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K. Severin
K. Severin, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 970
Erfahrung:  Steuerrecht, Zivilrecht
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K. Severin ist jetzt online.

Ich bin im Februar mit meinen Kindern aus meiner alten Wohnung

Diese Antwort wurde bewertet:

Ich bin im Februar mit meinen Kindern aus meiner alten Wohnung ausgezogen, da wir dort Schimmel hatten und dieser definitiv nicht, so wie die Vermieterin behauptet, vom falschen Lüften kommt. Den Schimmel beseitigte sie nicht, sie bedeckte ihn mit neuen Panelen. Da ich AlgII beziehe, musste ich von meiner alten Vermieterin eine Bestätigung haben, dass ich keine Mietschulden bei ihr habe, diese gab sie mir sofort, da ich immer pünktlich gezahlt habe. Sie genehmigte mir, für April nur die Hälfte der Monatsmiete zahlen soll, da sie ab da einen Nachmieter für die Wohnung hatte, den Rest sollte ich in Raten, so wie ich es zahlen kann begleichen.
Meine alte Vermieterin behauptet jetzt jedoch, dass ich bei ihr Mietschulden hätte, obwohl ich so wie vereinbart, immer gezahlt habe wie ich konnte. Nun möchte Sie mich bei der Arge anzeigen zwecks Mietschulden.
Muss ich trotzdem die restlichen Kosten tragen, obwohl durch den Schimmel meine Kinder krank geworden sind??

Sehr geehrte Fragestellerin, wenn Sie über eine unterschriebene Quittung ihrer früheren Vermieterin verfügen, aus der sich ergibt, dass Sie ihre Mietschulden bei ihr vollständig beglichen haben, dann kann ihre ehemalige Vermieterin Sie eigentlich nicht bei der Arge wegen der Nichtbegeleichung von Mietrückständen anzeigen. Wenn Sie das trotzdem machen sollte. dann legen Sie der Arge einfach die Quittung der Vermieterin vor. Mit dieser können Sie beweisen, das Sie keine Mietschulden mehr bei ihrer früheren Vermieterin haben. Im Übrigen ist mit der Einigung zwischen Ihnen und ihrer früheren Vermieterin, dass das Mietverhältnis Mitte April gegen Zahlung der anteiligen Miete bis zu diesem Zeitpunkt beendet sein soll, ein Mietaufhebungsvertrag zustandegekommen. Das Mietverhältnis endete nach ihrer Sachverhaltsdarstellung somit in diesem Zeitpunkt. Danach kann ihre frühere Vermieterin keine Miete mehr von Ihnen verlangen. Wenn Sie dies schriftlich vereinbart hätten, dann wäre das sehr gut.

Bei einer mündlichen Absprache über die Aufhebung des Mietvertrages wäre zu prüfen, ob es Zeugen gibt, die diese Absprache für Sie bestätigen können. Davon abgesehen haben Sie einen Anspruch auf Mietminderung aus § 536 BGB wegen der Gebrauchstbeeinträchtigung der Wohnung infolge Schimmelbildung während der gesamten Dauer, in der die Wohnung mit Schimmel belastet gewesen ist. Die Mietminderung beträgt ca. 10 % der monatlichen Mietzinsforderung und kann einem Miezinsanspruch gegebenfalls einredeweise von Ihnen entgegengehalten werden, so dass sich dieser insoweit betragsmäßig mindert. Wenn ihre Kinder nachweislich durch den Schimmel in der Wohnung krank geworden sind, dann können Sie Schadensersatz von ihrer früheren Vermieterin gemäß § 536 a BGB neben dem Recht zur Mietminderung aus § 536 BGB verlangen. Wenn Sie Schadensersatz gegen ihre Vermieterin geltendmachen wollen, sollten Sie sich aber zuvor unbedingt durch einen Rechtsanwalt beraten lassen, der die Erfolgsaussichten einer Schadensersatzklage für Sie genau prüft.

 

 

Ich hoffe, damit ihre Fragen beantwortet zu haben. Andernfalls bitte ich Sie darum, von ihrer Rückfrageoption Gebrauch zu machen.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

KSRecht



Verändert von KSRecht am 14.12.2009 um 09:16 Uhr EST
Kunde: hat geantwortet vor 8 Jahren.
Wie hoch wären 10 % von 569€ warmmiete???
ich habe ein ärtzliches schreiben bei der arge abgeben müssen , das aus gesundheitlichen gründen , ich aus der wohnung raus muß und aus diesen grund stimmte die arge dem umzug in eine neue wohnung zu.

Sehr geehrte Fragestellerin, die Mietminderung beträgt bei einer Warmmiete in Höhe von EUR 569,- monatlich EUR 59,60. Um diesen Betrag können Sie die Miete ab dem Zeitpunkt, indem der Mangel in Form der Schimmelbildung eingetreten ist, mindern. Wenn die Arge einem Umzug aus gesungeitlichen Gründen in eine neue Wohnung zugestimmt hat, dann wird die Arge die Mietkosten der neuen Wohnung im Rahmen des Bescheids über die Gewährung von Hilfe zur Sicherung des Lebensunterhalts ihrer Familie auch genehmigt haben. Sollte ihre frühere Vermieterin jetzt noch alte Mietschulden gegen Sie fordern, dann können Sie diese mit dem Anspruch auf Mietminderung verrechnen sofern die Mietrückstände nicht höher sind als die Mietminderung. Bitte beachten Sie hier auch, dass Ihnen die Mietminderung für jeden Monat seit Eintritt der Schimmelbildung bis zum Auszug gegen die ihre frühere Vermieterin zusteht. Sollte die Schimmelbildung in krasser Form aufgetreten sein, so ist nach der Rechtsprechung auch eine Mietminderung von 20 % der Monatsmiete anerkannt.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

KSRecht



Verändert von KSRecht am 14.12.2009 um 18:03 Uhr EST

Bitte beachte Sie auch, dass die Mietminderung nur für die Räume beansprucht werden kann, die von der Schimmelbildung betroffen sind. Hatten Sie z.B. eine Zweizimmerwohnung angemietet und war nur ein Raum von der Schimmelbildung betroffen, so ergibt sich eine Mietminderung aus der Quadratmeterzahl für diesen Raum. Beispiel: ihre Wohnung hatte 50 Quadratmeter und der betroffene Raum 25 Quadratmeter, so errechnet sich die Mietminderung aus der anteiligen Miete für 25 Quadratmeter, also aus 50 % der Miete = EUR 284,50. Dieser Betrag wird dann um 10-20 % gemindert, was zu einem Betrag von EUR 28,45 bei 10 % oder EUR 58,80 bei 20 % aus einer anteiligen Miete in Höhe von EUR 284,50 als Mietminderung führt. War die ganze Wohnung durch die Schimmelbildung betroffen, können Sie die Mietminderung aus der gesamten Miete berechnen. Da ihre Vermieterin Kenntnis vom Vorliegen des Mietmangels infolge Schimmelbildung hatte nach ihrer Sachverhaltsdarstellung, gehe ich davon aus, dass Sie diesen Mangel ihrer Vermieterin unverzüglich nach Entdeckung durch Sie angezeigt haben. Diese Verpflichtung ergibt sich für Sie aus § 536 c Abs.1 BGB. Hätten Sie dies pflichtwidrig unterlassen und hätte deshalb die Vermieteren keine Abhilfe schaffen können, dann hätten Sie das Recht auf Mietminderung gemäß § 536 c Abs.2 Nr.1 BGB verloren.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

KSRecht



Verändert von KSRecht am 14.12.2009 um 18:52 Uhr EST
Kunde: hat geantwortet vor 8 Jahren.
Wie schon erwähnt, bin ich im Februar umgezogen, meine damalige Vermieterin wusste jedoch schon ca .8 Monate vorher von dem Schimmel. Da wir diesen gemeldet hatten, daraufhin ließ die Vermieterin in zwei der betroffenen Räume die Heizungsrohre an den Wänden verlängern, dadurch wollte sie erreichen, dass es in Zukunft keinen Schimmel mehr geben sollte. Doch es hatte nichts genutzt, das eine Kinderzimmer wurde im Anbau gebaut und war immer extrem kalt. Insgesamt waren in der Wohnung 88 qm, wovon 3 Räume betroffen waren. Sogar beim Auszug wies ich die Vermieterin noch einmal daraufhin und fragt nach, ob ich die Kosten für die Behebung tragen müsse oder ob sie sich darum kümmere. Sie vergewisserte mir, dass sie sich darum kümmern würde und ich keine Kosten tragen sollte.
Bei der Wohnungsübergabe stellte ich jedoch fest, dass nur vor die besagten Wände eine neue Reihe von Panelen angebracht wurde. Und somit der Schimmel nicht wirklich bekämpft wurde. Auch fiel auf, dass das Dach neu gedämmt und eingedeckt wurde, damit nicht mehr so viel feuchtigkeit durchs Dach ins Mauerwerk gelingen konnte.
Könnte ich trotzdem mit einer Mietminderung durchkommen, wenn die Vermieterin felsenfest behauptet, dass der Schimmel mein Eigenverschulden, was jedoch überhaupt nicht möglich ist, da ich immer richtig gelüftet habe, gewesen sein muss??

Sehr geehrte Fragestellerin, Sie können vor dem Hintergrund der Ergänzungen, die Sie zm ursprünglichen Sachverhalt gemacht haben, selbstverständlich die Miete in dem Maße mindern, wie von mir dargelegt wurde. Wenn die Mangelbeseitigung fehlgeschlagen ist, bleibt das Recht auf Mietminderung selbstverständlich bestehen. Da? das Problem für die Schimmelbildung auf der Beschaffenheit der Wohnung beruht wird hier deutlich durch die Tasache, dass ihre Vermiertrin auf ihre Mangelanzeige versuchte, den Schimmelpilz durch bauliche Veränderungen in der Wohnung zu bekämpfen. Sollte ihre Vermieterin trotzdem weiter Mietzahlungen von Ihnen fordern, so machen Sie die Mietminderung gegen diese Anprüche geltend. Wenn dann ihre Vermieterin immer noch meint, von Ihnen Miete fordern zu können, dann soll diese gegen Sie klagen. In diesem Fall können Sie gegen diese Ansprüche die Mietminderung einredeweise geltend machen. Sollte es tasächlich zu einer Zahlungsklage kommen, dann lassen Sie sich durch einen Rechtsanwalt vertreten. Verliert die Vermieterin den Prozeß, muss Sie die gesamten Kosten des Rechtsstreits, also auch die Kosten für ihre anwaltliche Vertretung, tragen.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

KSRecht



Verändert von KSRecht am 14.12.2009 um 19:31 Uhr EST

Sehr geehrte Fragestellerin, bitte überlegen Sie sich, ob Sie meine Bemühungen für Sie durch Akzeptierung meiner Antworten bezahlen.

 

Mit freundlichen Grüssen

 

KSRecht

K. Severin und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.