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RASchiessl
RASchiessl, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 27929
Erfahrung:  Vertragsanwalt des Bayerischen Wohnungs- und Grundeigentümerverbandes Regensburg
32916861
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RASchiessl ist jetzt online.

Hallo! Ich habe ein Problem mit einer Firma namens Exilium

Diese Antwort wurde bewertet:

Hallo!
Ich habe ein Problem mit einer Firma namens Exilium Finanz GmbH. Diese wirbt im Internet mit schnellen Krediten. Ich stellte also online eine Kreditanfrage und bekam auch schnell Antwort. Mein Antrag sei genehmigt worden teilten sie mir mit und ich müsse dafür unterschreiben, dass mir die Vertragsunterlagen zugeschickt werden können. Habe es dann unterschrieben und zurück geschickt. Leider habe ich nicht richtig gelesen. In dem Schreiben stand, dass ich die Genehmigung für eine Finanzsanierung erhalten habe. So etwas wollte ich überhaupt nicht. Ich wollte einen Kredit. Wenige Tage später stand der Postbote vor meiner Tür mit den "Vertragsunterlagen" die mir ja zugeschickt werden sollten. Allerdings verlangte er eine Nachnahmegebühr von 267,50€. Ich habe den Brief verweigert und nicht bezahlt. Außerdem habe ich dann per Mail Widerruf eingereicht und diesen auch per Post verschickt, leider aber ohne Einschreiben. Gestern bekam ich dann eine Mahnung mit der Aufforderung die Gebühr für angebliche Bearbeitungskosten in Höhe von 267,50€ zu zahlen. Ich habe dann dort angerufen. Die unfreundliche Dame sagte mir der Widerruf sei eingegangen jedoch verspätet da die Frist nur 7 Tage wäre. Ich klärte sie auf dass nach § 355 BGB jedem Verbraucher ein Widerrufsrecht innerhalb von 14 Tagen zusteht. Sie schrie mich dann an und legte auf. Meine Frage ist, muss ich diese Gebühr nun zahlen? Im Internet ist wohl bekannt dass dies eine betrügerische Masche dieser Firma ist. Sie werben mit Krediten, schicken dann Vermittlerverträge für Finanzsanierungen und fordern dann eine Gebühr wenn man diesen unterschreibt. Haben Sie bereits Erfahrungen mit dieser Firma? Laut Internet werden nun einige Mahnungen folgen und das Inkassounternehmen "Culpa" wird dann von dieser Firma eingeschaltet. Ich bin mir nicht sicher ob sie durch meine Unterschrift auf dem Vermittlervertrag den Anspruch auf diese Gebühr wirklich haben. (in dem Schreiben wurde auch auf die Gebühr aufmerksam gemacht aber wie gesagt ich war total blind und habe es erst hinterher gelesen). Ich bitte um Ihre Rückmeldung und bedanke ***** ***** Ihnen für Ihre Mühe.
LG

Sehr geehrter Ratsuchender,

haben Sie vielen Dank für Ihre Anfrage.

Diese Vorgehensweise ist uns leider nur zu gut bekannt. Es war richtig, dass Sie die Nachnamesendung abgewiesen haben. Allein schon in der Abweisung der Nachnamesendung kann ein Widerruf zu sehen sein.

Desweiteren haben Sie natürlich recht. Die gesetzlichen Voraussetzungen des Widerrufsrechts dürfen durch den Verwender nicht einseitig und zu Lasten des Kunden verändert werden. Wenn in Ihrem Vertrag eine Widerrufsfrist von nur 7 Tagen vereinbart wurde dann ist die Vereinbarung unwirksam und die Widerrufsfrist von 14 Tagen beginnt erst dann zu laufen wenn Sie die ordnungsgemäße Widerrufsbelehrung erhalten haben.

Bei einer Vermittlertätigkeit fällt nach § 652 BGB die Gebühr nur dann an, wenn der zu vermittelnde Vertrag, also das Darlehen zustande gekommen ist. Sie sollten in der Tat mit dem Verweis auf den Widerruf und § 652 BGB die Zahlungsaufforderungen und Mahnungen zurückweisen.

Über eine positive Bewertung meiner Antwort würde ich mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl

Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 4 Monaten.
Vielen Dank für sie schnelle Antwort! Das heißt, auch wenn ich den Widerruf nicht per Einschreiben übersandt habe sondern mit der normalen Post und per E-Mail ist dieser wirksam? Die Dame am Telefon sagte nämlich auch, dass der Widerruf per Mail ja gar nicht unterschrieben sei und somit auch unwirnsam ist. Meiner Meinung nach ist jedoch seit 2016 ein Widerruf per Mail ohne digitaler Unterschrift anzuerkennen. Würde die Firma wohl so weit gehen, dass sie einen Mahnbescheid bei dem zuständigen Amtsgericht einreichen? Oder sind sie absolut im Unrecht, auch wenn ich diesen Vermittlervertrag unterschrieben habe?
Danke für Ihre Hilfe! LG

Sehr geehrter Ratsuchender,

der Widerruf in Textform also per Mail reicht absolut aus. Eine Unterschrift ist bei einem Widerruf nicht erforderlich (BeckOK BGB/Müller-Christmann, 43. Ed. 15.6.2017, BGB § 355 Rn. 25). Die Aussage dieser Frau ist eindeutig falsch.

Es reicht übrigens aus, dass Sie den Widerruf rechtzeitig versandt haben.

Ich glaube nicht, dass die Gegenseite bei dieser Rechtslage einen Mahnbescheid risikieren wird.

Über eine positive Bewertung meiner Antwort würde ich mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl

Rechtsanwalt

RASchiessl und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 4 Monaten.
Damit sind meine Fragen beantwortet und meine Sorge ein wenig kleiner. Ich werde alles was zukünftig in meinem Briefkasten landet von dieser Firma so weit es geht ignorieren. Sie haben mir sehr weitergeholfen. Vielen Dank!