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S. Grass
S. Grass, Rechtsanwältin
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 7421
Erfahrung:  Mehrjährige Berufserfahrung
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S. Grass ist jetzt online.

Guten Abend, folgende Frage für Arbeitnehmer und Arbeitgeber

Diese Antwort wurde bewertet:

Guten Abend,
folgende Frage für Arbeitnehmer und Arbeitgeber einer Praxis, in der sich die Arbeitszeiten je nach Zahl der Patienten und Dringlichkeit richtet und sich somit die Arbeitszeit mal kurzfristig vorverlegen bzw. länger werden kann. Bisher nie ein Problem und mit telefonischer Absprache kurzfristig immer klärbar. Jetzt allerdings war es mal nötig einen Kollegen nach zu telefonieren bis letztendlich zu einem persönlichen Termin, um einen rechtzeitigen Arbeitsantritt ermöglichen zu können. Der Vorwurf des Kollegen war " unter der Gürtellinie". Nicht wegen dem zeitnahem Antritt, sondern wegen der Peinlichkeit ihm beim Fremdgehen anzutreffen. Persönliche Angelegenheiten waren bisher nie Problem oder Diskussion innerhalb des Kollegiums, doch eher die Häufigkeit, selbst mit ins Notlügen gepresst zu werden, da Peinlichkeiten dieser Art sich häuften und oftmals im Zusammenhang mit dem dazugehörigen Lebenspartner. Z.B. Gab Kollege an, er sei auf Arbeit, Partner rief an und keiner wußte etwas, weil Arbeitszeit etwas ganz anderes aufzeigte. Müssen wir Dicht halten? Wie dürfen wir unseren Kollegen verständlich machen, dass wir das nicht mitspielen? Wie darf ein Chef reagieren?
Sehr geehrter Fragesteller,

grundsätzlich müssen Sie nicht lügen, sollten aber nicht unbedingt dem Partner "reinen Wein einschenken". Sie sollten insebsondere wegen des Betriebsklimas einen diplomatischen Weg einschlagen und Ihrem Kollegen mitteilen, dass Sie Lügen nicht mit Ihrem Gewissen vereinbaren können.

Ich hoffe, Ihnen mit den Ausführungen behilflich zu sein und darf Sie bitten, die Antwort gemäß den Nutzungsbedingungen zu akzeptieren und zu bewerten. Bei Unklarheiten oder weiterem Klärungsbedarf nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf.

Mit freundlichen Grüßen
RA Grass
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Na so weit waren wir ja schon......das fruchtet ja nicht...wir stoßen auf Ignoranz. Und wir sind es, die Ihn ans Telefon holen sollen, obwohl er nicht da ist. Das zwingt uns doch zum Lügen. Und sollen wir dann so "diplomatisch" sein und die Wahrheit verkünden, wie z.B. seine Arbeitszeit hat noch nicht begonnen?
Außerdem hatte ich gefragt, was ein Chef machen kann? darf er Abmahnen? Und unter welchem Punkt?
Sehr geehrter Fragesteller,

hinsichtlich der Diplomatie könnte man ggf. aussagen, dass er kurz außer Haus oder in einem Termin ist.

Eine Abmahnung kommt immer dann in betracht, wenn ein Arbeitnehmer durch eine Änderung seines Verhaltens selbst Einfluss darauf nehmen kann, ob der Arbeitgeber zukünfig Anlass zu einer Kündigung sieht. Es muss also eine (arbeitsvertragliche) Pflichtverletzung des Arbeitnehmers vorliegen. Eine solche Pflichtverletzung kann nicht darin gesehen werden, dass der Kollege Sie durch eigene Lügerei in eine missliche Lage bringt. Wenn er Ihnen aber ungebührend Vorhaltungen macht und sich ggf. dabei im Ton vergreift, weil Sie nicht gelogen haben, rechtfertigt dies eine Abmahnung.

Mit freundlichen Grüßen
RA Grass
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Was heißt das genau? Wenn man ihm nachtelefoniert, zu Hause und Handy.....man erfährt, der persönliche Termin war schon vor einer Stunde beendet und erreicht dann nicht ihn sondern den Partner, bei dem man sich aber verquatscht und angibt, dass er dort nicht mehr anzutreffen war.....und dann somit das Boot kippt......somit Vorhaltung bekommt, unter der Gürtellinie zu sein, weil man die Dringlichkeit sah, ihn zu informieren dadurch aber alles aufflog......
Darf er sich zukünftig unerreichbar machen? ....um solche Vorfälle zu vermeiden? Wär dies dann ein Grund hinsichtlich Pflichtverletzung?
Sehr geehrter Fragesteller,

ob ein Arbeitnehmer immer erreichbar sein muss hängt von der arbeitsvertraglichen Bedingungen ab. Wenn es z.B. Rufbereitschaft hat, muss er erreichbar sein, wenn es eine entsprechende Anweisung vom AG gibt. Allerdings gibt es auch Grenzen. Eine dauernde Erreichbarkeit darf der AG nicht erwarten, also der AN muss nicht Tag und Nacht standby sein.

War eine Erreichbarkeit vereinbart und haben Sie als AG hiervon Gebrauch gemacht kann darin ein Grund zur Abmahnung liegen, wenn der AN gegen die vereinbarte Rufbereitschaft verstoßen hat.

Mit freundlichen Grüßen
RA Grass
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Rufbereitschaft: Muss ein Arbeitnehmer rund um die Uhr erreichbar sein? - weiter lesen auf FOCUS Online: http://www.focus.de/finanzen/karriere/arbeitsrecht/rechte-und-pflichten/tid-10982/rufbereitschaft-muss-ein-arbeitnehmer-rund-um-die-uhr-erreichbar-sein_aid_315394.html
S. Grass und 2 weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.