So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten. Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an RASchiessl.
RASchiessl
RASchiessl, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 27933
Erfahrung:  Vertragsanwalt des Bayerischen Wohnungs- und Grundeigentümerverbandes Regensburg
32916861
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Recht & Justiz hier ein
RASchiessl ist jetzt online.

Mein Mann ist am 06.10.2013 verstorben. Wir haben ein gemeinsames

Diese Antwort wurde bewertet:

Mein Mann ist am 06.10.2013 verstorben. Wir haben ein gemeinsames Testament gehabt in dem seine Tochter mit einer Immobilie berücksichtigt wurde. Darüber habe ich sie direkt nach dem Tode von meinem Mann informiert. Ein Tag vor dem Termin beim Notar erklärte sie mir, dass es auch noch einen Pflichtteil geben würde. Ich hatte ihr dann mitgeteilt, dass der Pflichtteil kleiner sei, als das Vermächtnis. Nach mehrmaliger Aufforderung und Terminsetzung was sie nun wolle, entweder Vermächtnis oder Pflichtteil hat sie sich nicht geäußert. Sie nahm sich dann einen Anwalt und nach allem Hin und Her hat sie sich dann nach über einem Jahr doch dazu entschlossen, doch das Vermächtnis anzutreten. Notartermin war dann am 12.12.2014. Meine Frage: Ich besitze ein Haus und würde dieses verkaufen, weil ich wegziehen möchte. Wenn ich jetzt für diese Immobilie mehr erhalte, als was durch einen Gutachterausschuss seiner Zeit angegeben war und zur Pflichtteilberechnung zugrunde gelegt wurde. Kann sie dann noch Ansprüche geltend machen?
Vielen Dank ***** ***** Antwort.
Sehr geehrter Ratsuchender,
vielen Dank ***** ***** Anfrage.
Nein, das kann die Tochter nicht.
Für die Berechnung des Pflichtteils ist allein der Wert des Nachlasses zum Zeitpunkt des Todes Ihres Mannes ausschlaggebend.
Wenn Sie also jetzt das Haus verkaufen, dann ist der Wertzuwachs den das Haus seit der Zeit der Bewertung durch den Gutachterausschuss unbeachtlich.
Denn:
Es kann die Tochter nach § 2307 BGB nur dann einen Pflichteil verlangen, wenn das Vermächtnis ausgeschlagen wird oder wenn der Wert des Vermächtnisses zum Zeitpunkt des Todes Ihres Mannes hinter dem an sich geschuldeten Pflichtteil (zum Zeitpunkt des Todes) zurückbleibt. Letzteres ist hier aber gerade nicht der Fall.
Die Tochter kann daher keine Ansprüche mehr geltend machen.
Wenn Sie Rückfragen haben, dann fragen Sie gerne nach.
Ansonsten bitte ich Sie höflich meine Antwort positiv zu bewerten.
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Georg Schiessl
RASchiessl und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 3 Jahren.

Ich habe gehört, es gäbe eine First von 3 Jahren, in meinem Falle gerechnet vom 31.12.2013. Was ist damit gemeint?

Sehr geehrte Ratsuchende,
damit ist die allgemeine Verjährung gemeint (§§ 195,199 BGB) innerhalb der auch der Anspruch auf Pflichtteil (wenn er bestehen würde) verjährt.
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Georg Schiessl
Kunde: hat geantwortet vor 3 Jahren.

Mein Mann war als Architekt und freier Mitarbeiter beschäftigt. Aus dieser Beschäftigung liegen noch Forderungen gegenüber der Firma vor, die mir erst jetzt bekannt wurden und ich auch in den Unterlagen gefunden habe. Ich habe dann die Firma aufgefordert,die noch offenen Beträge an mich auszuzahlen. Es erfolgten von mir eine 1. und 2. Mahnung an die Firma. Ich habe dann über deren Anwalt ein Schreiben erhalten, wonach es keine Forderungen mehr gäbe und die Rechnungen, die vorliegen, verjährt seien. Also hat mein Mann bis zu seinem Tode bei der Firma kostenlos gearbeitet. Er war noch einen Tag bis zu seinem Krankenhausaufenthalt in der Firma tätig. Können Sie mir einen Rat geben, was ich tun kann.

Und danke für die bisherige Beantwortung, Sie haben mir sehr geholfen und ich bin etwas beruhigter, weil ich gerne zu meiner Tochter ziehen möchte und deshalb mein Haus verkaufen will, um mir etwas neues aufzubauen.

Viele Grüße, Ellen Peterburs

Sehr geehrte Ratsuchende,
Sie sind nach § 1922 BGB Universalrechtsnachfolgerin Ihres Mannes geworden. Das bedeutet, Sie müssen sich die Kenntnis Ihres Mannes leider zurechnen lassen.
Forderungen vor dem 31.12.2012 sind daher leider verjährt, auch wenn Sie erst jetzt davon erfahren haben.
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Georg Schiessl
Kunde: hat geantwortet vor 3 Jahren.

Noch zur Information. Es gab eine mündliche Vereinbarung, dass mein Mann seine Forderungen bekommt wenn die Firma wieder "flüssig" ist. Dies ist nachweisbar, in dem eine Rechnung aus dem Jahre 2005 erst im Frühjahr 2013 bezahlt wurde. Ich habe eine Forderung an die Firma gesandt über die Tätigkeiten in 2013 bis zu seinem Tode. Auch hier ist die Firma der Auffassung, dass es keine Forderungen mehr gäbe. Was jetzt?

Sehr geehrte Ratsuchende,
dabei handelt es sich um eine Stundungsvereinbarung die für die Dauer der Stundung die Verjährung hemmt. Sie müssen diese Stundungsvereinbarung allerdings beweisen. Allein die Tatsache dass eine Forderung 2005 2013 gezahlt wurde reicht dabei nicht.
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Georg Schiessl
Kunde: hat geantwortet vor 3 Jahren.

Schriftlich existiert darüber nichts, aber ich kann Zeugen bringen, die das bezeugen würden. Einmal die Steuerberaterin der Firma und einmal eine ehemalige Mitarbeiterin. Reicht das aus?

Was ist mit meiner Rechnung, die ich im September 2014 erstellt habe über Tätigkeiten meines Mannes in 2013?

Danach lasse ich Sie in "Ruhe" mit meiner Fragerei.

Sehr geehrte Ratsuchende,
Zeugen die die Stundung belegen können reichen selbstverständlich aus.
Was Ihre Abrechnung 2014 anbelangt, so ist die Verjährung nicht eingetreten, wenn es sich um Ansprüche Ihres Mannes aus dem Jahr 2013 handelt. Hier würde Ende 2016 die Verjährung eintreten.
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Georg Schiessl