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Advokaturbüro
Advokaturbüro, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 3886
Erfahrung:  Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
54307587
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Hat ein Mieter, welcher über 30 Jahre in der gleichen

Kundenfrage

Hat ein Mieter, welcher über 30 Jahre in der gleichen Wohnung lebt, Anrecht auf einen Neuanstrich der Wände? Ganzflächig wurden nie Malerarbeiten ausgeführt, nur versprochen...allerdings ist der Verantwortliche "unauffindbar"
Momentan wird die das Gebäude saniert und es erscheint sinnvoll, diese Arbeiten jetzt auszuführen (Abdecken, Verschieben der Möbel etc.)
Ein schriftl. Antrag an Verwaltung ist erfolgt.
Gepostet: vor 2 Monaten.
Kategorie: Schweizer Recht
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 2 Monaten.

Sehr geehrte(r) JustAnswer-Nutzer(in)

Aufgrund Ihrer Angaben kann ich Ihre Anfrage mit folgender Rechtsauskunft nach Schweizer Mietrecht beantworten:

Ein Anspruch darauf, dass die Wände nach einer gewissen Dauer neu gestrichen werden, besteht grundsätzlich nicht. Allerdings ist der Vermieter verpflichtet, die Wohnung zu unterhalten, so dass die Mietwohnung nicht an Mängeln leidet.

Eine alte bzw. lang nicht gestrichene Wand ist noch kein Mangel. Unter Umständen kann aber ein ästhetischer Mangel vorliegen, z.B. weil die Wand schimmlige oder (altersbedingt) graue Stellen hat. Liegt ein ästhetischer Mangel dieser Art vor, so kann der Mieter die Beseitigung des Mangels verlangen. Wird der Mangel nicht innert zumutbarer Frist beseitigt, kann der Mieter die Miete (oder einen Teil davon) bei der Schlichtungsstelle für Miete und Pacht hinterlegen. Es kommt dann zu einem (kostenlosen) Verfahren, bei dem entschieden wird, ob ein Mangel vorliegt, ob der Vermieter verpflichtet werden kann, den Mangel zu beheben bzw. die Wände neu zu streichen bzw. ob der Mieter berechtigt war, die Miete zu kürzen bzw. zu hinterlegen.

Je nach dem wie schwer der Mangel ist bzw. die Wände sind, umso mehr von der Miete darf hinterlegt werden. In der Regel dürften aber für hässliche Wände nicht mehr als 5% von der Miete gekürzt bzw. hinterlegt werden.

Ich empfehle Ihnen daher, sich schriftlich an den Vermieter (oder die Verwaltung) zu wenden und ihn darauf hinzuweisen, dass der Zustand der Wände infolge Alters mangelhaft ist und dass Sie – im Zuge der ohnehin stattfindenden Sanierung – die Neustreichung der Wände in Ihrer Wohnung verlangen. Dies umso mehr, als dass der letzte Neuanstrich vor 30 Jahren erfolgte und die Lebensdauer von Wanddispersion bzw. Wandfarben zwischen 8 und 10 Jahren liegt. Für den Fall, dass der Mangel nicht innert angemessener Frist, z.B. innert 2 Monaten behoben wird, würden Sie die Miete bei der Schlichtungsstelle hinterlegen.

Erst wenn weder Verwaltung noch Vermieter reagiert, niemand antwortet oder nichts passiert, sollten Sie wie oben beschrieben vorgehen und die Miete bzw. einen Mietanteil bei der Schlichtungsstelle für Miete und Pacht hinterlegen.

Etwas anderes gilt übrigens, wenn der Mieter die Wände übermässig abgenützt hat, z.B. in Raucherwohnungen oder durch Anstrich mit einer intensiven, schwer zu überstreichenden Farbe. In diesem Fall muss der Mieter unter Umständen die durch die übermässige Abnützung entstehenden Mehrkosten tragen.

Gerne hoffe ich, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben. Über die positive Bewertung meiner Antwort (Anklicken von 3-5 Sternen) würde ich mich sehr freuen.

Freundliche Grüsse
RA lic. iur. Reto Aschwanden, LL.M.