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RHGAnwalt, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 780
Erfahrung:  Dipl. Forstwirt (univ.) Mediator Fachanwalt für Familienrecht Systemischer Berater
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Hallo, während meiner Ehe haben meine Eltern mir eine

Diese Antwort wurde bewertet:

Hallo, während meiner Ehe haben meine Eltern mir eine Eigentumswohnung überschrieben und zu Sicherung eine Nießbraurecht eingetragen. Die Immobilie hat nach 10 Jahren eine Wertsteigerung von ca. 100.000 Euro. Im Fall einer Scheidung: Muss ich den Zugewinn = 100.000 Euro mit meinem Mann hälftig teilen oder wird die Immobilie (samt Zugewinn) meinem Anfangsvermögen zugerechnet und der Zugewinn wäre nicht zu teilen? MFG

Sehr geehrte Fragestellerin,

danke für die Nutzung von Justanswer.

Für die Zugewinnberechnung wird die Vermögenslage am Anfang der Ehe und am Ende der Ehe (Zustellung Scheidungsantrag) vergleichen. Vermögen, welches durch Schenkung oder Erbe zugeflossen ist, wird zum Anfangevermögen angerechnet. Zum Endvermögen zählt allerdings das Vermögen - sofern noch vorhanden - inklusive Wertsteigerung.

Somit wäre tatsächlich die Wertsteigerung, von Ihnen mit 100.000 EUR angegeben, Ihr Zugewinn und die Hälfte wäre dem Mann zu zahlen (sofern dieser nicht auch Zugewinn erworben hat).

Ich hoffe, Ihnen einen Überblick gegeben zu haben. Falls noch Fragen bestehen,stellen Sie diese bitte.

Mit freundlichen Grüßen

RA Grass

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Die Übertragung der Eigentumswohnung sollte eigentlich ein vorgezogenes Erbe sein. Deshalb ja das Nießbrauchrecht. Der Steuerberater meint, das wäre dann dem Anfangsvermögen zuzurechnen. Stimmt das dann nicht? Muss die Erbintention im Vertrag explizit stehen?Gilt diese Regelung auch für eine Dauernde Last?
Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Werden die letzten beiden Fragen beantwortet?
Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Mit Ihrer Antworten kann ich nichts anfangen. Die generelle Regelung Anfangs- und Endvermögen kennt jeder. Es geht um das Nießbrauchrecht. Die 1. Frage ist noch nicht beantwortet.
Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Bitte die Fragen beantworten!

Sehr geehrte Fragestellerin,

gerne versuche ich es, nun Ihre Frage zu beantworten.

Die Hauptschwierigkeit beim Zugewinn liegt darin, dass nicht einzelne Vermögenswerte isoliert betrachtet werden, sondern die Vermögen als Ganzes saldiert werden.

Das heißt: Es kommt nicht auf die Eigentumswohnung als solche an und ob die mit einberechnet wird, sondern diese Wohnung wird sowohl beim Anfangs- als auch beim Eindvermögen berücksichtigt.

Für das Anfangsvermögen heißt das, die Wohnung kommt zu dem Wert rein, wie Sie sie übertragen bekommen haben. Dabei wird der Nießbrauchwert aber vom Verkehrswert abgezogen.

Im Endvermögen wird die Wohnung dann zum jetzigen Wert eingestellt - ebenfalls bereinigt um den Nießbrauchwert, der aber ja zwischenzeitlich geringer ist, weil schon 10 Jahre davon abgewohnt sind.

Die Erbintention muss nicht im Vertrag stehen, es reicht, wenn die Übertragung unentgeltlich erfolgt.,

Der Nießbrauchanteil ist derjenige, der nicht geschenkt ist und deswegen nicht privillegiert im Anfangsvermögen:

Beispiel: Wert der Wohnung 100.000, Wert des Nießbrauchs: 80.000,00 als Gegenleistung, geschenkt sind somit 20.000,00

Ehezeitende: Wert der Wohnung: 150.000,00, Wert des Nießbauchs: 60.000 (kapitalisierte dauernde Last), Wert im Endvermögen: 90.000,00

Zugewinn somit: 70.000,00 wenn sonst kein Vermögen da ist.

Ich hoffe, dsas ich Ihnen hiermit weiter helfen konnte und freue mich auf Ihre wohlwollende Bewertung

Herzlichst Ihr

Roland Hoheisel-Gruler

Fachanwalt für Familienrecht

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Ich verstehe den Nießbrauchanteil nicht und wie er berechnet wird. Vielleicht können Sie es am konkreten Beispiel berechnen, dann wäre ich sehr zufrieden:Wert der Wohnung zum Zeitpunkt der Übertragung: ca. 200.000 Euro
Wert des Nießbrauchs:?
Wert der Wohnung nach 14 Jahren z.B. am 28.02.2018 (fiktiver Tag der Scheidungseinreichung): ca. 300.000 Euro
Es sind keine Zahlungen an die Eltern meinerseits geflossen.
Wert des Nießbrauchs nach 14 Jahren:?
Zugewinn: 100.000 Euro
Was ist dem Ehemann davon zu zahlen, wenn das restliche Vermögen hälftig aufgeteilt wird?

Der Nießbrauch berechnet sich nach dem kapitalisierten Wert:

Das bedeutet: Wie hoch ist die Miete für die Wohnung (damals zum Zeitpunkt der Übergabe: Beispiel: 400) - dann ist der Jahreswert 12 * 400 = 4800.

Dieser wird mit der voraussichtlichen Lebensdauer der Eltern multipliziert:

Diese errechnet sich nach der Sterbetafel des statistischen Bundesamtes:

https://www-genesis.destatis.de/genesis/online/logon?sequenz=tabelleErgebnis&selectionname=12621-0001&sachmerkmal=GES&sachschluessel=GESW

Im Beispiel nehmen wir nun an, das wären 30 Jahre

Dann ist im nächsten Schritt der Barwert aus der Anlag 9a BewG heranzuziehen:

https://www.gesetze-im-internet.de/bewg/anlage_9a.html

Der Wert für 30 Jahre beträgt 14,933

Dies wird mit dem Jahreswert der Miete multipliziert und es ergibt dann den Barwert des Nießbrauchs.

Hier also 4800 * 14,993 = 71.966,40.

Das wäre also abzuziehen, es bliebe somit ca. 130.000 im Anfangsvermögen - den Nießbrauch müssen wir auch beim Endvermögen abziehen:

4.800 * 12,279= 58,239.

300 -58 macht also 242.000

Der Zugewinn beträgt daher etwas mehr, nämlich 112.000,00 davon würde der Ehemann 56.000 erhalten.

... ich habe im Beispiel mit 10 Jahren gerechnet, es kommt aber ohnehin auf die Lebenserwartung der Eltern (hierbei auf den höheren Wert) an.

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Ok. Vielen Dank für die ausführliche Antwort. Und er würde es erhalten, obwohl es ein vorgezogenes Erbe ist und meine Eltern keine Miete bezahlt haben (wie ich oben schrieb); und Erbangelegenheiten eigentlich zu 100% dem Anfangsvermögen zugerechnet werden und nicht in den Zugewinn fallen. Dann war die Idee mit dem Nießbrauch (als Schutz meines Erbes) völlig unbrauchbar, oder sehen Sie das anders? Vielen dank für Ihre Mühe. Ich werde Sie gleich nach der nächsten Antwort positv bewerten.

Das ist so, weil der Nießbrauch was Gutes für die Übergeber ist, es hat auch steuerliche Vorteile. für die Übernehmer ist es familienrechtlich und erbrechtlich aber die schlechtere Wahl....

leider

Und wenn es um die Unterbringung im Pflegeheim geht, sowieso....

Es wäre schön, wenn Sie für mich nun auch noch ein paar Sterne verteilen - dankeschön :)

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Vielen Dank für Ihre Ausführungen. Aber eigentlich hat meine Mutter keine steuerlichen Vorteile. Die Sache mit dem Pflegeheim habe ich auch nicht verstanden... Würde mich über eine kurze Antwort freuen und vergebe dann 5 Sternchen.

Die Sache mit dem Pflegeheim sieht so aus, dass dann die Miete für die Wohnung ans Heim bezahlt werden müsste - auch wenn es nicht die Steuernist, ist der Nießbrauch für den Übergeber etwas besser als nur ein Wohnrecht.

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