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Dr. Holger Traub
Dr. Holger Traub, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 7423
Erfahrung:  Vertragsrecht, Erbrecht, Arbeitsrecht, Immobilienrecht, Gesellschaftsrecht und Steuerrecht
88853042
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Dr. Holger Traub ist jetzt online.

Ich habe 2007 ein Haus mit entsprechendem Grundstück

Kundenfrage

Ich habe 2007 ein Haus mit entsprechendem Grundstück (ca.1300 qm) am Wald-Rand gekauft - Der Vorbesitzer hatte mir die Grenze zum Wald aufgezeigt, war auch durch entsprechende platten/Böschung gut ersichtlich. Da ich fortlaufend Wild-Schaden bei mir auf dem Grundstück hatte - hatte ich mich dazu entschlossen zu investieren. Es wurde die Hang-Befestigung betoniert und mit durchgängigen Fundamenten /Rasenkanten-Steinen und Platten und Zaun auch ggü Wildschweinen alles solide aufgebaut. Mein Grundstück entsprechend designed und Garten angelegt - alles war perfekt!
Nun plötzlich - in 12/ 2017 kam nun die Gemeinde (hat nun wohl die IT-Möglichkeiten zum Bildabgleich) mit Lichbildabgleich auf mich zu und informierte mich, dass meine Grundstücksgrenze an anderer Stelle sei - je nach Stelle 1m bis 5m versatz auf der Waldseite zu meinen gunsten! - ich solle zurückbauen. Es wurde mir ein Lichtbild übermittelt und dort sind die Grundstücksgrenzen eingetragen. Die eingeblendene Grenze stimmt wohl. Meine erste Reaktion war, dass ich die Grenzansage in 2007 vom Vorbesitzer so übernommen habe und daran nichts verändert habe - nur eben alles solider gemacht.

Gepostet: vor 5 Monaten.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  Dr. Holger Traub hat geantwortet vor 5 Monaten.

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für die Nutzung von JustAnswer. Gerne will ich Ihnen Ihre Frage auf Grundlage des geschilderten Sachverhalts beantworten und Ihnen bei Ihrem Anliegen weiterhelfen.

Nach Ihrer Schilderung hat Sie der Voreigentümer über den Umfang des Grundstücks getäuscht. Auf diese Täuschung aufbauend haben Sie die vorgenannten Investitionen getätigt (und zwar im Vertrauen auf die Angaben des Voreigentümers).

Das Verhalten des Voreigentümers kann einen Schadensersatzanspruch begründen, den Sie ggü. dem Voreigentümer geltend machen können.

Allerdings hätten Sie die "Falschangabe" des Eigentümers zu beweisen. Hierbei würden Bilder von der alten Bebauung und Bepflanzung helfen. Diese können als Indiz dienen, dass Ihnen diese Grundstücksgröße angegeben wurde.

Evtl. sprechen Sie auch nochmals mit der Gemeinde und verweisen darauf, dass es in Ihrem Fall eben die Besonderheit gibt, dass Sie (im Gegensatz zu den anderen Angrenzern) im Vertrauen auf die Grundstücksgrenze die Umbauten getätigt haben. Möglicherweise hilft hier auch ein direkter Appell an den Bürgermeister.

Ich hoffe, Ihre Frage hinreichend beantwortet zu haben. Für weitere Fragen stehe ich über den Button "Experten antworten" zur Verfügung.

Über eine positive Bewertung Ihrerseits (anklicken von 3 bis 5 Bewertungssternen) für meine Ausführungen würde ich mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Traub

-Rechtsanwalt-

Kunde: hat geantwortet vor 5 Monaten.

Sehr geehrter Herr dr traub. Bin ehrlich gesagt etwas verwundert über ihre zwar schnelle aber recht reduzierte Antwort. Ich dachte dass sie mir weitere Optionen/ verjährungsoptionen/ Optionen zu rückbaukosten im vgl. zu nutzen/ gewohnheitsrecht... aufbereiten. Dies würde mir helfen. ***

Experte:  Dr. Holger Traub hat geantwortet vor 5 Monaten.

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

gerne will ich Ihnen hierzu noch Ausführungen machen.

Entgegen der irrigen Annahme gibt es in diesem Bereich kein "Gewohnheitsrecht". Der Bau erfolgte rechtswidrig auf fremdem Eigentum, namentlich dem Grund und Boden der Gemeinde. Gewohnheitsrecht und Bestandsschutz kann "nur" dann eintreten, wenn ein Bau ursprünglich rechtmäßig und sodann, z. B. aufgrund geänderter Bauvorschriften, rechtswidrig wurde.

Weiter können Sie sich auf Verjährung des Rückbauverpflichtungsansprüchs berufen. Allerdings würde dies Voraussetzen, dass die Gemeinde bereits seit den Umbauten Kenntnis hatte, dass diese auf Gemeindegebiet erfolgt sind. Ist dies nicht der Fall würde ein Verjährung erst ab Kenntniserlanung laufen (Regelverjährung von 3 Jahren zum Jahresende).

Daher halten sich meine "Handlungsempfehlungen" in Grenzen, da aus rechtlicher Sicht die Optionen eingeschränkt sind.

Selbstverständlich können Sie einen Rechtsanwalt hinzuziehen, der Ihre Interessen ggü. der Gemeinde wahrnimmt. Wie ausgeführt erachte ich jedoch die Rechtsposition der Gemeinde als stärker.

Ich bedaure Ihnen keine positivere rechtliche Einschätzung übermitteln zu können, würde mich jedoch gleichwohl über eine positive Bewertung Ihrerseits (anklicken von 3 bis 5 Bewertungssternen) für meine Bemühungen und die Vornahme meiner rechtlichen Ausführungen freuen.

Ich hoffe, Ihre Frage hinreichend beantwortet zu haben. Für weitere Fragen stehe ich über den Button "Experten antworten" zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Traub

-Rechtsanwalt-

Kunde: hat geantwortet vor 5 Monaten.

herr Dr. Traub, letzte Frage: spielt denn die Höhe der getätigten Investitionen/Aufwände keine Rolle wenn es um die Abwägung zu Rückbau geht? Liebe Grüße und danke vorab, ***

Experte:  Dr. Holger Traub hat geantwortet vor 5 Monaten.

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

wenn es sich um einen hohen Betrag handelt können Sie mit einer "unbilligen Härte" bei einem Rückbau argumentieren.

Aus rechtlicher Sicht ist die Höhe jedoch nicht maßgeblich, wenn es bereits an der rechtlichen Grundlage ermangelt.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Traub

-Rechtsanwalt-

Experte:  Dr. Holger Traub hat geantwortet vor 5 Monaten.

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

ich hoffe, ich konnte Sie bei der Lösung Ihres Problems unterstützen.

Über ein Feedback in Form einer positiven Bewertung, die Sie sehr schnell und einfach über die Bewertungssterne (3-5 Sterne) abgeben können, würde ich mich sehr freuen.

Sollten Sie noch Hilfe zu dieser Problemstellung benötigen, zögern Sie nicht, weitere kostenlose Nachfragen zu stellen. Setzen Sie dazu bitte den bisherigen Frageverlauf mittels der TextBox ganz unten einfach fort.

Mit vielem Dank für Ihre Nutzung von JustAnswer.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Traub

-Rechtsanwalt-