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ra-huettemann
ra-huettemann, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 24161
Erfahrung:  Staatsexamen Zulassung als Rechtsanwalt
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ra-huettemann ist jetzt online.

Guten Abend. habe ich von einem Anwalt ein Schreiben

Diese Antwort wurde bewertet:

Guten Abend. Im Dezember habe ich von einem Anwalt ein Schreiben bekommen. Es war eine Abmahnung wegen Stalking mit Kontaktverbot. Ich musste eine Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung unterschreiben. Ich hatte über ein Jahr lang Musikunterricht und weil ich meinen Musiklehrer von Anfang an mochte, habe ich ihm WhatsApp Nachrichten geschrieben, E-Mails, Briefe. Ich bin seit 4 Jahren wieder Single und habe mich oft sehr allein und einsam gefühlt, hatte mich wohl etwas verliebt. Mir war nicht bewusst, dass man dieses Verhalten "Stalking" nennt, das war auch nie meine Absicht. Ihm wurde das irgendwann zu viel und hat dann meinen Kontakt bei WhatsApp blockiert. Er sagte mir schon vor einiger Zeit, dass er keinen privaten Kontakt zu Schülern hat. In einer E-Mail hat er mir dann geschrieben, dass der Kontakt so nicht tragbar ist und hat mir den Unterricht gekündigt. Er hätte mich als sehr freundlichen Menschen kennengelernt, würde mich respektieren aber mit meinen Gefühlen könne und wolle er nicht umgehen. Ich wollte das nicht wahrhaben und hab weiter geschrieben. Dann kam vor Weihnachten dieser Brief vom Anwalt. Ich war natürlich sehr schockiert und traurig. Ich war dann zum Arzt, weil es mir sehr schlecht ging. Nehme schon seit längerer Zeit Antidepressiva. Die nehme ich jetzt in einer höheren Dosis, mache eine Psychotherapie, gehe einmal die Woche zur Musikprobe im Verein und mache zweimal die Woche Yoga. Mir geht es wieder gut, obwohl ich mir immer noch schwere Vorwürfe mache. Dass mein Verhalten nicht in Ordnung war, weiß ich, es ging mir zu der Zeit, als ich ihm so viel geschrieben habe, nicht so gut, es war wohl auch eine Depression. Ich will mein Verhalten jedoch nicht schönreden, es war nicht angemessen und mir tut das wahnsinnig leid. Mein Lehrer wollte mir seine Grenzen aufzeigen und sah wohl nur noch die Möglichkeit, einen Anwalt einzuschalten. Ich mache ihm auch keine Vorwürfe. Jetzt meine Frage: Ich habe mich zu einem Musik-Workshop im April angemeldet und auch eine Anmeldebestätigung bekommen. Von einem Bekannten habe ich jetzt erfahren, dass dieser Lehrer vielleicht auch dabei ist, als Dozent. Was soll ich tun? Zeigt er mich an, wenn ich teilnehme? Bei meiner Anmeldung wusste ich nicht, dass er vielleicht dort sein könnte. Was passiert, wenn ich ihm trotz Kontaktverbot eine Mail schreibe und ihm sachlich erkläre, warum ich an diesem Workshop teilnehme? Habe Angst, etwas falsch zu machen. Seit dem Brief vom Anwalt habe ich mich strikt an das Kontaktverbot gehalten, nehme das sehr ernst. Bitte geben Sie mir einen Rat.

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

um Missverständnisse auszuschließen, muss ich zunächst nachfragen: Was ist denn konkreter Inhalt des Kontaktverbots - ist es Ihnen untersagt, in jeglicher Form (Mail, SMS, telefonisch und persönlich) mit dem Lehrer Kontakt aufzunehmen? Ist das Verbot zeitlich befristet? Ist das Kontaktverbot von dem Anwalt ausgesprochen worden, oder handelt es sich um ein gerichtliches Kontaktverbot?

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Ich habe mir das Schreiben rausgesucht. Die Überschrift lautet: Strafbewehrte Unterlassungserklärung und Abmahnung.
............ unwiderruflich:
1. sich dem Unterlassungsgläubiger weniger als 100 Metern zu nähern
2. sich bei einem zufälligen Zusammentreffen mit dem Unterlassungsgläubiger unverzüglich bis auf einen Abstand von mindestens 100 Metern zu entfernen
3. mit dem Unterlassungsgläubiger keinen Kontakt aufzunehmen, auch nicht unter Verwendung von Fernkommunikationsmitteln (insbesondere aber nicht abschließend per Telefon, Telefax, Brief, Email, SMS, WhatsApp- oder sonstige Messengernachrichten).
Ferner verpflichtet sich die Unterlassungsschuldnerin
für jeden Fall der Zuwiderhandlung an den Unterlassungsgläubiger eine Vertragsstrafe in Höhe von 5.000,00 € zu zahlen.
Außerdem steht in dem Brief: Sollten Sie erneut widerrechtlich mit meinem Mandanten in irgendeiner Art und Weise Kontakt aufnehmen, so sollte Ihnen bereits jetzt bewusst sein, dass dies unweigerlich zu einem gerichtlichen Vorgehen in Form einer gerichtlichen einstweiligen Verfügung führen wird. Darüber hinaus weise ich Sie darauf hin, dass Ihr Verhalten zudem den Straftatbestand des § 238 StGB erfüllt und zudem einen Verstoß gegen § 1 GewSchG (Gewaltschutzgesetz) darstellt und jegliche weitere Zuwiderhandlung Ihrerseits unweigerlich zur diesseitigen Stellung eines Strafantrages bei der für Sie zuständigen Staatsanwaltschaft bedeutet.

Vielen Dank für Ihre Rückmeldung!

Unter diesen Umständen ist Ihnen anwaltlich zu größter Zurückhaltung und Vorsicht anzuraten, denn es handelt sich vorliegend um eine umfassend ausgestaltetes Kontaktverbot, wobei Sie im Falle eines Verstoßes zudem ein Vertragsstrafe zu zahlen haben werden.

Von einer Teilnahme an dem Workshop rate ich Ihnen unter diesen Umständen strikt ab, wenn der Lehrer teilnimmt, und Sie sollten noch weniger im Vorfeld den Kontakt mittels E-Mail mit ihm suchen, denn damit würden Sie gegen das Kontaktverbot verstoßen: Die Folge wäre nicht nur die Verpflichtung zur Zahlung der Vertragsstrafe, sondern die Gegenseite würde in diesem Fall umgehend gegen Sie eine einstweilige Verfügung bei Gericht erwirken, die mit weiteren sehr hohen Kosten verbunden wäre.

Dass Sie bei der Anmeldung nicht wussten, dass er möglicherweise dabei sein würde, ist rechtlich demgegenüber unerheblich.

Zur Meidung der vorstehend erläuterten und sehr hohen Risiken muss ich Ihnen daher von einer Teilnahme leider abraten.

Ich bedaure außerordentlich, Ihnen keine angenehmere Mitteilung machen zu können, aber ich bin als Rechtsanwalt verpflichtet, Ihnen die Rechtslage wahrheitsgemäß darzustellen.

Klicken Sie für die in Anspruch genommene anwaltliche Beratung bitte abschließend oben auf die Bewertungsterne (=3-5 Sterne), wenn Sie keine Nachfrage haben ("Dem Experten antworten"), denn nur dann wird meine Vergütung für die erbrachte Rechtsberatung an mich ausgezahlt.

Sie können nach Ihrer jetzigen Bewertung jederzeit und beliebig oft nachfragen!

Vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt

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