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Advokaturbüro
Advokaturbüro, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 3872
Erfahrung:  Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
54307587
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Advokaturbüro ist jetzt online.

Hallo, ich ziehe 2018 in die Schweiz (Bern) und möchte dort

Kundenfrage

Hallo,
ich ziehe im September 2018 in die Schweiz (Bern) und möchte dort als Einzelunternehmer arbeiten. Bisher habe ich in Deutschland als Angestellter gearbeitet im Bereich IT/Webentwicklung. Nun möchte ich in der Schweiz eigenständig auftreten, auf eigenes Risiko arbeiten und meine eigenen Kunden suchen. Trotzdem möchte ich für meinen alten Arbeitgeber, besonders in der Anfangsphase, Projekte mit maximal 20 Wochenstunden durchführen, um schon mal Einkommen generieren zu können. Dazu habe ich folgende Fragen:
1) Was muss ich dabei beachten?
2) Könnte diese Tätigkeit als Scheinselbständigkeit eingestuft werden?
3) Muss ich für jedes Projekt, auch mit anderen Kunden, einen Werk-/Dienstvertrag abschließen?
4a) Gibt es sinnvolle Alternativen zum Einzelunternehmer wie z.B. einen reguläreren Arbeitsvertrag, wo das deutsche Unternehmen eine Person aus der Schweiz anstellt?
4b) Wenn ja, müsste ich für andere Kunden trotzdem ein Einzelnunternehmen gründen?
5) Was halten Sie von einem PayRoll-Unternehmen?
Viele Grüße
Maurice
Gepostet: vor 13 Tagen.
Kategorie: Schweizer Recht
Experte:  kai-mod hat geantwortet vor 13 Tagen.
Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde,
aufgrund einer Überprüfung haben wir festgestellt, dass Ihre o.a. Frage bisher leider noch nicht beantwortet wurde.
Wir haben Ihre Frage ohne zusätzliche Kosten unter einer erhöhten Priorität eingestuft, und unsere Experten erneut informiert, sich mit Ihrem Problem zu beschäftigen.
Sollten Sie weiterhin keine Antwort erhalten, bitten wir Sie, sich mit uns über
***@******.*** oder telefonisch von Montags-Freitags von 10:00-18:00 unter
Deutschland: 0800(###) ###-####
Österreich: 0800 802136
Schweiz: 0800 820064
in Verbindung zu setzen.
Vielen Dank ***** ***** Geduld.
Ihr JustAnswer Moderatoren-Team
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 12 Tagen.

Sehr geehrte(r) JustAnswer-Nutzer(in)

Aufgrund Ihrer Angaben kann ich Ihre Anfrage mit folgender Rechtsauskunft beantworten:

1) Wenn Sie in der Schweiz einer selbständigen Erwerbstätigkeit nachgehen, müssen Sie sich bei der AHV (kantonale Sozialversicherungsanstalt, SVA) anmelden. Die SVA verlangt in der Regel Auftragsbestätigungen von drei verschiedenen Auftragnehmern, damit Sie als selbständig erwerbstätig eingestuft werden können.

2) Das Thema Scheinselbständigkeit wird in der Schweiz nicht ganz so heiss gegessen wie aktuell in Deutschland. Entscheidend ist, dass Sie die zuständige Sozialversicherungsanstalt davon überzeugen können, dass Sie insbesondere nicht in einem wirtschaftlichen und organisatorischen Abhängigkeitsverhältnis stehen, mithin auch beim Wegfall der Aufträge Ihres bisherigen Arbeitgebers noch Einkommen generieren und Sie Ihre Arbeitszeiten und -organisation frei bestimmen.

3) Wie auch in Deutschland bedürfen Werkvertrag oder Auftrag (Dienstleistungsverträge) nicht der Schriftform. Das heisst, auch mündlich oder stillschweigend Vereinbartes ist grundsätzlich gültig. Zur genauen Definierung Ihres jeweiligen Auftrags oder des geschuldeten Erfolgs (bei Werkverträgen) empfiehlt es sich aber aus Beweisgründen, diese Verträge schriftlich abzufassen. Eine Verpflichtung zur Verschriftlichung der Aufträge besteht aber nicht (beachtne Sie aber die obigen Ausführungen zum Nachweis der Selbständigkeit gegenüber der AHV/SVA).

4a) Nein. Solange Ihr Arbeitgeber keine Dependence in der Schweiz hat, ist ein Arbeitsvertrag grundsätzlich nicht möglich. Denkbar wäre aber, dass Sie gewissermassen als Tochtergesellschaft (z.B. GmbH) des deutschen Arbeitgebers tätig werden. Sie könnten gegebenenfalls beim deutschen Arbeitgeber angestellt bleiben, was aber neue Probleme in Bezug auf das grenzüberschreitende Verleihverbot von ausländischen Arbeitnehmern führen könnte. Soweit Ihren Plan verstehe, scheint mir eine Selbständigkeit die beste Lösung.

4b) Da Sie offenbar vorhaben, nicht nur für Ihren ehemaligen Arbeitgeber tätig zu sein, scheint die Aufrechterhaltung eines Arbeitsverhältnisses problematisch. Ja, für zusätzliche Aufträge, die nicht über Ihren Arbeitgeber abgewickelt werden, müssten Sie genauso eine Einzelfirma gründen (selbständige Nebenerwerbstätigkeit).

5) Ein PayRolling-Konstrukt macht aus meiner Sicht für Ihre Pläne wenig Sinn, zumal sich – wie bereits angedeutet – Probleme im Zusammenhang mit dem Verleihverbot ergeben könnten. Da Sie ohnehin mittelfristig einen eigenen Kundenstamm selbstständig betreuen wollen, würde sich das Payrolling mittelfristig auch nur auf Ihre Tätigkeit als Angestellter des bisherigen Arbeitgebers beziehen, was aus meiner Sicht eine vermeidbare Verkomplizierung darstellt.

Insgesamt empfehle ich Ihnen, nach Möglichkeit ganz auf die Schiene Selbständigkeit zu setzen und hierzu versuchen, die Sozialversicherungsanstalt von Ihrer Selbständigkeit zu überzeugen. Vgl. zu den Details und weiteren Fragen wie Pensionskasse, MWST etc. (Beispiel Zürich):

https://www.svazurich.ch/internet/de/home/firmen/neugruendungen.html

Gerne hoffe ich, dass ich Ihnen mit dieser Erstauskunft habe weiterhelfen können. Über die positive Bewertung meiner Antwort (Anklicken von 3-5 Sternen) würde ich mich sehr freuen.

Freundliche Grüsse

RA lic. iur. Reto Aschwanden, LL.M.