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K. Severin
K. Severin, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 970
Erfahrung:  Steuerrecht, Zivilrecht
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K. Severin ist jetzt online.

Sehr geehrte Damen und Herren, unsere Story ist schon ein

Diese Antwort wurde bewertet:

Sehr geehrte Damen und Herren,

unsere Story ist schon ein bischen weiter gegangen als einfacher Streit über Besüche.
Ich als Mutter habe ab Geburt meines Kindes (1 Jahr 8 Monate alt) gekämpft um einen Vaterschaftanerkennung. Durch Beistandschaften wurde es nur im oktober 2009 geklärt.Es hat so lange gedauert nur darum, dass Vater von mir im Nowember 2007 unbekannt verzogen ist. Ab Ende August 2009 bis heute hat schon zwei Adressen gewechselt.
Für das ältere Kind vom desselben Vater (3 Jahre alt)habe ich bei der Lehrdienststelle vom Jugendamt versucht Vaterbesüche zu klären.Ich wolle es beim Jugendamt regeln lassen, weil Kleine liebt ihn total und hat Sehensucht bis Fieber 38,39 Grad.
aber mit dem Vater kommen wir trotztdem nicht zu Recht. Er will unbedingt Kinder bei mir besuchen oder spaziergehen, sondern zu ihm fahren und Kinder beim ganzen Tag lassen. Ich bin dagegen, sein Lebenwandeln beunruhigt mich. Konnen Sie mir helfen, einen Tipp geben, wie wir das klären können.

Sehr geehrter Fragesteller, das Umgangsgrecht des Kindes mit seinen Eltern ist in § 1684 Abs.1 ff. BGB geregelt. Nach § 1684 Abs.1 BGB hat das Kind ein Recht auf Umgang mit jedem Elternteil, jeder Elternteil ist zum Umgang mit dem Kind berechtigt und verpflichtet. Gemäß § 1684 Abs.3 S.1 BGB kann das Familiengericht über den Umfang des Umgangsrechts sowie die Ausübung des Selben durch einen Elternteil entscheiden.

Das Umgangsrecht kann darüber hinaus gerichtlich durch das Familiengericht gemäß § 1684 Abs.4 S.1 BGB eingeschränkt oder ausgeschlossen werden, wenn dies zum Wohle des Kindes erforderlich ist. Eine Entscheidung des Familiengerichts, die das Umgangsrecht eines Elternteile oder dessen Vollzug für längere Zeit oder auf Dauer einschränkt kann gemäß § 1684 Abs.4 S.2 BGB nur ergehen, wenn andernfalls das Wohl des Kindes gefährdet wäre. Zum Schutze des Kindeswohls kann das Familiengericht gemäß § 1684 Abs.4 S. 3 anordnen, dass der Umgang eines Elternteils mit dem Kind nur stattfinden darf, wenn ein mitwirkungsbereiter Dritter anwesend ist. Gemäß § 1684 Abs.4 S.4 BGB kann Dritter auch ein Träger der Jugendhilfe oder ein Verein sein, dieser bestimmt dann jeweils, welche Einzelperson diese Aufgabe wahrnimmt.

Aus den zuvor dargestellten Vorschriften lässt sich aufgrund des von Ihnen dargestellten Sachverhalts folgendes ableiten:

Wenn Sie wollen, dass das Umgangsrecht ihres Kinder mit dem Vater auf eine ganz bestimmte Art und Weise durch diesen wahrgenommen wird und auch der Umfang dieses Umgangsrechts bestimmt werden soll, weil dies das Wohl ihres Kindes erfordert, können Sie gemäß § 1684 Abs.3 BGB einen entsprechenden Antrag beim Familiengericht stellen. Das Familiengericht wird dann einen Verhandlungstermin bestimmen. An diesem Termin können Sie vortragen, warum das Umgangsrecht durch den Vater auf eine bestimmte Art und Weise erfolgen soll und in welchem Umfang. Folgt das Gericht ihren Antrag, wird es eine entsprechende Entscheidung treffen, an die der Vater dann rechtlich gebunden ist. Darüber hinaus kann das Familiengericht nach § 1684 Abs. 4 BGB auch anordnen, dass der Vater ihres Kindes sein Umgangsrecht nur unter Aufsicht eines Dritten in einer dafür vorgesehenen Einrichtung ausüben kann, damit daS Kindeswohl nicht durch den Vatwer gefährdet werden kann und Sie diesbezüglich einen entsprechenden Antrag stellen und begründen. Ein Anspruch auf Beratung und Unterstützung durch das Jugendamt hinsichtlich der Ausübung des Umgangsrechts ergibt sich für Sie aus § 18 Abs. 3 Sozialgesetzbuch VIII. Deshalb rate ich Ihnen, sich zunächst in dieser Frage vom Jugendamt beraten zu lassen. Sofern Sie das Umgangsrecht des Kindes durch das Familiengericht regeln lassen wollen, müssen auf jeden Fall einen Rechtsanwalt aufzusuchen, am Besten einen Fachanwalt für Familienrecht.

Dieser sorgt dann dafür, dass ein Gerichtstermin vor dem Familiengericht stattfindet, in dem das Umgangsrecht des Vaters mit ihrem Kind durch Entscheidung des Familiengerichts geregelt wird. Ich hoffe Ihnen geholfen zu haben und verbleibe mit freundlichen Grüssen, KSRecht



Verändert von KSRecht am 14.11.2009 um 09:40 Uhr EST
K. Severin und 2 weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.