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Olaf Götz
Olaf Götz, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 3116
Erfahrung:  Fachanwalt für Sozialrecht
48877684
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Olaf Götz ist jetzt online.

Ich bin ebenfalls durch die Fa.premiendownloaden.de in einen

Beantwortete Frage:

Ich bin ebenfalls durch die Fa.premiendownloaden.de in einen 2 Jahresvertrag gelangt.
Habe es allerdings erst gemerkt,als die Zahlungsaufforderung gekommen ist.
Ursprünglich war ich auf einer Seite von Avira(Kostenlose Version).
Bis jetzt habe ich noch nichts bezahlt.Nun kam eine Androhung,daß es über einen Anwalt
beigetrieben werden soll.Auch ein Eintrag bei der Schufa wurde angedroht.
Wie soll ich mich weiter verhalten.
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  Olaf Götz hat geantwortet vor 6 Jahren.

Sehr geehrter Ratsuchender,

 

Bitte auf keinen Fall die Rechnung/Mahnung bezahlen.

 

Es besteht kein Vertrag, er ist in der Regel schon gem. § 138 BGB sittenwidrig und nichtig, da hier Gratisleistungen Dritter oder Banalitäten verkauft werden sollen. Es fehlt an einer adäquaten Gegenleistung. Damit ist es auch unerheblich, ob auf die Kosten auf der Webseite ausreichend hingewiesen wurde.

 

Wenn Sie bisher nur E-Mails bekommen haben, sollten Sie nicht reagieren.

 

Bei Zugang per Post ist es ein bisschen Geschmackssache:

 

Sollten Sie auf eine per Post versandte Rechnung gar nicht reagieren besteht die Gefahr, dass der Gegner ev. eine negative Schufaeintragung bewirkt. Sie sollten deshalb sicherhaltshalber einen Auszug Ihrer Eintragungen bei der Schufa anfordern und die Einträge überprüfen. Einen möglichen falschen Eintrag können Sie bei der Schufa sperren lassen solange der Sachverhalt strittig ist.

 

Es ist allerdings nicht sicher, dass der Gegner so vorgehen wird. Reines Aussitzen hilft oftmals. Oft sind diese betrügerischen Firmen auch schon bei der Schufa bekannt.


Wenn Sie also ganz auf Nummer Sicher gehen wollen, können Sie eines der Musterschreiben nutzen (bitte nicht eigenmächtig verändern).


Bitte das Schreiben per Post versenden per Einwurfeinschreiben (inkl. Zeugen, der gesehen hat, WAS Sie verschickt haben) oder per Fax mit qualifiziertem Sendebeleg (=kleine Kopie der 1. Seite auf dem Beleg).

 

Wichtig ist, dass Sie wegen arglistiger Täuschung den angeblich zustandegekommenen Vertrag anfechten. Hier läuft eine Frist von einem Jahr. Auch sollten Sie sich auf Ihr Widerrufsrecht berufen. Die Frist hat in aller Regel noch gar nicht angefangen zu laufen, da diese Anbieter meist bei den Belehrungen Fehler machen und nicht der gesetzlich erforderlichen Form entsprechen.


Ein Zahlungsanspruch dürfte aber voraussichtlich auch ohne Ihre Anfechtung nicht bestehen, s.o. zu § 138 BGB.

 

Es wird nur ev. schwieriger, die damals geltenden AGB und die Aufmachung der Seite in Frage zu stellen, wenn der Gegner hier z.B. bewusst falsch vorträgt.

 

In der Regel verlaufen diese Dinge aber ohnehin im Sand, wenn Sie sämtliche Mahnungen an sich abprallen lassen, denn der Anbieter hat kein Interesse, es zu einem Rechtsstreit kommen zu lassen.

 

Stellen Sie aber sicher, dem Gegner nicht noch Daten von Ihnen zu geben, die er ev. noch nicht hat.


Musterschreiben (auch für den Fall, dass ev. ein Minderjähriger betroffen ist), finden Sie z.B. hier:


http://www.vz-bawue.de/UNIQ129663187525088/link462121A.html


Erst wenn Sie einen gerichtlichen Mahnbescheid bekommen, müssen Sie reagieren und innerhalb von 14 Tagen Widerspruch einlegen. Wenden Sie sich dann sicherheitshalber an einen Rechtsanwalt. Auch hier besteht aber noch eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Sache nach dem Widerspruch im Sande verläuft.

 

Dieses Schreiben kommt von einem Amtsgericht und wird Ihnen förmlich zugestellt. Lassen Sie sich nicht ev. von normalen Mahnungen, die als "gerichtlicher Mahnbescheid" überschrieben sind, ins Boxhorn jagen.

 

Bitte stellen Sie auch Strafanzeige. Die Staatsanwaltschaft Rostock führt meines Wissens bereits Ermittlungen gegen das hier tätige Unternehmen "Miranavo Content Plus".

 

http://www.premiumdownloaden.de/imp/

Ich hoffe, ich konnte Ihnen helfen.


Bitte vergessen Sie nicht, die Antwort zu akzeptieren. Kostenlose Rechtsberatung ist in Deutschland verboten.


Mit freundlichen Grüßen

Olaf Götz und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.