So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten. Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an RASchiessl.
RASchiessl
RASchiessl, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 28273
Erfahrung:  Vertragsanwalt des Bayerischen Wohnungs- und Grundeigentümerverbandes Regensburg
32916861
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Recht & Justiz hier ein
RASchiessl ist jetzt online.

Guten Tag, wir sind eine Erbengemeinschaft - meine

Diese Antwort wurde bewertet:

Guten Tag,
wir sind eine Erbengemeinschaft - meine pflegebedürftige Mutter und 3 Kinder und wir haben eine Frage zum Verkauf unseres elterlichen Hauses. Es handelt sich um 2 Haushälften, wovon die eine Hälfte seit 20 Jahren an einen alleinstehenden Herrn vermutet ist. Unsere Mutter hatte im Mai 2017 einen schweren Schlaganfall und ist nach umfassenden Rehamaßnahmen im Pflegeheim. Eine Rückkehr in das Haus ist ausgeschlossen. Unser Vater ist im Juni 2017 verstorben. Zu erwähnen ist, dass wir für unsere Mutter für die Betreuung (Gesundheitsfürsorge, vermögensrechtliche Angelegenheiten und die Unterbringung) übernommen haben. Wir möchten das Haus verkaufen und haben, nachdem die Grundbuchsänderung abgeschlossen war, dem Mieter im November mit Kündigungstermin 31.3.2018 gekündigt.
Begründung:
- Verkauf des Hauses
- unpünktliche, nicht termingerechte Mietzahlungen
- unerlaubte Untervermietung 2016: der Mieter war für 3Monate in der Türkei und ohne Einverständnis unserer Eltern an eine Freundin zu einem höheren Mitzins untervermietet
Der Mieter hat Widerspruch eingelegt und beruft sich auf die gesetzliche Kündigungsfrist von 1Jahr.
Frage: haben wir rechtliche Möglichkeiten, den Mieter vor November aus der Wohnung rauszubekommen?
Mit freundlichen Grüßen
Claudia Urbiks

Sehr geehrte Ratsuchende,

haben Sie vielen Dank für Ihre Anfrage.

Wenn sich der Mieter weigert aus der Wohnung auszuziehen, dann haben Sie grundsätzlich zwei Möglichkeiten:

Entweder Sie verklagen den Mieter vor dem Amtsgericht auf Räumung und führen dann die Räumung mit Hilfe des Gerichtsvollzieher durch oder aber Sie schließen mit dem Mieter einen Mietaufhebungsvertrag.

Der Nachteil der Räumungsklage ist vor allem die Verfahrensdauer. Das bedeutet, Sie müssen für den Abschluss der esten Instanz mit einer Dauer des Klageverfahrens von 3-6 Monaten rechnen. Selbst wenn ein Urteil ergeht, so hat der Mieter dann immer noch die Möglichkeit in Berufung zu gehen mit der Folge, dass sich die Räumung um weitere 4-6 Monate verschieben kann.

Der Nachteil der Aufhebungsvereinbarung ist, dass Sie dem Mieter eine gewisse Gegenleistung bieten müssen: Übernahme der Umzugskosten, Verzicht auf Renovierungsmaßnahmen durch den Mieter und so weiter. Der Vorteil ist, dass Sie den Vermieter schneller und unter Umständen auch mit weniger Aufwand aus dem Haus bekommen.

Über eine positive Bewertung meiner Anfrage würde ich mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl

Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 4 Monaten.
Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort. Die Variante der Aufhebungsvereinbarung scheint zielführend.
Fragen:
- Heißt das, dass wir als Erbengemeinschaft den Mietvertrag aufheben?
- Muss das begründet werden?
- Was passiert, wenn der Mieter das ablehnt?
- Stimmt es, dass die gesetzliche Kündigungsfrist ein Jahr beträgt und haben wir dann damit die Sicherheit, dass er zu diesem Termin (schriftliche Kündigung war im November 2017 erfolgt) November 2018 die Eohnung räumen muss?
Vielen Dank.

Sehr geehrte Ratsuchende,

in der Tat Sie und Ihre Miterben auf der einen Seite und der Mieter auf der anderen Seite müssen den Aufhebungsvertrag unterzeichnen. Ein Aufhebungsvertrag muss nicht begründet werden.

Wenn der Mieter dies ablehnt, dann beleibt Ihnen nur die Möglichkeit der Kündigung+Räumungsklage.

Die Kündigungsfrist beträgt nach § 573 c BGB maximal 9 Monate. Eine Ausnahme besteht dann, wenn im Mietvertrag eine längere Kündigunsfrist vereinbart wurde.

Sicherheit haben Sie allerdings nicht. Der Mieter kann sich hier vertragswidrig verhalten und nicht räumen. In diesem Falle müssen Sie dann auf Räumung klagen.

Über eine positive Bewertung meiner Anfrage würde ich mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl

Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 4 Monaten.
Sehr geehrter Herr Schiessl,
Dankeschön, ich sehe am Wochenende meine Geschwister und werde die Optionen besprechen. Ich würde mich dann ggf. erneut an Sie wenden, falls weitere Fragen auftauchen.
Mit freundlichen Grüßen
Claudia Urbiks

Sehr gerne!

Über eine positive Bewertung meiner Antworten würde ich mich sehr freuen!

RASchiessl und 3 weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.