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ragrass
ragrass, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 14127
Erfahrung:  Rechtsanwalt
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ragrass ist jetzt online.

Es geht um ein Mandat im Familienrecht (Scheidung). Das Verfahren

Beantwortete Frage:

Es geht um ein Mandat im Familienrecht (Scheidung). Das Verfahren zieht sich seit drei Jahren hin und meine Anwältin ist seit Zusage von Prozesskostenhilfe in die "innere Kündigung" gegangen (tel. unerreichbar, hält Zusagen f. Schriftsätze nicht ein etc.).

Kurz vor Scheidungstermin (in vier Wochen) ist Unterhaltsnachberechnung (mehr als 1 Kalenderjahr) und inhaltliche Korrekturen/Stellungnahmen noch nicht erfolgt. Vor Wochen habe ich die zuständige Anwaltskammer um Vermittlung gebeten. Doch auch hier verweigert die Anwältin die Stellungnahme.

Frage: wie kann ich jetzt rechtlich vorgehen, zunächst mit Anwaltskammer (welche Möglichkeiten gibt es und wie mache ich das möglichst ohne Eigentor) und welcher gerichtliche Weg (gegen die eigene Anwältin) bleibt mir?

Der noch zu fertigende Schriftsatz sowie Unterhaltsnachberechnung sind bes. bedeutend vor dem Hintergrund, dass das Verfahren mit zieml. Sicherheit ans Oberlandesgericht gehen wird (d.h. es handelt sich nach meiner Information um die letzte Möglichkeit inhaltlicher Stellungnahme bzw. Korrektur).

Ein Anwaltswechsel in 1. Instanz kommt aus Kostengründen niccht mehr in Betracht.
Gepostet: vor 10 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  ragrass hat geantwortet vor 10 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

ein RA, der ein mandat übernimmt ist verpflichtet, dieses zügig zu bearbeiten und seinem Mandanten über den Sachstand zu informieren.Dies ist eine in der BRAO festgehaltene Berufspflicht.

Falls die Kammer Ihre Anfrage als Vermittlungsgesuch gesehen hat, wird sich kaum etwas bewegen. Sie sollten daher nochmals mit der Kammer in Verbindung treten und Ihr Anliegen als ausdrücklich Beschwerde formulieren.

Letztendlich würden Ihnen auch Schadensersatzansprüche zustehen, falls Ihnen durch ein Versäumnis Ihrer Anwältin ein Schaden entsteht.

Ich hoffe, Ihnen behilflich gewesen zu sein und darf Sie bitten, sofern kein weiterer Klärungsbedarf besteht, die Antwort zu akzeptieren und zu bewerten.

Mit freundlichen Grüssen
RA Grass
Kunde: hat geantwortet vor 10 Jahren.

Sehr geehrte Frau Grass,

 

vielen Dank für die schnelle Reaktion.

 

Was verändert sich durch eine Beschwerde bei der Anwaltskammer?

 

Wann hat die Anwältin grundsätzlich die Möglichkeit, das Mandat niederzulegen (meine größte Angst, dann steh ich ohne Vertretung dar und sie hätte sich das ganze bequem "von der Schulter geschoben"?

Experte:  ragrass hat geantwortet vor 10 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

eine Beschwerde bedeutet, dass die Kammer tätig werden muss und dass der Anwalt in der Regel auch tätig wird, weil er ansonsten "bestraft" werden kann. Die Uverbindlichkeit eines Vermittlungsversuches wird von einer Beschwerde genommen.

Theoretisch kann ein Anwalt ein Mandat niederlegen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Ein wichtiger Grund ist die Störung des Vertrauensverhältnisses zwischen Anwalt und Mandant, aufgrund derer die Fortsetzung des Mandats nicht zugemutet werden kann. Ob ein solcher Grund gegeben ist, lässt sich aufgrund der wenigen Schilderungen nicht entnehmen.

Mit freundlichen Grüssen
RA Grass
Kunde: hat geantwortet vor 10 Jahren.
Sehr geehrte Frau Grass,

zunächst vielen Dank.

Kann die Anwältin die Tatsache, dass Beschwerde eingereicht wurde, als Grund nehmen, das Mandat niederzulegen? Der Hintergrund meiner Nachfrage ist, dass ich leider ziemlich sicher bin, dass ein kleiner "Vorwand" der Anwältin ausreichen wird, das Mandat niederzulegen (dann ist sie das "Problem" mit schlechtbezahltem Mandat elegant los).

Welche Inhalte sollte ich in der Beschwerde auf jeden Fall vermeiden, um diesen Vorwand nicht zu liefern? Mir fehlt hier ein wenig mehr Info zu dem Thema - das ist ein bißchen "dünn" so.

Mit freundlichem Gruß
Experte:  ragrass hat geantwortet vor 10 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

die Beschwerde könnte natürlich als Grund angeführt werden. Denn mit der Beschwerde geben Sie zu erkennen, dass Sie der Auffassung sind, dass die Anwältin Ihren Pflichten nicht nachkommt. das kann als Zerstörung der Vertrauensbasis ausgelegt werden. Ihre Vermutung, dass dies Anlass zur Niederlegung ist, ist ggf. nicht unberechtigt.

Allerdings gibt es keine "nette" und/oder "böse" Beschwerde. Um Beschwerde einzulegen, müssen Sie natürlich ausführlich schildern, was die Anwältin gemacht oder in Ihrem Fall eben nicht gemacht hat. Wenn die Kollegin einen Grund sucht, das Mandat niederzulegen, wird sie ihn hierin sehen.

Grundsätzlich ist eine Beschwerde ein Schreiben an die Kammer, indem Sie dieser ausführlich die Geschehnisse schildern, die Kammer um Prüfung und um Sanktionen bitten, falls sich ein Verstoß gegen Berufspflichten herausstellt.

Mit freundlichen Grüssen
RA Grass

Kunde: hat geantwortet vor 10 Jahren.
Heisst de facto, ich kann derzeit keine Beschwerde einlegen.

Mir geht es um die Fertigstellung des letzten Schriftsatzes und Nachberechnung des Unterhalts - gibt es i r g en d e i n e Möglichkeit, die Anwältin zu veranlassen, das Mandat anständig zu Ende zu führen?

Entschuldigung, aber ich bin ganz verzweifelt: meine Existenz hängt auch an dem rückständigen Unterhalt, ich bin alleinerziehend und momentan verzweifle ich fast an unsrem Rechtssystem - das KANN doch einfach nicht möglich sein!
Experte:  ragrass hat geantwortet vor 10 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

wenn Sie Sorge haben, dass die Beschwerde zum Anlass genommen wird, um das Mandat zu beenden, sollten Sie von der Beschwerde zunächst absehen.

Ein Zwangsmittel, um die Anwältin zum Handeln zu bewegen gibt es nicht. Sie können lediglich das Gespräch suchen und versuchen, eine Einigung zu erzielen.

Möglich wäre auch ein Anwaltswechsel. Dieser ist jedoch mit Kosten verbunden. Zwar würde dem neuen Anwalt enefalls Verfahrenskostenhilfe bewilligt, allerdings kann die bereits entstandenen Gebühren die Anwältin verlangen. Da diese Gebühren bei dem neuen Anwalt auch entstehen, müssten Sie diese selbst zahlen. Möglich wäre allerdings, dies müssten Sie mit dem Gericht abklären, dass in Ihrem Ausnahmefall, weil die Anwältin nicht tätig wird, eventuell die Verfahrenskostenhilfe dem neuen Anwalt uneingeschränkt bewilligt wird. Dies könnten Sie beim Gericht erfragen.

Mit freundlichen Grüssen
RA Grass


Bitte das Akzeptieren und Bewerten nicht vergessen ! Danke!

ragrass und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 10 Jahren.

Sehr geehrte Frau Grass,

 

das Problem ist vor allem, dass das Mandat so vor Beendigung steht, dass ein Wechsel praktisch unmöglich ist (der Umfang etc.).

 

Bleibt Schadenersatzforderung an meine Anwältin, falls die nicht mehr tätig wird wie dringend in der Sache erforderlich: welche Chancen bestehen hier, welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein und welcher Anwalt macht so etwas?