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raschwerin
raschwerin, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 17409
Erfahrung:  Rechtsanwalt
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raschwerin ist jetzt online.

Reiserecht, Reisemangel wegen Erdbeben in Chistchurch, NZ,

Beantwortete Frage:

Reiserecht, Reisemangel wegen Erdbeben in Chistchurch, NZ, Hotelzimmer nicht bewohnbar -Ersatzunterkunft Flughafen am Boden ohne Abendessen - Eigenversorgung Wasser und Essen empfohlen. Keine Unterstützung durch Reiseleitung.
Eigene Motelbuchung in 80 km Entfernung vom FH, Transfer zum FH am folgenden Tag mit Taxi.
Betroffen ca. 18 Pers. (Wir sind 4 Pers.)
Bitte um Information
Rudolf Gö[email protected], Tel.(NNN) NNN-NNNNMünchen
Danke
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 7 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

gern beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Grundsätzlich stehenden den Reisenden nach solchen Ereignissen auch Entschädigungsleistungen zu.

Entschädigt werden müssen dem betroffenen Urlauber die Mehrkosten, die dadurch entstehen, dass der Urlaub zwangsweise nicht zum geplanten Termin beendet werden kann. Zu solchen Mehrkosten zählen in erster Linie Hotel- und Verpflegungskosten.

Das liest sich erstmal ganz nett. In der Realität ist es aber oft ein harter Kampf, seine Rechte auch durchzusetzen. Viele Fluggesellschaften haben Entschädigungszahlungen (zu Unrecht) verweigert und die Reisenden abgewiesen.

Kann die Fluggesellschaft den Urlauber aufgrund eines solchen Ereignisses nicht mehr vom Urlausbort zurück in das Heimatland fliegen, kommt dies einer Kündigung des Beförderungsvertrages gleich und löst für den Urlauber Schadensersatzansprüche gegenüber der Fluggesellschaft aus.

Viele Fluglinien versuchten gerade im Fall der Aschewolke den Ansprüchen damit zu entgegnen, dass es sich um höhere GeXXXXX XXXXXdle und man schließlich nichts dafür könne, die Urlauber also Pech gehabt hätten.

Allerdings sehen das die meisten Fluggesellschaften falsch. Die gesetzliche Lage, insbesondere die entsprechenden EU-Verordnungen sehen die Lage klar und deutlich und gewähren dem betroffenen Urlauber einen Schadensersatzanspruch.

Entschädigungsleistungen im innereuropäischen Raum, also im Zusammenhang mit europäischen Fluggesellschaften, sind geregelt in der EU-Verordnung 261/2004 (Passagierrechteverordnung).

Nach dieser Verordnung müssen die Fluggesellschaften Betreuungsleistungen, wie Verpflegung (Essen und Getränke) und – soweit erforderlich – auch Übernachtungen im Hotel bezahlen.

Reagiert die Fluggesellschaft nicht auf die Inanspruchnahme durch den Urlauber bleibt nur der Gang zum Anwalt. In der Regel lassen sich die Fluggesellschaften erst unter dem nötigen Druck darauf ein, dem Urlauber die ihm zustehenden Ersatzleistungen einzuräumen.

Vorsicht ist aber geboten, wenn die Fluggesellschaften aus reiner Kulanz eine Summe X als Vergleich anbieten mit dem Hinweis, dass sie eigentlich gar nicht zahlen müssten. Diese gebotene Summe wird deutlich unter dem Ihnen zustehenden Betrag liegen und sollte daher nicht angenommen werden.

Notfalls muss die Forderung des Urlaubers gerichtlich geltend gemacht werden. Daneben kann man sich beim Luftfahrt-Bundesamt über die Fluggesellschaften beschweren. In besonderen Fällen kann das Bundesamt auch Bußgelder gegen die Gesellschaften verhängen.

Es lohnt sich in solchen Fällen, am Ball zu bleiben und nicht frühzeitig aufzugeben, wenn die Fluggesellschaft den Anspruch nach einem ersten Schreiben ablehnt.

Zu solchen Ereignissen kommt es glücklicherweise nur selten. Dagegen kann es hin und wieder vorkommen, dass sich Flüge verspäten oder annulliert werden. Welche Rechte Ihnen in einem solchen Fall zustehen, erfahren Sie hier:

Wird ein Flug annulliert, weil am Flughafen nicht gearbeitet wird – z.B. weil das Personal streikt – muss sich die Fluggesellschaft um eine anderweitige Beförderungsmöglichkeit für den Fluggast bemühen. In der Regel erfolgt dies durch einen Ersatzflug von einem anderen Flughafen oder durch Umbuchen auf eine andere Airline.

Kommt es dadurch zur zeitlichen Verzögerungen muss die Fluggesellschaft dem Fluggast auch Mehraufwendungen erstatten, dazu gehören Kosten für Telefon, Essen und Trinken und falls erforderlich auch Übernachtungskosten.

Ist dem Fluggast die Lust vergangen, kann er auch vom Beförderungsvertrag zurücktreten und erhält den Flugpreis erstattet.

Haben Sie über einen Reiseveranstalter eine Reise inklusive dem betroffenen Flug gebucht, kann neben der Airline auch der Reiseveranstalter haftbar gemacht werden.

Kommt es lediglich zu einer Verspätung des Fluges stehen Fluggäste dank der EU-Verordnung 261/2004 aber auch nicht rechtlos da. Aber einer Verspätung von 2 Stunden bei einer Kurzstrecke sieht die Verordnung Entschädigungsleistungen vor.

Die Fluggesellschaft und der Reiseveranstalter müssen dem Fluggast die Möglichkeit geben, zu telefonieren oder Emails zu schreiben und für Essen und Trinken sorgen bzw. dem Reisenden die entstandenen Mehraufwendungen ersetzen.

Dauert die Verspätung des Fluges 5 Stunden und mehr kommt dies einer Annullierung gleich und man kann vom Vertrag zurücktreten.

Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.

Sorry, haben uns vielleicht missverstanden - wir sind einen Tag vor Ende unserer geplanten Reise ohne Hotel sitzen gelassen worden - und mussten uns selbst versorgen um nicht am Flughafen am Boden zu nächtigen.

Rudolf Götz

Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 7 Jahren.
Sorry.

Sie haben aber dennoch Schadensersatzansprüche hinsichtlich der Mehrkosten und des entgangenen Urlaubs.

Diee Positionen sind beim Reiseveranstalter geltend zu machen.
raschwerin und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.