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Kristian Hüttemann
Kristian Hüttemann, Rechtsanwalt
Kategorie: Allgemein
Zufriedene Kunden: 31221
Erfahrung:  Staatsexamen Zulassung als Rechtsanwalt
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Kristian Hüttemann ist jetzt online.

Hallo, ich bin seit Mitte 2019 in einem neuen beruflichen

Diese Antwort wurde bewertet:

Hallo, ich bin seit Mitte 2019 in einem neuen beruflichen Umfeld tätig. Diese Chance hat sich für mich relativ kurzfristig ermöglicht, aber ich kann nun in einem Beruf arbeiten, den ich mir schon lange gewünscht habe. Die Tätigkeit an sich ist auch toll, es war überhaupt keine Fehlentscheidung. Allerdings ist es leider rausgestellt, dass mein Chef zu der Sorte Mensch gehört, die gerne Mitarbeiter schikaniert, jede noch so offensichtliche positive Leistung schlechtredet, nie Lob an Mitarbeiter verteilt und sich einfach gerne auf Kosten anderer profiliert. Es handelt sich hinsichtlich der Schikanen um diese typischen "Kleinigkeiten", z.B. Arbeitsequipment absichtlich nicht zur Verfügung stellen, damit Mitarbeiter doppelt so lange mit der Arbeit brauchen, nur um sie an ihre Grenzen zu treoben oder sie in eine Stimmungslage zu bringen, dass sie selbst das Gefühl haben, der Aufgabe nicht gewachsen zu sein. Er ist auch der Inhaber des Unternehmens, hat also selbst keinen Vorgesetzten. Auchvich selbst war von diesem Verhalten schon mehrfach betroffen. Das Problem ist, dass ich die Arbeitsstelle aus verschiedenen Gründen nicht wechseln kann und die Arbeit an sich sehr ungern aufgeben möchte, weil es wirklich eine Chance für mein späteres Berufsleben ist. Ich habe Probleme auch schon offen angesprochen, aber diese wurden von ihm immer wieder glattgebügelt und nach kurzer Zeit war es schon wieder dasselbe wie vorher. Ich möchte gerne wissen, wie ich mit so einer Art Vorgesetztem umgehen kann, ohne dass ich meine Arbeit aufgeben muss. Besonders schlimm ist für mich die genannte Tatsache, dass er bei allen immer unterschwellig das Gefühl erzeugen möchte, dass man jeden Tag seinen Arbeitsplatz verlieren könnte.

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, zu der ich gern wie folgt Stellung nehme.

Sie schildern einen klassischen Fall des so genannten "Bossing", bei welchem Mobbing oder mobbing-ähnliche/vergleichbare Übergriffe von dem AG ausgehen.

Rechtlich ist dies selbstverständlich nicht zulässig, denn Ihr AG schuldet Ihnen als arbeitsvertragliche Nebenpflicht im Sinne des § 241 Absatz 2 BGB eine Schutz- und Fürsorgepflicht.

Mit dieser sind sämtliche Formen des Bossing gänzlich unvereinbar, weshalb dieses auch Schadensersatz- und Schmerzengeldansprüche auslöst.

Anwaltlich ist Ihnen anzuraten, zunächst ein Bossing-Tagebuch anzulegen und zu führen, in welches Sie sämtliche Vorkommnisse nach Art, Intensität und Datum konkret zu Nachweiszwecken dokumentieren.

Sodann sollten Sie erneut das Gespräch mit Ihrem AG suchen und diesen zur Unterlassung auffordern. Hierbei sollten Sie sich auf die vorstehend erläuterte Rechtslage berufen.

Sollte Ihr Chef keine Verhaltensänderung zeigen, so können Sie sich an den Landesbeauftragten für Mobbing Ihres Bundeslandes wenden. Zudem können Sie dann die zuständige Arbeitsschutzbehörde einschalten.

Wenn Sie keine Nachfragen haben ("Dem Experten antworten"), dann geben Sie bitte Ihre Bewertung für die anwaltliche Beratung ab, indem Sie mit der Maus oben die Sterne (3-5 Sterne) anklicken, denn nur dann erhalte ich von dem Portalbetreiber die Vergütung für die Beratung.

Vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 16 Tagen.
Eine kurze Nachfrage hätte ich noch: es wäre für mich persönlich eine ziemliche Belastung, die Situation dahingehend eskalieren zu lassen, dass ich Behörden einschalte. Sehen Sie aus Ihrer anwaltlichen Erfahrung heraus bei so einem Typus Vorgesetzten überhaupt eine Chance, dass sich vorher die Situation durch welche Art Gespräch auch immer (Mediation, "Messer auf die Brust setzen", also dass man wirklich mit Behörden droht) eine Chance, dass er das Verhalten unterlässt?

Vielen Dank für Ihre Rückmeldung!

Das ist richtig: Die Einschaltung der Behörden birgt stets das Risiko einer (ungewollten) Eskalation.

Allerdings wäre dies dann ultima ratio, wenn Ihr AG überhaut keine Einsicht zeigt und Sie weiterhin schikaniert.

Aus meiner Erfahrung ist es aber in vielen Fällen tatsächlich zielführend, den AG/Vorgesetzten auf die bestehende Rechtslage hinzuweisen, gegebenenfalls auch unter Einschaltung des Betriebsrates (sofern ein solcher in Ihrem Unternehmen existiert).

Fruchtet dies alles nichts, so sollten Sie die eingangs skizzierten Schritte erwägen.

Wenn Sie keine Nachfragen haben ("Dem Experten antworten"), dann geben Sie bitte Ihre Bewertung für die anwaltliche Beratung ab, indem Sie mit der Maus oben die Sterne (3-5 Sterne) anklicken, denn nur dann erhalte ich von dem Portalbetreiber die Vergütung für die Beratung.

Vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt

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