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Danjel Newerla
Danjel Newerla, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 9380
Erfahrung:  Rechtsanwalt und Diplom Jurist
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Danjel Newerla ist jetzt online.

Sehr geehrte Damen u. Herren,im Jahr 2007 musste ich die

Kundenfrage

Sehr geehrte Damen u. Herren, im Jahr 2007 musste ich die Insolvenz für meine Firma anmelden,da das eine GbR war endstand dadurch gleichzeitig die Ptivatinsolvenz. Wir haben pünktlich die Raten für unsere Immobilienkredit gezahlt, trotzdem wurde der Kredit seitens der Bank gekündigt. Unser zweiter Kredit ist bei der Allianzversicherung, die eine Kündigung nicht als notwendig erachtet haben, da wir ja weiterhin den Kredit bedienen. Die Bank beruft sich auf ein Gesetz der EU das besagt, das im Falle einer Insolvenz alle Kredite zu kündigen sind. Wir sind zahlungsfähig u. sollen trotzdem unser Haus unter Wert verkaufen. Ich frage mich , wo bleibt da die Logig? Meine Frau u. meine 2 Kinder sind gezwungen alles aufzugeben, nur weil die Bank nicht einlängt. Was können wir tun? Müssen wir das Haus wirklich verkaufen? Mit freundlichen Grüßen B. Kunde [email protected]
Gepostet: vor 9 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  K. Severin hat geantwortet vor 9 Jahren.
Sehr geehrter Herr Kunde, ein Recht zur frislosen Kündigung ihres Immobilienkredits könnte sich für ihre Bank aus § 490 Abs.1 BGB ergeben haben. Nach dieser Vorschrift kann ein Darlehensvertrag durch ein Kreditinstitut in der Regel nach Auszahlung an den Darlehensnehmer gekündigt werden, wenn in den Vermögenverhältnissen des Darlehensnehmers oder in der Werthaltigkeit einer für das Darlehen gestellten Sicherheit eine wesentliche Verschlechterung eingetreten ist oder einzutreten droht und dadurch die Rückzahlung des Darlehens, auch unter Verwertung der Sicherheit, gefährdet wird. Für Sie folgt daraus, dass wenn durch ihre Privatinsolvenz eine wesentliche Verschlechterung ihrer Vermögensverhältnisse eingetreten und dadurch die Rückerstattung des Immobiliendarlehens gefährdet ist, eine frislose Kündigung des Immobilienkredits durch den Darlehensgeber erfolgen kann, wenn auch eine Verwertung der von Ihnen gestellten Sicherheit nicht aureichen würde, um den Anspruch auf Darlehensrückerstattung erfüllen zu können. Nach der frislosen Kündigung sind Sie zur Rückerstattung der gesamten, an Sie ausbezahlten Darlehenssumme verpflichtet. Damit Sie nicht das mit dem Immobiliendarlehen finanzierte Haus verkaufen müssen, um aus dem Kaufpreis den Anspruch auf Darlehensrückerstattung erfüllen zu können, würde ich an ihrer Stelle versuchen, den Anspruch auf Rückerstattung des Darlehens durch die Aufnahme eines weiteren Kredits zu begleichen. Daran könnte gedacht werden, wenn ihre Ehefrau nicht durch ihre Privatinsolvenz mit betroffen ist, weil Gütertrennung eherechtlich zwischen ihrem und dem Privatvermögen ihrer Ehefrau besteht und diese über eigenes werthaltiges Vermögen verfügt, das Sie als Sicherheit für eine neue Kreditaufnahme einsetzen kann.

Verändert von KSRecht am am 05.11.2009 um 11:02 Uhr
Experte:  Danjel Newerla hat geantwortet vor 9 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender, vielen Dank zunächst für Ihre Anfrage! Nachfolgend möchte ich gerne unter Berücksichtung des von Ihnen geschilderten Sachverhalts zu Ihren Fragen wie folgt Stellung nehmen: Leider stellt das Verhalten der Bank in Anbetracht der rechtlichen Wirkungen eines Insolvenzverfahrens die regelmäßige Verhaltensweise einer Bank dar. In solchen Fällen erfolgt die Kündigung meistens bereits bei Beantragung des Insolvenzverfahrens bzw. wenn die Bank Kenntnis hiervon erlangt. Kredite, die wie offensichtlich in Ihrem Fall auch eine feste Vereinbarung über Auszahlung und Rückzahlung enthalten, wie etwa Annuitätendarlehen und Ratenkredite, sind gem. § 41 InsO mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens fällig, so dass der Kreditvertrag damit erledigt ist. Zudem ergibt sich ein Kündigungsrecht der Bank aus § 490 Abs. 1 BGB sowie den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Banken (Nr. 19 Abs. 3 AGB), nach denen eine fristlose Kündigung insbesondere berechtigt ist, wenn eine wesentliche Verschlechterung der Vermögenslage des Kreditnehmers eintritt und dadurch die Erfüllung seiner Verbindlichkeiten auch unter Berücksichtigung der gestellten Sicherheiten gefährdet ist. Zwar bedienen Sie Ihre Darlehensraten weiter, jedoch stellt allein schon die Eröffnung des Insolvenzverfahrens eine erhebliche Vermögensgefährdung und somit einen außerordentlichen Kündigungsgrund im Hinblick auf den Darlehensvertrag dar. Sofern Sie dann die noch offenen restlichen Raten nicht begleichen können, wird die Bank voraussichtlich die Zwangsversteigerung einleiten. Dies sieht man in der Praxis leider relativ häufig. Daher rate ich Ihnen zu folgender Vorgehensweise: Im Endeffekt liegt es an de Bank, ob diese den Kredit kündigt. Sie müssten also der Bank vermitteln, dass der Kredit weiterhin abbezahlt werden kann und Sie insbesondere aufgrund der Insolvenz nicht zahlungsunfähig sind und in naher Zukunft auch nicht werden. Daher könnten Sie de Bank anbieten, die monatlichen Raten etwas, sofern Ihnen dies möglich ist, zu erhöhen. Oft lassen sich Banken hierauf ein. Ansonsten müssten Sie versuchen der Bank andere Sicherheiten für den Kredit anzubieten. In der Praxis reicht es häufig aus, wenn sich ein Bürge finden lässt, der sich gegenüber der Bank für den Darlehensrückzahlungsanspuch verbürgt. Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführungen geholfen haben. Ansonsten wünsche ich Ihnen noch einen angenehmen Samstagnachmittag und ein schönes Wochenende sowie alles Gute! Mit freundlichem Gruß Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt Heilsbergerstr. 16 27580 Bremerhaven [email protected] Tel. 0471/3088132 Fax 0471/57774