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Samuel Bohtz
Samuel Bohtz,
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 50
Erfahrung:  Rechtsanwalt at Einfachrecht
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Samuel Bohtz ist jetzt online.

Wegen eines von einem Handwerker verursachten Wasserschadens

Diese Antwort wurde bewertet:

Wegen eines von einem Handwerker verursachten Wasserschadens muss ich für rund 3 Monate im Hotel wohnen. Kann ich nun ausser für die Kosten auch für die unkomfortablen Umstände Entschädigung verlangen?

In der Schweiz Kanton Basel-Stadt

Vorab werden die Kosten von der Gebäudeversicherung und der Hausratversicherung übernommen, die dann die Versicherung des Handwerkers in Anspruch nehmen werden. Täglich muss ich vom Hotel in den Teil meiner Wohnung fahren, der eine Ebene höher liegt und wo sich mein Büro befindet.

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Sehr geehrte Fragestellerin

Sehr geehrter Fragesteller

 

Vielen Dank für die Nutzung von JustAnswer. Gerne beantworte ich Ihre Anfrage wie folgt:

 

Bei Schäden, welche von und durch Drittpersonen versucht wurden, ist immer zwischen der gesetzlichen und vertraglichen Haftung sowie der Versicherungsdeckung der involvierten Parteien zu unterscheiden. Erfahrungsgemäss sind Wasserschadenfälle oftmals dornenvoll in der Regulierung.

 

Nach Art. 368 Abs. 2 OR (https://bit.ly/2voo0Xi) haftet der Unternehmer für sogenannte Mangelfolgeschäden in Form von Vermögenseinbussen (bspw. Ersatzwohnung bis Mangel behoben, Heizungskosten) oder entgangener Gewinn (bspw. Betriebsausfall, Produktionsausfall) bei Verschulden. Nicht selten werden jedoch Mangelfolgeschäden in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen oder im Auftrag ausgeschlossen (bspw. für Betriebsausfallkosten), was nach Art. 100 OR im Bereich der leichten Fahrlässigkeit grundsätzlich zulässig ist. Für grobfahrlässig verursachten Schaden ist eine Wegbedingung der vertraglichen Haftung für Mangelfolgeschäden jedoch unzulässig.

 

Erleidet der Besteller durch den Unternehmer einen Vermögensschaden (konkreter Nutzungsausfall), hat der Unternehmer ihm für diesen Schaden aus Vertragsverletzung einzustehen, wenn die weiteren Haftungsvoraussetzungen gegeben sind. Zu ersetzen sind etwa die Kosten einer Unterkunft, die der Bauherr für die Dauer der Nachbesserungsarbeiten bezieht. Möglich ist aber auch, dass der Nutzungsausfall ohne Vermögensfolge (abstrakter Nutzungsausfall) bleibt. Mit BGE 126 III 388 E. 11c104 verweigerte jedoch das Bundesgericht einem Ehepaar, das seine neuerbaute Villa infolge Wasserinfiltration nur eingeschränkt nutzen konnte, jeden Ersatz für die erlittene „perte de jouissance“. Das Bundesgericht führte aus, dass entgangene Nutzungsmöglichkeiten zwar zu einem Mangelfolgeschaden führen können, aber nicht selber schon Schaden sind.

 

Rein rechtlich sind somit nur konkrete Nutzungsausfälle entschädigungspflichtig. In Ihrem Fall also dann, wenn die „unkonfortablen Umstände“ konkret in einem Geldbetrag ausgewiesen werden könnten bzw. wenn die unkonfortablen Umstände zu einem in Geld messbaren Schaden geführt haben (bsp. stundenweiser Zuzug von Hilfspersonal, Ausfall von Kunden, erhöhte Kundenbetreuungskosten oder dergleichen).

 

Unabhängig davon empfehle ich Ihnen jedoch sehr, gegenüber dem „fallführenden“ Schadeninspektor auf einer angemessenen Umtriebs-, Reinigungs- oder Inkonvenienzentschädigung zu bestehen. Unterschreiben Sie bspw. einen Schadenregulierungsvorschlag nur dann, wenn dieser Schadensposten genügend berücksichtigt wurde. Die Schadeninspektoren verfügen für gewöhnlich über einen erheblichen Ermessensspielraum in der Schadenregulierung.

 

Konnte ich Ihnen mit meiner Auskunft weiterhelfen? Dann danke ich Ihnen zum Voraus für die positive Bewertung meiner Antwort (Anklicken von drei bis fünf Sternen), damit die Vergütung ausgelöst werden kann. Wenn Sie weitere Hilfe benötigen, wenden Sie sich bitte mit einer weiteren Frage an mich oder buchen Sie eine telefonische Besprechung (Premium Service) mit mir.

 

Freundliche Grüsse

RA lic. iur. Samuel Bohtz

Samuel Bohtz,
Kategorie: Schweizer Recht
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