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Samuel Bohtz
Samuel Bohtz,
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 118
Erfahrung:  Rechtsanwalt at Einfachrecht
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Samuel Bohtz ist jetzt online.

Betrifft Arbeitsrecht Schweiz, Lohnfortzahlung geehrte

Diese Antwort wurde bewertet:

Betrifft Arbeitsrecht Schweiz, Lohnfortzahlung im KrankheitsfallSehr geehrte Anwaltschaft,Lohnfortzahlung:
ich habe am 01.12.2019 bei einem Schweizer Unternehmen eine neue Stelle mit 80% Arbeitspensum angetreten. Im Juni 2020, haben wir das Pensum auf 100% hochgesetzt. Dazu hat es dann auch im April 2020 einen neuen Arbeitsvertrag gegeben. Der alte Arbeitsvertrag aus 2019, wurde mit Vertragsunterzeichnung im April 2020 zu Ende Juni 2020 gekündigt. Das Arbeitsverhältnis als Solches, war aber nie unterbrochen. Am 14. Juli 2020 bin wohl für längere Zeit erkrankt und derzeit auch regulär krankgeschrieben. Die Frage, die ich mir nun stelle ist: Habe ich Anspruch auf Lohnfortzahlung, weil ja der alte Vertrag aus 2020 gekündigt wurde? Eine Probezeit wurde ausgeschlossen.Urlaub:
Nun hat der Arbeitgeber angekündigt, mir die Anstellung nach Ablauf der Sperrfrist, also 30 Tage nach Beginn der Krankschreibung, zu kündigen. Das wäre also mit 2 monatiger Frist zum 31.10.2020. Nun hatte ich bereits vor der Ankündigung der Kündigung 10 Arbeitstage, also 2 Wochen, Urlaub eingereicht. Ich habe dem Betrieb nach dieser Ankündigung mitgeteilt, dass ich meinen Urlaub zurückziehe, weil der Urlaubsanspruch dann nicht mehr ausreicht. Ausserdem wird wohl pro 30 Tage Fehlzeit, laut Vertrag, der Urlaubsanspruch reduziert. Kann ich meinen genommen Anspruch auf Urlaub einfach zurücknehmen. Es ist dann ja faktisch kein Urklaub, da ich mich um eine neue Stelle bemühen muss. Ausserdem hätte ich keine Ruhe. Meine Urlaubsunfähigkeit wurde im Arztzeugnis nicht explizit ausgesprochen. Aber mir zu kündigen und dann unbezahlten Urlaub verrechnen halte ich für nicht rechtens.Ich wäre froh, wenn Sie mir mit entsprechender Auskunft weiterhelfen könnten. Den Vertrag kann ich Ihnen senden, bzw. wenn due Möglichkeit besteht, hänge ich diesen an.Freundliche Grüsse
Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Habe den Vertrag soeben angehängt. Zum Punkt Lohnfortzahlung geht es vorallem um die Punkte 6.1 und 8. Bei dem Uralubsanspruch um den Punkt 7.3.

Sehr geehrter Fragesteller

Vielen Dank für die Nutzung von JustAnswer. Mein Name Samuel Bohtz und ich arbeite seit mehr als 17 Jahren als Rechtsanwalt. Gerne werde ich mich mit Ihrem Anliegen beschäftigen. Bitte geben Sie mir etwas Zeit, während ich Ihre Antwort formuliere. Vielen Dank für Ihre Geduld.

Freundliche Grüsse

RA lic. iur. Samuel Bohtz

https://www.justanswer.de/anwalt/expert-samuel-bohtz

Sehr geehrter Fragesteller

Vielen Dank für die Nutzung von JustAnswer. Gerne beantworte ich Ihre Anfragen wie folgt:

Lohnfortzahlung

Gemäss Arbeitsvertrag wurde eine Kollektivkrankentaggeldversicherung vereinbart, womit das Taggeld nach Art. 72 Abs. 3 KVG (https://bit.ly/33ywfPo) für eine oder mehrere Erkrankungen während mindestens 720 Tagen innerhalb von 900 Tagen zu leisten ist. Taggeldversicherungen nach KVG erbringen dagegen (teilweise im Gegensatz zu Versicherungslösungen nach VVG) grundsätzlich keine Leistungen über den Kündigungstermin des Arbeitsverhältnisses hinaus. Gemäss Ziffer 8 des Arbeitsvertrages vom 28.4.2020 scheint m.A. klar, dass dieser neue lediglich eine Änderung des bereits früher vereinbarten Arbeitsvertrages darstellt. Somit kann sich der Arbeitgeber bzw. KVG-Versicherung nicht auf Art. 324a OR (https://bit.ly/2XxGcse) berufen (Lohnfortzahlung grundsätzlich erst nach Ablauf der 3-monatigen Probezeit).

Arbeitslosen Versicherten ist bei einer Arbeitsunfähigkeit von mehr als 25 Prozent das halbe Taggeld und bei mehr als 50 Prozent das ganze Taggeld auszurichten. Zudem haben arbeitslose Versicherte gegen angemessene Prämienanpassung darauf Anspruch, dass ihre bisherige Versicherung in eine Versicherung mit Leistungsbeginn ab dem 31. Tag geändert wird.

Ferien

Nach Art. 329a OR (https://bit.ly/33vycvV) kann der Arbeitgeber die Ferien für jeden vollen Monat der Verhinderung um einen Zwölftel kürzen. Davon darf im Arbeitsvertrag nach Art. 362 OR nicht zuungunsten des Arbeitnehmers abgewichen werden. Ziffer 7.3. Ihres Arbeitsvertrages darf somit nicht anderweitig verstanden bzw. angewendet werden.

Sperrfrist

Während dem ersten Anstellungsjahr – in Ihrem Fall vom 1.12.2019 bis 1.12.2020 – besteht eine 30-tägige Kündigungssperrfrist, wonach der Arbeitgeber nach Ablauf von 30 Tagen Arbeitsunfähigkeit den Arbeitsvertrag kündigen darf, auch wenn Sie weiterhin ärztlich arbeitsunfähig geschrieben sind.

Konnte ich Ihnen mit meiner Auskunft weiterhelfen? Dann danke ***** ***** zum Voraus für die positive Bewertung meiner Antwort (Anklicken von drei bis fünf Sternen), damit die Vergütung ausgelöst werden kann. Wenn Sie weitere Hilfe benötigen, wenden Sie sich bitte mit einer weiteren Frage an mich oder buchen Sie eine telefonische Besprechung (Premium Service) mit mir.

Freundliche Grüsse

RA lic. iur. Samuel Bohtz

https://www.justanswer.de/anwalt/expert-samuel-bohtz

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Also erhalte ich nach Ihrer Auffassung eine Lohnfortzahlung?
Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Eine Probezeit wurde nicht vereinbart...

Sehr geehrter Fragesteller

Jawohl. Gemäss meinen Ausführungen zur Lohnfortzahlung sehe ich keinen Grund, der die Lohnfortzahlung verhindern würde.

Freundliche Grüsse

RA lic. iur. Samuel Bohtz

https://www.justanswer.de/anwalt/expert-samuel-bohtz

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Danke für die Information. Eine letzte Frage noch zum Urlaub. Meine 10 Tage Urlaub habe ich mit Ankündigung der Kündigung zurückgenommen. Muss der Arbeitgeber das akzeptieren, da mir ja gar nicht mehr soviel Urlaub zusteht? Ansosnten wäre dieser unbezahlt.

Sehr geehrter Fragesteller

Ich verstehe leider Ihre Frage nicht ganz. Nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses kann der nichtbezogene Ferienanspruch in Geld abgefunden werden. Dies gilt in erster Linie dann, wenn der Arbeitnehmer seine Ferien nicht beziehen konnte, weil er krank gewesen ist. Der Feriensaldo könnte dann vom Arbeitgeber gemäss vorgenanntem Art. 329b OR um 1/12 pro vollem Monat Arbeitsunfähigkeit gekürzt werden.

Freundliche Grüsse

RA lic. iur. Samuel Bohtz

https://www.justanswer.de/anwalt/expert-samuel-bohtz

Samuel Bohtz und weitere Experten für Schweizer Recht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Vielen Dank für Ihre ausführlichen Antworten.

Besten Dank ebenfalls.