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a.merkel
a.merkel, Rechtsanwältin
Kategorie: Österreichisches Recht
Zufriedene Kunden: 2297
Erfahrung:  Master of Law (LL.M. Eur.)
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a.merkel ist jetzt online.

Ich bin seit rd. 35 Jahren bei der Uniqa einer

Diese Antwort wurde bewertet:

Ich bin seit rd. 35 Jahren bei der Uniqa im Rahmen einer Gruppenversicherung der Bank Austria krankenversichert. Bin nun in Pension und habe Anfang April meinen 65. Geburtstag. Die Versicherung hat mir nun geschrieben, dass ab dem 65. Geburtstag wesentlich höhere Prämien zur Anwendung kommen.
Variante 1: 10 Euro,-- mehr und 850,-- Selbstbehalt.
Variante 2: rd. 40,-- Euro monatlich mehr ohne Selbstbehalt.
Meine Frage: Ist die Uniqa zu so einer einseitigen Änderung berechtigt ?
Mfg Mag. Ingolf Kirchner
Kunde: hat geantwortet vor 4 Monaten.
Nachricht von JustAnswer auf Kundenwunsch) Sehr geehrter Experte, Ihr Kunde möchte ein Angebot von Ihnen über den zusätzlichen Service: Telefon-Anruf.
Kunde: hat geantwortet vor 4 Monaten.
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Sehr geehrter Ratsuchender,

ich beantworte Ihr Anliegen auf Basis Ihrer Angaben folgendermaßen:

Eine einseitige Änderung ist nur mit vertraglicher Vereinbarung und unter Berücksichtigung des § 178 f Versicherungsvertragsgesetz möglich.

https://www.jusline.at/gesetz/versvg/paragraf/178f

Danach dürfen als änderungsfähige Gründe nur angegeben werden:

1.

eines in der Vereinbarung genannten Index,

2.

der durchschnittlichen Lebenserwartung,

3.

der Häufigkeit der Inanspruchnahme von Leistungen nach Art der vertraglich vorgesehenen und deren Aufwendigkeit, bezogen auf die auf die zu diesem Tarif Versicherten,

4.

des Verhältnisses zwischen den vertraglich vereinbarten Leistungen und den entsprechenden Kostenersätzen der gesetzlichen Sozialversicherungen,

5.

der durch Gesetz, Verordnung, sonstigen behördlichen Akt oder durch Vertrag zwischen dem Versicherer und im Versicherungsvertrag bezeichneten Einrichtungen des Gesundheitswesens festgesetzten Entgelte für die Inanspruchnahme dieser Einrichtungen und

6.

des Gesundheitswesens oder der dafür geltenden gesetzlichen Bestimmungen.

Bloß vom Älterwerden des Versicherten oder von der Verschlechterung seines Gesundheitszustandes abhängige Anpassungen dürfen jedenfalls nicht vereinbart werden, insbesondere ist eine Prämienanpassung unzulässig, um eine schon bei Eingehung der Versicherung unzureichend kalkulierte Alterungsrückstellung zu ersetzen.

Sie schreiben, dass man die Erhöhung bzw. Prämienänderung aufgrund Ihres Altes eingeführt hat. Dies wäre gem. § 178f Versicherungsvertragsgesetz so nicht zulässig.

Im Versicherungsvertrag kann jedoch wirksam vereinbart werden, dass eine eine zunächst geringere Prämie ab einem bestimmten Lebensalter des Versicherten auf denjenigen Betrag angehoben wird, den der betreffende Tarif für Versicherte vorsieht, die mit diesem Alter in die Versicherung eintreten; dieses Lebensalter darf nicht über 20 Jahren liegen, vgl. § 178 f Versicherungsvertragsgesetz.

Fazit:

Die Versicherung kann zulässig Prämien anheben, aber nicht mit der Begründung, dass Sie älter geworden sind.

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