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Olaf Götz
Olaf Götz, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 3257
Erfahrung:  Fachanwalt für Sozialrecht
48877684
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Olaf Götz ist jetzt online.

Hallo,ich habe ein Problem mit meiner Nachbarin. Ich wohne

Diese Antwort wurde bewertet:

Hallo,ich habe ein Problem mit meiner Nachbarin.
Ich wohne in einem drei Parteien Haus aus den 60er Jahren deren Decken hohl und nur mit Strohmatten gedämmt ist,so dass eigentlich fast jedes Geräusch welches aus den anderen Wohnungen dringt bei mir zu höhren ist.
Nun lädt meine Nachbarin die über mir wohnt gern Freunde ein,die auch gerne bis spät Nachts bleiben,so dass ich oft nicht schlafen kann,da die Unterhaltungen und das Lachen bei mir zu höhren ist.Auserdem fällt auch gerne mal was um,wass bei mir als ziemlich lautes rumpeln ankommt.
Meine Frage ist nun in wie weit ich dies dulden muss und wo die Grenze ist.

Sehr geehrte/r Ratsuchende/r,

 

da ich selber in einem solchen 60er Jahre bau mit unter 15 cm dicken Decken wohne, ist mir das Problem sehr bekannt und ich kenne diese Diskussionen auch jenseits meiner beruflichen Tätigkeit.

 

Die Rechtsprechung verlangt von Ihnen eine relativ hohe Toleranz, da diese Dämmung ja bei Erstellung des Gebäudes Stand der Technik war. Insofern müssen Sie grundsätzlich sämtliche Geräusche des normalen Wohnens dulden. Dazu zählt auch, dass mal etwas umfällt und auch, dass in der Wohnung über Ihnen z.B. 1-zweimal in der Woche Freunde abends kommen und man sich dort unterhält und mal lacht.

 

Wilde Partys mit lauter Musik sind natürlich nicht jede Woche zu dulden. Letztlich können Sie, wenn die Schwelle der normalen Nutzung überschritten ist, nur die Miete mindern. Aber Sie sind dann im Falle einer Klage des Vermieters bzgl. der geminderten Miete in der Beweispflicht gegenüber Ihrem Vermieter, dass es sich wirklich um dauernde Störungen handelt, die nicht zum normalen Wohnen zählen. Dazu werden Sie ein detailliertes Lärmprotokoll (Uhrzeit, Dauer, Art des Lärms, Intensität, Zeugen nach Möglichkeit) benötigen.

Der Vermieter sitzt dann nämlich zwischen den Stühlen. Einerseits kürzen Sie die Miete, andererseits hat er nicht wirklich etwas Handfestes in der Hand, um den anderen Mieter rauszusetzen.

 

Nach meiner Erfahrung führt ein solches Vorgehen meist dazu, dass das Verhältnis der Nachbarn vergiftet wird, am Ende der "Störer" aber sich doch eine Zeit zusammennimmt und eine wirksame Kündigung vermeiden kann. Insofern bietet sich dei oben beschriebene Vorgehensweise nur bei extremen Störungen an.

 

Heutzutage sollten Sie sich auch nicht mehr auf die früher anerkannten Ruhephasen allein verlassen. Diese sind schon allein aufgrund der unterschiedlichen Tagesläufe heute nicht mehr so streng anzuwenden. Vielmehr müssen die Bewohner gegenseitig aufeinander Rücksicht nehmen. Sie müssen also beweisen, dass dies gerade nicht der Fall ist. Natürlich sind dies alles keine festen Grenzen. Hier entscheidet letztlich der Richter nach den Umständen im Einzelfall. Sie müssen in einem 60er Jahre Bau jedoch definitiv eine ganze Reihe auch nächtlicher Wohngeräusche hinnehmen.

 

Sie sollten probehalber ein Lärmprotokoll führen und ggf. dies mit dem Vermieter und dem störenden Mieter zusammen besprechen. Ev. gibt es Möglichkeiten, die Frequenz der abendlichen Treffen einzuschränken. Erst dann sollten Sie den Weg der Mietminderung beschreiten.

 

Ich hoffe, ich konnte Ihnen helfen.

Wenn Sie keine Nachfragen mehr haben, geben Sie bitte eine positive oder neutrale Bewertung ab, denn nur dann erfolgt die Vergütung für die anwaltliche Beratung.
Kostenlose Rechtsberatung ist in Deutschland nämlich verboten.


Mit freundlichen Grüßen

 

Olaf Götz und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.