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Rechtsanwalt Christian Joachim
Rechtsanwalt Christian Joachim, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 3259
Erfahrung:  Staatsexamen, Zulassung als Rechtsanwalt, Mediator
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Rechtsanwalt Christian Joachim ist jetzt online.

Macht es Sinn Unterhalt einzuklagen?

Diese Antwort wurde bewertet:

ich habe ein sehr komplexes Problem zum Thema Unterhalt für 3 Kinder (15 + 13 + 12 Jahre) die seit der Trennung vom Kindsvater vor 10 Jahren in meinem Haushalt leben.

Der Vater zahlt (Abgesehen von Anfangs einigen Monaten unregelmäßiger Zahlung) bis heute keinen Unterhalt. Er gibt an, sich seit der Trennung in einen mit seiner chronischen Krankheit einhergehenden psychischen schlimmen Lage zu befinden, die auch ein Arzt bestätigt hat. Deshalb wäre er nicht in der Lage mehr als 8 Std in der Woche zu arbeiten und hat nun seine Selbständigkeit seiner Jetzt-Frau übergeben, bei der er nun auf ca 480 € angestellt ist. Sie selbst verdiene nicht mehr als 1200 €.

Haben aber einen Großen Grund mit Haus gekauft und dies ausgebaut. Nutzen es gewerblich. In der Nähe betreiben sie noch einen Verein in dem selbe Tätigkeiten betrieben werden für die auch die Kunden zahlen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass dort auch Geld unterm Tisch fließt, bzw. dass Beträge die von Kunden kommen weggesteckt werden und es so dargestellt werden könnte, dass es eine Vereinsleistung gewesen sei.

Er dreht leider alles so, dass er keinen Unterhalt zahlen muss. Hat Haus, Lebensversicherung, das Gewerbe auf seine Frau übertragen. Nach Aussage des Jugendamtes ist von ihm nichts zu holen. Sie haben jetzt zusammen drei Kinder. Seine Eltern (auch chronisch krank) haben ein eigenes Haus und bewohnen es selbst in der Nähe. Von unseren Kindern will er nichts wissen, hatte ihnen und mir sogar Haus und Platzverbot erteilt und niemand dürfe die Kinder zu ihm bringen.

Bei Kontaktaufnahme von seitens der Kinder meldet er sich einfach nicht. Nun zu mir: Ich habe seit der Trennung eine Beistandschaft beim Jugendamt und immer wieder nachgefragt, aber niemand kann mir helfen. Meine jetzt 5 Kinder ( 3 aus erster Beziehung, 2 aus zweiter ) und ich leben in einem Haus für das ich an meine Eltern Miete zahle. Wir bekommen Unterstützung vom Amt (Harz 4) weil ich mit meiner selbständigkeit leider nicht so viel verdienen kann wie gewünscht. Ein Kind aus erster Beziehung ist chronisch Krank und benötigt teilweise Betreuung bis 3 Uhr Nachts. Ansonsten wenn eine Nacht gut läuft, bin ich bis 1:00 an ihrer Seite, bis ich dann endlich selbst schlafen kann.

Meine Energie wird immer weniger. Ich bekomme auch keinen Unterhalt für die Kinder aus zweiter Beziehung, weil er wenig verdient und auch nicht arbeiten will, macht immer wieder selbständig etwas um von seinen Schulden los zu kommen. Ich bin nun am Ende meiner Geduld und in meiner Verzweiflung über die Ungerechtigkeit wende ich mich nun an sie.

Gibt es für mich eine Chance? Macht es Sinn Unterhalt einzuklagen? Oder ist eine Anzeige wegen Unterhaltspflichtverletzung sinnvoller? Muss ich eine Rechtschutzversicherung mit Unterhaltsrecht abschließen? Was müsste ich beachten? Eigentlich habe ich kein Geld dafür. Kann man seine Eltern belangen? Schließlich sind sie im Besitz eines Hauses. Wenn seine Kinder Kontakt zu ihm haben möchten, muss er dem nachkommen? Kann man ihn verpflichten Naturalunterhalt zu leisten, damit ich zu Kräften kommen kann? Was passiert, wenn ich zur Kur muss, weil ich physisch auftanken muss? Sind die Väter verpflichtet die Kinder in dieser Zeit zu nehmen? Meine Eltern sind im Moment nicht in der Lage sich über einen längeren Zeitraum um zwei oder drei der Kinder zu sorgen. Ich bitte dringend um ausführliche Informationen. Ich danke ***** ***** für eine Auskunft

Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde,

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Vielen Dank für Ihre Geduld.
Ihr JustAnswer Moderatoren-Team

Sehr geehrte Fragestellerin,

Sie stellen eine Vielzahl von Fragen, die ich Ihnen gerne summarisch beantworten darf. Bereits jetzt empfehle ich Ihnen dringend eine anwaltliche Beratung und auch Vertretungen in Anspruch zu nehmen, da hier sehr viele Aspekte eine Rolle spielen, die sich nur in einem ausführlichen Gespräch klären lassen und die gegebenenfalls auch eine anwaltliche Vertretung über die Beistandschaft des Jugendamtes hinaus notwendig machen.

In jedem Fall macht es Sinn zunächst hier entsprechende Auskünfte einzuholen, über welches Einkommen der Kindesvater bzw. beide Kindes Väter verfügen. Hierzu haben Sie einen entsprechenden Auskunftsanspruch. Sodann müsste man natürlich schauen, in welchem Rahmen tatsächlich die Auskünfte richtig sind. Dies wird sicherlich schwierig sein zu ermitteln. Der erkrankte Kindesvater muss darüber hinaus ganz klar nachweisen, welche Möglichkeiten er hat, hier seiner gesteigerten Erwerbsobliegenheit nachzukommen und wieder gesund zu werden. Das Überreichen von Arztbescheinigungen reicht hier nicht aus.

Die Auskünfte müssten dann anwaltlich gesichtet und mit Ihnen besprochen werden.

Eine Anzeige wegen Unterhaltspflichtverletzung ist dann sinnvoll, wenn eine Leistungsfähigkeit besteht. Hier könnte die Polizei gegebenenfalls ermitteln, wenn die von Ihnen dargestellten Bedenken wahr sind, dass gegebenenfalls Schwarzgeldzahlungen fließen. Gegebenenfalls wären hier auch noch weitere Delikte erfüllt.

Sie können eine Rechtsschutzversicherung abschließen, sollten aber ganz genau festlegen, wann der Beginn der Versicherung ist und ob die Rechtsproblematik jedoch versichert ist. Hier sollten Sie berücksichtigen, dass zumeist Wartezeiten existieren und familienrechtliche Belange nur bei den wenigsten Rechtsschutzversicherern eine Rolle spielen. Sie können gegebenenfalls allerdings auch hier staatliche Hilfe in Anspruch nehmen, für die außergerichtliche Regelung würde Beratungshilfe beantragt werden können und für gerichtliche Maßnahmen Verfahrenskostenhilfe, jeweils bei dem für Sie zuständigen Amtsgericht.

Achten Sie auch im Zusammenhang mit dem Unterhalt, dass dieser erst dann fällig wird, wenn Sie die Gegenseite mindestens zur Auskunft auffordern. Ich gehe davon aus, dass dies durch das Jugendamt bereits geschehen ist.

In gewissen Situationen gibt es auch die Möglichkeit, die Großeltern am Unterhalt zu beteiligen. dies ergibt sich aus Paragraph 1607 BGB:

(1) Soweit ein Verwandter auf Grund des § 1603 nicht unterhaltspflichtig ist, hat der nach ihm haftende Verwandte den Unterhalt zu gewähren.

Insoweit sollten Sie die Auskunftsansprüche auch auf die Eltern der Kindes Väter beziehen.

Allerdings ist hier nicht das Vermögen der Großeltern in erster Linie für den Unterhalt prägend, sondern die Einkünfte.

Grundsätzlich haben die Kinder ein Umgangsrecht mit dem Vater, das heißt die Kinder können mit dem Vater in Kontakt treten. Allerdings ist dieses nicht vollstreckbar und nur schwer durchsetzbar, wenn sich der Vater hiergegen weigert.

Auch die Übernahme der Betreuung ist nicht verpflichtend, er muss sich also nach dem Gesetz zwar um die Kinder kümmern, wenn er sich allerdings weigert, würden die Kinder in eine Pflegefamilie oder an das Jugendamt gegeben. Auch für die Kur gilt das gleiche. Naturalunterhalt gewährt lediglich der Elternteil, bei dem sich die Kinder befinden. Insofern ist der Vater zur Erbringung von Naturalunterhalt ebenfalls gesetzlich zur verpflichtet, wenn sich die Kinder bei ihm befinden, es ist aber eben nicht durchsetzbar, dass er gezwungen wird, die Kinder zu sich zu nehmen. Es besteht also zwar eine gesetzliche Verpflichtung, diese ist allerdings nicht vollstreckbar, wenn sich der Vater weigert. Man müsste hier aus ihrer Sicht gegebenenfalls dann eine andere Lösung finden, gegebenenfalls über die Betreuung durch Freunde oder über das Jugendamt.

Ich hoffe, dass ich Ihnen zunächst ihre Fragen hilfreich beantworten konnte und stehe bei weiterem Nachfragebedarf gerne zur Verfügung.

Über ihre anschließende positive Bewertung freue ich mich.

viele Grüße

Kunde: hat geantwortet vor 2 Jahren.

Vielen Lieben Dank für die schnelle Beantwortung.

Ist es nicht möglich die an die Ehefrau übergebenen Mittel (Haus und Lebensversicherung) einzuholen? Es ist schließlich offensichtlich, dass er alles abgibt, um keinen Unterhalt zahlen zu müssen.

Evtl kann denn ein Privatdetektiv hinzugezogen werden, der bestätigt, dass er mehr arbeitet als die von ihm angegebenen 8 Std? In wie weit habe ich die Rechte dies verfolgen zu lassen und ist dies zulässig? Auch Aussagen von Zeugen?

Wenn es zu einer gerichtlichen Verhandlung kommt, bleibe ich auf den kosten sitzen oder zahlt dann die Verfahrenskostenhilfe? Aber dann habe ich sicher keine Wahl, was den Anwalt angeht, der mich vertritt.

Wenn ich mich vor Ort von einem Anwalt meines Vertrauens beraten ließe, ist es denn rechtens, wenn ich anschließend eine Rechtschutz mit Unterhaltsrecht abschließe?

Ich danke ***** ***** für die Antwort

Vielen Dank für ihre weitere Fragestellung.

Grundsätzlich wird der Unterhalt aus dem Einkommen bestritten. In Ausnahmefällen ist es allerdings auch möglich, Vermögen zur Unterhaltszahlung heranziehen zu lassen. Dies wäre dann möglich, wenn die Verwertung des Vermögens nicht dazu führen würde, dass der Unterhaltsschuldner seinen eigenen Unterhalt nicht mehr aufbringen kann. insofern wäre zunächst zu hinterfragen, ob zusätzliche Vermögenspositionen, die nicht zum notwendigen Lebensbedarf und Unterhalt gehören hier vorhanden gewesen sein würden. Gerade dies macht die von mir dargestellte anwaltliche konkrete Beratung und Beauftragung notwendig, auch weil dann Vermögensverschiebungen verhindert werden sollen und müssten. Die theoretische und praktische Durchsetzung dürfte allerdings relativ schwierig sein.

Grundsätzlich können Sie einen Privatdetektiv ansetzen, um die Tätigkeiten des Unterhaltsschuldners zu dokumentieren. Diese müssen aber neutral sein und dürfen den Unterz Schuldner nicht in seinen Persönlichkeitsrechten beeinträchtigen.

Auch Aussagen von Zeugen sind selbstverständlich zulässig.

Hinsichtlich der Verfahrenskostenhilfe ist es so, dass in einem Verfahren die Kosten des Gerichts und Ihre Rechtsanwaltskosten von der Verfahrenskostenhilfe gedeckt sind, egal ob Sie gewinnen oder verlieren. Im Falle des verlieren, kann es allerdings sein, dass Sie die Kosten der Gegenseite übernehmen müssten, diese wären nicht von der Verfahrenskostenhilfe gedeckt. Sie können trotzdem jeden Rechtsanwalt beauftragen, müssen allerdings schauen, ob dieser dann auf Verfahrenskostenhilfe arbeitet.

Eine Rechtsschutzversicherung können Sie jederzeit abschließen auch zum Unterhaltsrecht, aber diese würde möglicherweise für die jetzt vorliegende Problematik nicht mehr eingreifen, wegen der Wartezeit oder Sie vereinbaren mit der Rechtsschutzversicherung eine Sonderregelung, worauf sich diese allerdings er wohl nicht einlassen würde.

Gerne können Sie sich weiter an mich wenden.

Viele Grüße

Rechtsanwalt Christian Joachim, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 3259
Erfahrung: Staatsexamen, Zulassung als Rechtsanwalt, Mediator
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