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Samuel Bohtz
Samuel Bohtz,
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 84
Erfahrung:  Rechtsanwalt at Einfachrecht
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Samuel Bohtz ist jetzt online.

Bin Sekretärin in einem KMU. Nun haben wir folgende

Diese Antwort wurde bewertet:

Bin Sekretärin in einem KMU. Nun haben wir folgende Situation: eine Mitarbeiterin hat vor 2 Monaten angekündigt, dass sie eine andere Anstellung mit 30% angenommen hat und ihr Pensum bei uns auf 20% reduzieren möchte. Da wir wegen Corona in einem finanziellen Engpass sind, kam uns das gerade zu pass und wir haben mündlich zugestimmt. Nun hat diese Mitarbeiterin vor 1 Woche schriftlich mitgeteilt, dass sie diese neue Stelle wegen Corona nun doch nicht antreten kann und sie möchte weiterhin 50% arbeiten. Wenn uns das nicht passt, müssten wir sie kündigen. Wir haben uns nun zur Kündigung entschlossen. Sie hat 2 Monate Kündigungsfrist. Nun folgende Fragen: 1: welchen Lohnanspruch hat sie während der Kündigungsfrist? 20% oder 50%?
JA: Wie lange waren Sie dort angestellt?
Customer: 2: wenn wir, weil die Zusammenarbeit nicht mehr möglich ist, einen Aufhebungsvertrag machen möchten, wie hoch muss die „Abfindung“ sein, denn wir befürchten, dass sie auf krank machen wird ( hat schon öfters wegen Migräne geklagt). Sie hat 90 Tage Sperrfrist. Wie lange könnte sie die Kündigungsfrist künstlich verlängern, wenn sie während laufender Frist immer mal wieder mit einem Arbeitsunfähigkeitszeugnis auftauchen würde? Sie ist im 2. Anstellungsjahr
JA: Vielen Dank. Gibt es noch weitere Details, die Sie dem Anwalt mitteilen wollen?
Customer: Sie benimmt sich den Chef gegenüber seit einiger Zeit sehr respektlos und macht Stimmung gegen ihn.
Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Die Kündigung erfolgte mit Brief, der aber persönlich übergeben wurde, bisher aber der Empfang nicht schriftlich bestätigt wurde. Müssen wir die Kündigung sicherheitshalber noch per Einschreiben vor Monatsende abschicken?

Sehr geehrte Fragestellerin

Vielen Dank für die Nutzung von JustAnswer. Gerne beantworte ich Ihre Anfrage wie folgt:

Frage 1

Es gilt das Teilzeitpensum, was vereinbart, d.h. gelebt und bezahlt wurde. Die tatsächlich erfolgte Reduktion um 30 % auf noch 20 % erfolgte – Ihrer Nachricht zu schliessen – im gegenseitigen, mündlichen Einvernehmen unter Nichteinhaltung der vertraglichen oder gesetzlichen Kündigungsfrist.

Frage 2

Nach Art. 336c OR (https://bit.ly/2VTAEa4) besteht im zweiten Anstellungsjahr eine Sperrfrist von 30 Tagen, während der keine Kündigung ausgesprochen werden kann. In Ihrem Betrieb wurde offenbar eine Sperrfrist von 90 Tagen vereinbart. Die Sperrfrist ist einmal von Bedeutung für die Zeitdauer, während welcher der Arbeitnehmerin während ihrem Krankenstand nicht gekündigt werden kann und/oder andererseits für die Verschiebung der Kündigungsfrist: Erkrankt die Arbeitnehmerin erst nach Beginn der Kündigungsfrist, verschiebt sich der Kündigungstermin um die Dauer der Krankheitstage auf das Monatsende – also um höchstens 90 Tage. Eine praktische grafische Übersicht für die nicht ganz einfache Berechnung finden Sie hier: https://bit.ly/2S9cAig. Wichtig: Die gesetzlich vorgesehene Verlängerung bzw. Verschiebung der Kündigungsfrist gilt auch bei einer vereinbarten Freistellung. Eine Freistellung verhindert die Sperrfristen nicht.

Eine andere Frage ist die der Lohnfortzahlung. Die bemisst sich unabhängig allfälliger Kündigungsfristverlängerungen nach Art. 324a OR, d.h. den bekannten Skalen (https://bit.ly/2xZzKAU) oder der vereinbarten Kollektivkrankentaggeldversicherung. Besteht Verdacht, dass die Arbeitnehmerin zu Unrecht Krankentaggelder bezieht, kann die Arbeitgeberin von der Taggeldversicherung eine vertrauensärztliche Untersuchung fordern.

Konnte ich Ihnen mit meiner Auskunft weiterhelfen? Dann danke ***** ***** zum Voraus für die positive Bewertung meiner Antwort (Anklicken von drei bis fünf Sternen), damit die Vergütung ausgelöst werden kann. Wenn Sie weitere Hilfe benötigen, wenden Sie sich bitte mit einer weiteren Frage an mich oder buchen Sie eine telefonische Besprechung (Premium Service) mit mir.

Freundliche Grüsse

RA lic. iur. Samuel Bohtz

Samuel Bohtz und weitere Experten für Schweizer Recht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Sehr geehrter Herr Bohtz
Noch eine ergänzende Frage: könnte man mit einem Aufhebungsvertrag und der Zahlung einer Abfindung von z. B 3 zusätzlichen Monatslöhnen sich nicht sozusagen aus der Lohnfortzahlungspflicht freikaufen?

Sehr geehrte Fragestellerin

Im Anschluss an unser heutiges Telefonat eine Klarstellung/Präzisierung: Eine Kündigung mit Freistellung verhindert die Sperrfristen wie besprochen nicht. Wurde jedoch eine Aufhebungsvereinbarung mit Freistellung vereinbart, kommen die Sperrfristen nicht mehr zur Anwendung und das Arbeitsverhältnis verlängert sich nicht. Ich war da etwas unklar und danke für Ihr Verständnis!

Freundliche Grüsse

RA lic. iur. Samuel Bohtz