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RASchiessl
RASchiessl, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 28448
Erfahrung:  Vertragsanwalt des Bayerischen Wohnungs- und Grundeigentümerverbandes Regensburg
32916861
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Es existiert ein gemeinschaftliches Ehegattentestament.

Diese Antwort wurde bewertet:

Es existiert ein gemeinschaftliches Ehegattentestament. Einer der Beiden ist vor mehr als 10 Jahren verstorben. Zum Erbe gehört neben Bargeld auch eine Eigentumswohnung. Beide Partner haben damals festgelegt, dass ihre drei Kinder zu gleichen Teilen erben.
Der überlebende Partner möchte noch zu Lebzeiten die Eigentumswohnung und auch das Bargeld auf die Enkelkinder übertragen.
Zwei der Kinder sind bereit auf ihren Pflichtteil zu verzichten. Die dritte Tochter möchte das nicht.
Ist es möglich, dieses Testament zu löschen oder zu ändern?
Wie ist die Rechtslage für den Pflichteil der dritten Tochter, sowohl, wenn das Ehegattentestament bestehen bleibt, als auch wenn ein neues Testament verfasst werden kann.
Sehr geehrte Ratsuchende, haben Sie vielen Dank für Ihre Anfrage. Ein gemeinsames Testament kann leider nur zu Lebzeiten widerrufen werden. Sobald ein Ehepartner verstirbt entfaltet das Testament eine Bindungswirkung und kann nicht mehr abgeändert werden. Dies ergibt sich aus § 2271 BGB. Das bedeutet: Der Überlebende Teil kann weder das gemeinschaftliche Testament widerrufen noch ein abweichendes neues Testament verfassen. Eine Ausnahme besteht nur dann wenn im gemeinsamen Testament dem Überlebenden ausdrücklich das Recht eingeräumt wurde ein neues abweichendes Testament zu verfassen. Was den Pflichtteil der dritten Tochter anbelagt, so kann sie bei Versterben des ersten Elternteils diesen zwar fordern. Zwichenzeitlich ist jedoch dieser Pflichtteilsanspruch verjährt. Nach §§ 195,199 BGB verjähren Pflichtteilsansprüche nach 3 Jahren. Auch die Dritte Tochter kann nun den Pflichtteil seitens des Erstverstorbenennicht mehr geltend machen. Der Überlebende Partner kann natürlich den Wohnung und Vermögen auf die Enkel übertragen. Sollte der Überlebende versterben, so kann die 3. Tochter hier den Pflichtteil immer geltennd machen. Bei einer Schenkung verhält es sich nach § 2325 BGB so, dass die Geschenke bei der Berechnung des Pflichtteils für die Zeit von 10 Jahren, jährlich um 10% abschmelzend, dem Nachlasswert hinzuzusetzen sind- Über eine positive Bewertung meiner Antwort würde ich mich sehr freuen! Mit freundlichen Grüßen Hans-Georg SchiesslRechtsanwalt
RASchiessl und 2 weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.