich wichtig zu wissen was der Gläubiger im einzelnen (welche schritte, laufzeit) unternehmen muss um seine Rechte durchzusetzen. Genau so auch was ist mit denen bei denen die Verbindlichkeit entstanden ist, die bevor ich mich der Insolvenzverschleppung schuldig gemacht habe. Für die Antworten vom Rest der Frage bedanke ***** *****
Experte:  RHGAnwalt hat geantwortet vor 2 Monaten.

Der Gläubiger müsste ein Verfahren gegen Sie bei dem zuständigen Gericht als ordentliches Klageverfahren einleiten, und zwar jeder einzelne. (Amts- oder Landgericht, je nach Forderungshöhe) - nachdem er Sie außergerichtlich erfolglos aufgefordert hatte.

Die Klage wird dahingehend sein: Begründung - der GF hat für die Gesellschaft in Kenntnis der drohenden Zahlungsunfähigkeit begründet. Diese Forderungen konnten wegen der eingetretenen Insolvenz nicht mehr realisiert werden. Es besteht daher eine Durchgriffshaftung auf den Geschäftsführer. Diese wird mit vorliegender Klage verfolgt.

Damit würde der Gläubiger einen Vollstreckungstitel gegen Sie persönlich erwirken können.

Für die Verbindlichkeiten, die vor Insolvenzverschleppung entstanden sind, greift der Durchgriff dann nicht mehr.

Geschäftsführer haften der Gesellschaft gegenüber auch mitihrem Privatvermögen, wenn sie ihre Arbeit nicht mit der "Sorgfalt einesordentlichen Geschäftsmannes" erledigen.

Nach der Rechtsprechung ist Voraussetzung derHaftungsprivilegierung im Rahmen des unternehmerischen Ermessens, dass dasunternehmerische Handeln des Geschäftsführers auf einer sorgfältigen Ermittlungder Entscheidungsgrundlagen beruht. Danach hat der Geschäftsführer in derkonkreten Entscheidungssituation alle verfügbaren Informationsquellentatsächlicher und rechtlicher Art auszuschöpfen und auf dieser Grundlage dieVor- und Nachteile der bestehenden Handlungsoptionen sorgfältig abzuschätzen undden erkennbaren Risiken Rechnung zu tragen. Nur wenn diese Anforderungenerfüllt sind, ist Raum für die Zubilligung unternehmerischen Ermessens (BGH14.07.2008 - II ZR 202/07).

Ausdrücklich geregelt ist daneben eine Haftung des Geschäftsführersfür Zahlungen nach Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung.

Wenn der Geschäftsführer erkennt, dass das Unternehmen zueinem bestimmten Stichtag nicht in der Lage ist, die fälligen undeingeforderten Verbindlichkeiten vollständig zu bedienen, hat er dieZahlungsfähigkeit anhand einer Liquiditätsbilanz zu überprüfen. Fehlen ihm dazudie Kenntnisse, so ist er verpflichtet, sich von einer fachlich qualifiziertenPerson beraten zu lassen (BGH 27.03.2012 - II ZR 171/10).

Experte:  RHGAnwalt hat geantwortet vor 2 Monaten.

Die Messlatte für einen Vergleich würde ich angesichts der oben skizzierten Rechtslage bei einem Drittel der tatsächlichen Forderungshöhe ansetzen. Die Gründe würde ich im Hinblick auf Ihre ansonsten prekäre Situation stützen, dass nämlich bei Ihnen kein oder ein allenfalls geringes pfändbares Einkommen vorhanden ist, Vermögen keines.

Experte:  RHGAnwalt hat geantwortet vor 2 Monaten.

Bitte geben Sie noch Ihre Antwort ab. Dankeschön