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Dr. Holger Traub
Dr. Holger Traub, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 7561
Erfahrung:  Vertragsrecht, Erbrecht, Arbeitsrecht, Immobilienrecht, Gesellschaftsrecht und Steuerrecht
88853042
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Dr. Holger Traub ist jetzt online.

Ich habe eine Eigentumswohnung gekauft und von der

Diese Antwort wurde bewertet:

Ich habe eine Eigentumswohnung gekauft und von der Schlussrechnung einen Betrag von 7 T€ eingehalten wegen eines Mangels am Gemeinschaftseigentum. Nämlich einem sich über das gesamte Gebäude hinziehenden Fassadenfehler, den der "Gutachter" des Bauträgers als nur optischen Mangel bezeichnet und der ganzen WEG 7 T€ als Entschädigung anbietet.
Der Mangel wurde bei der Abnahme von fast allen gerügt, ich habe dem Bauträger Frist zur Beseitigung bis 31.3. gesetzt.
Der BT beruft sich nun auf §275 Abs 2 und 635 Abs. 3 BGB, ferner BGH VII ZR 179/11.
Fragen:
Muss auf einer Eigentümerversammlung entschieden werden, ob man das "Angebot" annimmt oder kann ich ja oder nein sagen?
Ein Bauarbeiter hat mir erzählt, der Bauträger habe bei seinem (Sub-)Unternehmer die fassade wegen eben dieses gerügten Mangels selbst nicht abgenommen. Ist meine Folgerung falsch, dass allein schon deshalb keine Unmöglichkeit (praktische oder wirtschaftliche) vorliegen kann?

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für die Nutzung von JustAnswer. Gerne will ich Ihnen Ihre Frage auf Grundlage des geschilderten Sachverhalts beantworten und Ihnen bei Ihrem Anliegen weiterhelfen.

Da es sich um einen Mangel am Gemeinschaftseigentum handelt, muss in einer Eigentümerversammlung entschieden werden, wie mit dem Mangel verfahren wird.

Ein einzelner Eigentümer kann hier keine rechtssichere Entscheidung treffen, da eben jeder Eigentümer die Beseitigung des Mangels verlangen kann.

Somit es es Sache der Hausverwaltung, die Eigentümer in dieser Sache zu einer Entscheidung anzuleiten.

Auch sollten Sie sich nicht vorschnell mit dem Argument der "unverhältnismäßigen" Beseitigung abspeisen lassen. Die Hürden hierfür sind nicht unerheblich.

Faktisch gilt folgender Grundsatz:

Sie haben eine mangelfreie Sache gekauft und daher auch Anspruch auf eine Solche.

Ich hoffe, Ihre Frage hinreichend beantwortet zu haben. Für weitere Fragen stehe ich über den Button "Experten antworten" zur Verfügung.

Über eine positive Bewertung Ihrerseits (anklicken von 3 bis 5 Bewertungssternen) für meine Ausführungen würde ich mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Traub

-Rechtsanwalt-

Kunde: hat geantwortet vor 4 Monaten.
Ich habe per antworten im Emailaccount nch nachgefragt, das scheint aber so nicht zu gehen. Also hier:
Danke ***** ***** (ich bin seit 2 Jahren pensionierte frühere Fachanwältin Familienrecht, von Bauträgersachen habe ich keine Ahnung.
Nachfrage:
Wie beurteilen Sie die Behauptung, die Fassade habe nur einen optischen Mangel? Klar ist es auch optisch unschön, wenn die Fassade nicht glatt ist, sondern horizontale Absätze hat. Aber da wird doch die Witterung dafür sorgen, dass sich dort Schmutz absetzt und dann sind wiederholt neuen Fassadenanstrich nötig, nicht erst in zB 10 Jahren. Das ist doch ein wirtschaftl. Mangel?
Und was sagen Sie dazu (als Argument für mich als Erwerber), dass der Bauträger seinerseits dem Fassadenverputzer dessen Werk nicht abgenommen hat?
Gilt auch im Bauträgervertrag, dass es keinen Zahlungsverzug und damit keine Verzugszinsen gibt, solange das Werk nicht mangelfrei ist? Selbst wenn es sich um Gemeinschaftseigentum handelt und ich als Sondereigentümer Geld zurück halte?Danke für Ihre Sonntagsarbeit!

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

gerne will ich auch noch Ihre Nachfrage beantworten.1.) Wie beurteilen Sie die Behauptung, die Fassade habe nur einen optischen Mangel? Es ist in diesem Zusammenhang irrelevant ob optischer Mangel, technischer Mangel oder optischer Mangel der sich in einen technischen Mangel umschlagen kann.Es gilt der Grundsatz, dass eine mangelfreie Sache geschuldet ist (selbst ohne optische Beeinträchtigung).2.) Und was sagen Sie dazu (als Argument für mich als Erwerber), dass der Bauträger seinerseits dem Fassadenverputzer dessen Werk nicht abgenommen hat?Dies ist für Sie als Erwerber vom Bauträger irrelevant. Mit dieser Aussage "schneidet sich der Bauträger sogar selbst ins eigene Fleisch". Denn er gesteht hierdurch quasi zu, dass er wegen mangelhafter Arbeit das Gewerk nicht ggü. dem Fassadenbauer abgenommen hat, verlangt aber im Gegenzug eine Abnahme durch die WEG (rechtlich widersprüchlich).3.) Gilt auch im Bauträgervertrag, dass es keinen Zahlungsverzug und damit keine Verzugszinsen gibt, solange das Werk nicht mangelfrei ist? Selbst wenn es sich um Gemeinschaftseigentum handelt und ich als Sondereigentümer Geld zurück halte?Ja. Erst mit mangelfreier Lieferung entsteht im Gegenzug die Zahlungsverpflichtung. Ein Auseinanderlaufen hiervon kann dann gegen sein, wenn der Mangel geringer ist und ein höherer Betrag zurückgehalten wird, als der Mangel ausmacht.Mit freundlichen GrüßenDr. Traub-Rechtsanwalt-
Dr. Holger Traub und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.