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Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 898
Erfahrung:  Dipl. Forstwirt (univ.) Mediator Fachanwalt für Familienrecht Systemischer Berater
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Hallo, Es besteht eine "Erbengemeinschaft" mit 5 Miterben.

Diese Antwort wurde bewertet:

Hallo,
Es besteht eine "Erbengemeinschaft" mit 5 Miterben. M1 ist Bevollmächtiger, Die Art seiner Vollmacht ist nicht bekannt. Das Erbe könnte noch bis in ca. 3 Wochen abgelehnt werden. Erbe M2 fordert eine Kopie die Vollmacht per Email. Erbe M1 reagiert nicht. Was kann M2 tun, um sein Recht durchzusetzen?

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihnen in Kürze ihre Anfrage.
Vielen Dank für Ihre Geduld

Herzlichst Ihr

Roland Hoheisel-Gruler

Rechtsanwalt

Sehr geehrter Fragesteller,

in Ihrer Frage geht es primär darum, wie die Verwaltung des Nachlasses zu erfolgen hat:

§ 2038 BGB –Gemeinschaftliche Verwaltung des Nachlasses

(1) 1Die Verwaltungdes Nachlasses steht den Erben gemeinschaftlich zu. 2Jeder Miterbeist den anderen gegenüber verpflichtet, zu Maßregeln mitzuwirken,die zur ordnungsmäßigen Verwaltung erforderlich sind; die zurErhaltung notwendigen Maßregeln kann jeder Miterbe ohne Mitwirkungder anderen treffen.

(2) 1DieVorschriften der §§ 743, 745, 746, 748 finden Anwendung. 2DieTeilung der Früchte erfolgt erst bei der Auseinandersetzung. 3Istdie Auseinandersetzung auf längere Zeit als ein Jahr ausgeschlossen,so kann jeder Miterbe am Schluss jedes Jahres die Teilung desReinertrags verlangen.

Die Vollmacht des einen Miterben kann sich nur auf eine so genannte postmortale Vollmacht beziehen, also eine Generalvollmacht, die über den Tod hinaus wirkt. Dabei hat dieser aber nicht mehr Rechte als die anderen Miterben. Vielmehr könnte sogar, wenn dieser Erbe nicht kooperativ ist, die Vollmacht durch die anderen Miterben widerrufen werden.

Um hier aber zügig zu einem Ergebnis zu kommen, wäre daran zu denken, dass die Miterben Ihre Auskunftsansprüche gegen den Miterben M1 geltend machen.

Da es im Erbrechteinen allgemeinen Auskunftsanspruch nicht gibt, soll es dem Erbenermöglichen, sich über den Umfang des Nachlasses zu informieren undden Erbschaftsanspruch durchzusetzen. Der Anspruch ist dabei nichtübertragbar (Karlsr FamRZ 67, 692). Die Vorschrift kann auch nichtauf andere Fallgestaltungen übertragen werden, so besteht etwa keinAuskunftsanspruch gegen den Miterben, der nicht Erbschaftsbesitzerist (Hamm FamRZ 15, 789).

Die Auskunftspflichterstreckt sich nicht auf den Wert des Nachlasses oder einzelnerGegenstände, die Schulden (RGZ 71, 360) oder die lebzeitigenSchenkungen des Erblassers (BGHZ 61, 182), auch wenn sie nach §§2287, 2325 von Bedeutung sein mögen.

Die Auskunfterstreckt sich aber auf den Bestand der Erbschaft einschl allerSurrogate iSv § 2019, der Nutzungen nach § 2020, nicht jedoch aufden Verbleib der nicht mehr vorhandenen oder nicht auffindbarenGegenstände (LG Arnsberg ErbR 14, 606). Der Erbe kann eineschriftliche Aufstellung in Form eines übersichtlichenBestandsverzeichnisses verlangen, die im Ergebnis zurRechenschaftslegung über die Verwaltung nach § 259 führt und dieden Auskunftspflichtigen zur Vorlage von Belegen verpflichtet(MüKo/Helms § 2027 Rz 7; aA Staud/Gursky § 2027 Rz 8). EineAuskunft nach § 260 I erfordert eine eigene, schriftlich verkörperteErklärung des Schuldners, (BGH NJW 08, 917 [BGH 28.11.2007 - XII ZB225/05]; § 260 Rn 4). Die Anforderungen für die Auskunft nach §2027 bleiben aber hinter denen des Inventars zurück(Palandt/Weidlich § 2027 Rz 1).

Auskunftsberechtigt nach § 2027 BGB sind der Erbe, der Vorerbe, der Nacherbe erst nach Eintritt des Nacherbfalls, der Nachlasspfleger, Nachlassverwalter, der verwaltende Testamentsvollstrecker und der Gläubiger, der den Erbschaftsanspruch gepfändet hat (MüKo/Helms § 2027 Rz 3). Nach §§ 2039 1, 2027 kann jeder Miterbe verlangen, dass allen Miterben gemeinschaftlich Auskunft erteilt wird.

Ich hoffe, dass ich Ihnen hiermit weiter helfen konnte und freue mich auf Ihre wohlwollende Bewertung.

herzlichst Ihr

Roland Hoheisel-Gruler

Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 7 Monaten.
Vielen Dank für die Antwort, jedoch ging es mir primär darum, wie man den zu Lebzeiten des Erblassers eingesetzten Bevollmächtigten(mit großer Wahrscheinlichkeit transmortale Vollmacht), der ja selbst Miterbe ist, dazu veranlassen kann,
Auskunft über die Art der Vollmacht zu geben. Meines Wissens nach kann dieses Auskunftrecht nur gemeinsam(mit Zustimmung) von allen Miterben durchgesetzt werden und die Kosten werden nach dem Nachlasswert berechnet, der auf Grund der "rudimentären" Informationen nicht bekannt ist. Angenommen in der Miterbengemeinschaft existieren "Fraktionen" mit ggfs. unterschiedlichen Interessen. Dann kann ja die Fraktion A mit den Mitgliedern M1(Bevollmächtigter) und M2,das Auskunftsrecht der Fraktion B "blockieren"? An wen muss sich dann die Fraktion B wenden?

Das braucht es deswegen nicht, weil die Vollmacht durch Widerruf auch nur eines Miterben sofort erlischt

Das Auskunftsrecht kann jeder Miterbe für sich geltend machen - und damit Fraktionen entgegenwirken

RHGAnwalt und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 7 Monaten.
Jetzt stell sich aber in der Praxis das Problem, das dann "alle" Erben bei unserem Kreditinstitut zuammenkommen, um der Widerruf der Vollmacht des jetzt ehemalige Bevollmächtigten kundzutun. So ist es in unserer Stadt. Wird wohl schwierig werden, mit der Kooperation des ehemaligen Bevollmächtigten.und seines Kumpanen zu rechnen
Aber vielen Dank nochmals.