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Danjel Newerla
Danjel Newerla, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 9380
Erfahrung:  Rechtsanwalt und Diplom Jurist
26039601
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Danjel Newerla ist jetzt online.

Mein Vater hat mir vor 15 Jahren sein Haus vererbt.Er hat sich

Beantwortete Frage:

Mein Vater hat mir vor 15 Jahren sein Haus vererbt.Er hat sich und seiner zweiten Frau,also meiner Stiefmutter, ein lebenslanges Wohnrecht ins Grundbuch eintragen lassen.Mein Vater ist vor 10 Jahren gestorben,seitdem bewohnt meine Stiefmutter das Haus alleine.Nun möchte sie in ein Pfegeheim einziehen,weil sie das Haus nicht mehr alleine bewirtschaften kann.Meine Stiefmutter ist 85 Jahre und gesundheitlich angeschlagen.Meine Frage: Bleibt das Wohnrecht bestehen und bin ich verpflichtet,die Wohnung zu vermieten,um ihren Aufenthalt im Pflegeheim zu finanzieren?
Gepostet: vor 8 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  Danjel Newerla hat geantwortet vor 8 Jahren.

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank zunächst für Ihre Anfrage!


Nachfolgend möchte ich gerne unter Berücksichtung des von Ihnen geschilderten Sachverhalts zu Ihrer Frage wie folgt Stellung nehmen:



Zu 1.) Bleibt das Wohnrecht bestehen ?

Ich gehe davon aus, dass es sich bei dem Wohnrecht um ein in das Grundbuch eingetragenes Nießbrauchsrecht handelt (in der zweiten Abteilung des Grundbuches).

Daher bleibt das Wohnrecht grundsätzlich bestehen. Nach dem Gesetz gibt es (nur) 3 Möglichkeiten, nach denen das Wohnrecht erlischt.

  1. Bei Zusammenfallen von Nießbrauchsrecht und Eigentum (also wenn Ihre Großmutter das Grundstück an welchem sie das Wohnrecht hat übertragen bekommen und neue Eigentümerin werden würde).
  2. Bei Tod des Wohnrechtsinhabers
  3. Bei Zustimmung des Wohnrechtsinhabers zur Löschung des Wohnrechtes aus dem Grundbuch

.

Zu 2.) Bin ich verpflichtet, die Wohnung zu vermieten, um ihren Aufenthalt im Pflegeheim zu finanzieren?

Verpflichtet sind Sie hierzu nicht. Es wäre Ihnen aber in Absprache mit Ihrer Großmutter dringend zu empfehlen, die Wohnung zu vermieten, um eine möglichst sinnvolle wirtschaftliche Nutzung der Wohnung herbeizuführen.

Hierzu müsste Ihre Großmutter als Inhaberin des Wohnrecht zustimmen.



Ich möchte Sie abschließend noch abschließend auf Folgendes hinweisen:

Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann.


So kann nämlich durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen eine
völlig andere rechtliche Beurteilung die Folge sein.

Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführungen geholfen haben. Sie können mich natürlich gerne im Rahmen der Nachfrageoption auf diesem Portal oder über meine E-Mail-Adresse mit mir Verbindung aufnehmen.


Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen restlichen Mittwochabend!


Mit freundlichem Gruß

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

Heilsbergerstr. 16
27580 Bremerhaven
[email protected]
Tel. 0471/3088132







Verändert von Danjel-Philippe Newerla am 02.12.2009 um 21:53 Uhr EST
Danjel Newerla und 2 weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 8 Jahren.
Es ist kein Nießbrauchrecht im Grundbuch eingetragen,lediglich ein unentgeltliches Wohnrecht.Wie ist dann die Rechtslage?
Experte:  Danjel Newerla hat geantwortet vor 8 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich Ihnen sehr gerne wie folgt beantworten möchte:

Wenn es eine Vereinbarung gibt's über ein unentbehrliches Wohnrecht, aber keine Eintragung im Grundbuch erfolgt ist, so handelt es sich um ein so genanntes schuldrechtliches Nießbrauchrecht. Ein solches ist auch wirksam und das Nießbrauchrecht endet auch hier genau nach den drei Varianten, die ich Ihnen bereits oben näher beschrieben habe.

Der Unterschied zwischen einem schuldrechtlichen und einem dinglichen, also im Grundbuch eingetragenen Wohnrecht ist, dass bei einer Veräußerung des Grundstückes das Wohnrecht im Falle der Eintragung im Grundbuch bestehen bleibt, das schuldrechtliche Wohnrecht aber gegenüber einem neuen Erwerber des Grundstückes bzw. der Wohnung keine Wirkung hätte.

Zudem kommt es darauf an, ob das unentgeltliche Wohnrecht schriftlich oder mündlich vereinbart wurde. Es kann zwar auch mündlich vereinbart werden, dann hätte Ihre Stiefmutter aber im Streitfall Probleme ,dieses Wohnrecht auch zu beweisen.

Ich hoffe Ihre Nachfrage zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben. Sollten noch Unklarheiten bestehen, so fragen Sie bitte nach.

Ansonsten wünsche ich Ihnen noch einen angenehmen Donnerstagnachmittag und verbleibe

Mit freundlichem Gruß

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

Heilsbergerstr. 16
27580 Bremerhaven
[email protected]
Tel. 0471/3088132
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