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Danjel Newerla
Danjel Newerla, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 9380
Erfahrung:  Rechtsanwalt und Diplom Jurist
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Danjel Newerla ist jetzt online.

Hallo zusammen, mein Vater ist sterreich mit Hauptwohnsitz

Diese Antwort wurde bewertet:

Hallo zusammen,
mein Vater ist Österreich mit Hauptwohnsitz in der BRD, ist im August in seiner Heimat Österreich verstorben. Er ist verheiratet mit einer deutschen Frau (nicht meine Mutter, die ist bereits gestorben). Es gibt 2 Häuser in Österreich und eine Eigentumswohnung in der BRD + Vermögen. Wer erbt was?

Sehr geehrter Ratsuchender ,

vielen Dank zunächst für Ihre Anfrage!


Unter Berücksichtigung Ihrer Angaben beantworte ich die von Ihnen gestellte Frage sehr gerne zusammenfassend wie folgt:

Zum besseren Gesamtverständnis möchte ich einleitend kurz klären, nach welchem Landesrecht der vorliegende Sachverhalt in erbrechtlicher Hinsicht zu beurteilen ist. In Betracht kommt österreichisches Erbrecht, das der Erblasser österreichischer Staatsbürger ist, sowie deutsches Erbrecht, da der Erblasser mit einer deutschen Frau verheiratet war und Grundbesitz in der BRD hatte.


Die Klärung dieser Frage wird nach internationalem Privatrecht beurteilt, welches im EGBGB (Einführungsgesetz zum bürgerlichen Gesetzbuch) geregelt ist.

Eine nähere Bestimmung befindet sich hierzu in Art. 25 EGBGB. Hiernach unterliegt die Rechtsnachfolge von Todes wegen dem Recht des Staates, dem der Erblasser im Zeitpunkt seines Todes angehörte. Demnach ist vorliegend österreichisches Erbrecht anwendbar.

Nun gilt noch die Frage zu klären, wer was bzw. wie viel erbt. Ich gehe nach Ihrer Schilderung davon aus, dass als Erben die Ehefrau und Sie als Kind vorhanden sind. Ob noch testamentarische Erben vorhanden sind, geht aus Ihrem Sachverhalt nicht hervor, auch nicht, ob Sie noch Geschwister haben, so dass ich von der Ehefrau und Ihnen als Erben ausgehe.

Gem. § 731 Abs.1 ABGB sind Sie als Kind erbberechtigt. Gem. § 757 Abs.1 ABGB erbt die Ehefrau neben Ihnen 1/3 des Nachlasses.

Sie erben also 2/3, die Ehefrau 1/3. Daher bilden Sie eine Erbengemeinschaft und sind somit Miteigentümer an den Immobilien (zu 2/3, 1/3 Miteigentumsanteil hat die Ehefrau).Das Vermögen muss grundsätzlich im Verhältnis der Erbquoten aufgeteilt werden.

Nachfolgend habe ich Ihnen die maßgeblichen gesetzlichen Bestimmungen des österreichischen Erbrecht zum besseren Nachvollziehen meiner Ausführungen beigefügt:

§ 731 ABGB – Parentelensystem

(1) Zur ersten Linie gehören diejenigen, welche sich unter dem Erblasser, als ihrem Stamme, vereinigen, nämlich: seine Kinder und ihre Nachkömmlinge.
(2) Zur zweiten Linie gehören des Erblassers Vater und Mutter samt denjenigen, die sich mit ihm unter Vater und Mutter vereinigen, nämlich: seine Geschwister und ihre Nachkömmlinge.
(3) Zur dritten Linie gehören die Großeltern samt den Geschwistern der Eltern und ihren Nachkömmlingen.
(4) Von der vierten Linie sind nur des Erblassers erste Urgroßeltern zur Erbfolge berufen.

§ 757 ABGB

§ 757. (1) Der Ehegatte des Erblassers ist neben Kindern des Erblassers und deren Nachkommen zu einem Drittel des Nachlasses, neben Eltern und Geschwistern des Erblassers oder neben Großeltern zu zwei Dritteln des Nachlasses gesetzlicher Erbe. Sind neben Großeltern Nachkommen verstorbener Großeltern vorhanden, so erhält überdies der Ehegatte von dem restlichen Drittel des Nachlasses den Teil, der den Nachkommen der verstorbenen Großeltern zufallen würde. Gleiches gilt für jene Erbteile, die den Nachkommen verstorbener Geschwister zufallen würden. In den übrigen Fällen erhält der Ehegatte den ganzen Nachlass.

(2) In den Erbteil des Ehegatten ist alles einzurechnen, was dieser durch Ehepakt oder Erbvertrag aus dem Vermögen des Erblassers erhält.

Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführungen geholfen haben. Sie können mich natürlich gerne im Rahmen der Nachfrageoption auf diesem Portal oder über meine E-Mail-Adresse mit mir Verbindung aufnehmen.


Ich möchte Sie gerne noch abschließend auf Folgendes hinweisen: Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann. So kann nämlich durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen eine völlig andere rechtliche Beurteilung die Folge sein.


Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Samstagabend und ein schönes Wochenende!


Mit freundlichem Gruß

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

Heilsbergerstr. 16
27580 Bremerhaven
[email protected]
Tel. 0471/3088132
Fax.0471/57774

Danjel Newerla und 2 weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.