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RAPielke
RAPielke, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 15
Erfahrung:  Rechtsanwalt
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RAPielke ist jetzt online.

Wie hoch ist die Erbschaftssteuer? Gesetzliche Erbfolge

Diese Antwort wurde bewertet:

Wie hoch ist die Erbschaftssteuer?
Gesetzliche Erbfolge 2 Kinder, je 400.000 € Erbschaftsteuer Freibetrag.
Erbe:
1. Mehrfamilienhaus Baujahr 1960, Grundstück 900 qm.
6 Wohnungen a 60 qm, Kaltmiete 420,-- € pro Monat.
1 Apartment 40 qm, Kaltmiete 274,60 € pro Monat.
1 Ausgebauter Speicherraum, Kaltmiete 132,70 € pro Monat
2. 4 Garagen Baujahr 1960, Grundstück 220 qm.
Miete 40,--€ pro Monat
3. Einfamilien-Wohnhaus 80 qm, Baujahr 1970, Fertighaus. Grundstück 700 qm.
Zugehörig 2 Garagen. Kaltmiete € 500,-- pro Monat.
4. Barvermögen 60.000,-- Geschäftsanteil VR-Bank 5.200,-- Telekomm-Aktien 61
Stück a 12,-- €.
RAPielke :

Sehr geehrter Fragesteller, vielen Dank für Ihre Frage, darf ich zunächst fragen, ob beide Kinder gleichberechtigt die komplette Erbmasse erben sollen?

Customer:

Ja, beide erben zu gleichen Teilen die gesamte Erbmasse.

RAPielke :

Sehr geehrter Fragesteller, Ihre Frage beantworte ich angesichts der zur Verfügung stehenden Informationen und des Einsatzes wie folgt:

Für das Mehrfamilienhaus nach dem Ertragswertverfahren nach § 184 BewG ist für die Berechnung des steuerlichen Wertes zunächst der Bodenwert des Grundstücks zu ermitteln. Dieser Bodenwert ergibt sich aus dem Bodenrichtwert (erhältlich bei dem örtlichen Gutachterausschuss oder teilweise auch schon im Internet), multipliziert mit der Größe des Grundstücks (900 qm).

Zu dem Bodenwert ist der Jahresrohertrag der Miete zu rechnen (hier 6*420€*12= 30.240€).

Der Jahresrohertrag abz. der pauschalierten Bewirtschaftungskosten gem. Anlage 23 BewG (hier 23% von 30.240€=6.955,20) ergibt dann den Jahresreinertrag von 23.285€.

Vom Jahresreinertrag ist die Bodenwertverzinsung nach § 188 Abs. 2 Nr.1 BewG abzuziehen. Sie beträgt 5% des Bodenwertes (s.o.)

Der um die Bodenwertverzinsung reduzierte Gebäudeertrag ist dann gem. Tabelle 21 BewG bei einem Baujahr 1960 und einer Bodenwertverzinsung von 5% mit 16,19 zu multiplizieren.

Dieser Betrag ist dann der erbschaftssteuerlich zu berücksichtigende Wert der Immobilie.

Der erbschaftssteuerliche Wert des Appartements ist gem. § 182 Abs. (2) BewG nach dem Vergleichswertverfahren zu ermitteln. Für diese Wertberechnung zieht das Finanzamt die Werte von vergleichbaren Grundstücken (z.B. aus Immobilienportalen) heran. Gleiches gilt für das Einfamilienhaus.

Gleiches gilt für den ausgebauten Speicherraum, bei dem ich unterstelle, dass er sich in einer anderweitig genutzten Immobilie befindet.

Die vermieteten Garagen sind, sofern sie sich auf einem eigenen Grundstück befinden, gem. § 182 Abs (3) Nr. 2 BewG auch nach der oben für das Mehrfamilienhaus geschilderten Methode zu bewerten.

Das Barvermögen ist mit dem Nennwert von 60 T€ zu bewerten, die Anteile an der VR-Bank mit dem Preis, den die Bank für die Rücknahme der Anteile zahlen würde (§ 11 Abs. 2 BewG). Den Rücknahmepreis können Sie bei der Bank jederzeit erfragen. Die Telekomaktien sind mit dem Kurswert zum Zeitpunkt des Erbfalls zu bewerten (§ 11 Abs. 1 BewG).

Die Bewertung der Immobilien kann sich durch Rechte Dritter an den Grundstücken (z.B. Nießbrauchsrechte) deutlich verändern.

Bitte beachten Sie, dass die Finanzverwaltung durchaus zu abweichenden Auffassungen bei der Bewertung der Immobilien kommen kann. Sofern Sie mit der Bewertung durch das Finanzamt nicht einverstanden sein sollten, müssten Sie wahrscheinlich ein Gutachten zur Bewertung des Immobilienbesitzes in Auftrag geben.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen ersten Überblick geben. Wenn Sie weitere Fragen haben, dann fragen Sie gerne nach („Antworten an den Experten“). Ansonsten bitte ich Sie, meine Antwort positiv zu bewerten und damit das ausgelobte Honorar freizugeben.

Mit freundlichen Grüßen

RAPielke

RAPielke und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.