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ra-huettemann
ra-huettemann, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 37911
Erfahrung:  Rechtsanwalt
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ra-huettemann ist jetzt online.

Hallo, mein Sohn (21 Jahre) besitzt seit etwa einem 3/4 Jahr

Diese Antwort wurde bewertet:

Hallo, mein Sohn (21 Jahre) besitzt seit etwa einem 3/4 Jahr einen Transporter T5. Seit dieser Zeit bekommen wir Besuch oder Post von der Kiminalpolizei, denn immer wenn etwas in unserer Umgebung gestohlen wird, wird er verdächtigt. Sei es Kurbelwellen beim Bauern oder Mopeds aus Garagen. Ihm konnte auch noch nichts nachgewiesen werden und er fühlt sich auch unschuldig. Selbst als der Dieb eines Mopeds dies betätigte, gab die Polizei nicht nach. Sie ist der Meinung, der Dieb könne dies nicht allein getan haben. Anfang April lud man ihn deswegen zu einer Zeugenaussage ein. Man gab ihm das Gefühl, dass dies damit erledigt sei. Nun bekam er eine Vorladung, weil gegen ihn ein "Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts besonders schweren Fall des Diebstahls gem. §§242,243 STGB" angeordnet wurde. Die zieht eine erkennungsdienstliche Behandlung gemäß §81 b 1.Alternative Strafproßeßordnung nach sich. Sein Problem ist nicht das Abgeben der Fingerabdrücke, sondern dass er desswegen extra einen Tag Urlaub nehmen müßte. Er statt zur nächsten Dienststelle (wo er auch die Aussage machen mußte), zu einer Dienststelle fahren muß, welche 45 km von unserem Heimeatort entfernt ist, immer mit dem Gedanken, ich hab doch eigentlich damit gar nichts zu tun und was kommt auf mich noch zu? Unsere Frage, Wie verhält man sich, man ist doch unschuldig?
Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, zu der ich gern wie folgt Stellung nehme.

Eine Maßnahme nach § 81b StPO - erkennungsdienstliche Behandlung - darf gegen den Beschuldigten einer Straftat angeordnet werden:

http://dejure.org/gesetze/StPO/81b.html

Soweit gegen Ihren Sohn der konkrete Verdacht einer Straftat besteht und deshalb ein Ermittlungsverfahren eigeleitet wurde, ist es leider rechtlich möglich und zulässig, dass eine Abnahme seiner Fingerabdrücke und gegebenenfalls die Fertigung von Fotos angeordnet wird.

Dieser Anordnung der Polizei muss Ihr Sohn auch Folge leisten.

Beachten Sie aber unbedingt folgendes: Ihr Sohn muss keinerlei Aussage zur Sache selbst - also zu den gegen ihn erhobenen Tatvorwürfen - machen. Ihm steht ein vollumfängliches Schweigerecht als Beschuldigter zu, von dem er auch unbedingt Gebrauch machen sollten.

Ich rate Ihnen dringend an, einen Rechtsanwalt mit der Wahrnehmung der rechtlichen Interessen IHres Sohnes zu beauftragen und bis dahin sich nicht zur Sache einzulassen. Der Anwalt wird Akteneinsicht beantragen, um die gegen Ihren Sohn bestehende Beweislage zu überprüfen. Erst nach dieser Akteneinsicht sollte Ihr Sohn anschließend und in Abstimmung mit dem Anwalt eine Einlassung zur Sache fertigen.

Im Übrigen gilt: Bis zum Beweis Ihrer Schuld gilt Ihr Sohn kraft der Unschuldvermutung auch als unschuldig. Es ist ausschließlich Sache der Strafverfolgungsbehörden, Ihrem Sohn die Tat nachzuweisen. Er muss also nicht seine Unschuld beweisen, sondern Polizei und StA müssen seine Schuld anhand konkreter Beweismittel nachweisen.

Gelingt dieser Nachweis nicht, ist das Ermittlungsverfahren gegen Ihren Sohn zwingend nach § 170 Absatz 2 StPO einzustellen.

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Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.

Danke für die schnelle Antwort. Aber mir ist schon klar, dass wir einen Anwalt hinzuziehen müssen. Wo bzw. welcher ist der richtige? Wer kommt für die entstehenden Kosten auf?

Vielen Dank für Ihre Rückmeldung!

Sie sollten einen Rechtsanwalt vor Ort mit dem Tätigkeitsschwerpunkt im Strafrecht hinzuziehen. Wenden Sie sich an die örtliche Rechtsanwaltskammer, und lassen Sie sich dort einen geeigneten Kollegen empfehlen.

Die Kosten für die anwaltiche Beauftragung wird Ihr Sohn tragen müssen.

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Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt
ra-huettemann und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.