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Kristian Hüttemann
Kristian Hüttemann, Rechtsanwalt
Kategorie: Allgemein
Zufriedene Kunden: 29455
Erfahrung:  Staatsexamen Zulassung als Rechtsanwalt
42903605
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Kristian Hüttemann ist jetzt online.

Guten Morgen sehr geehrte Damen und Herren, Ich erbe die

Diese Antwort wurde bewertet:

Guten Morgen sehr geehrte Damen und Herren,
Ich erbe die Wohnung meiner Tante und möchte sie auch schnellstmöglich beziehen. In einem Passus ihres Testaments schreibt sie allerdings, dass "sonstige Wertgegenstände" ihrer Geschwister erhalten sollen. Wie ist das nun mit den Möbeln? Gehören die zu den sonstigen Wertgegenständen? Mein Cousin, der wie ich Nachlassverwalter ist, meinte nämlich wir müssten jemand kommen lassen, der die Möbel schätzt und dann müsste das erst mal alles verkauft werden. Aber die Möbel sind keine Antiquitäten, sondern einfach nur alt, ich kann mir nicht vorstellen, dass die einfach zu verkaufen sind, auch der Entrümpler meinte, dass sie nichts wert sind.
Wüsste ich nun, dass das Inventar der Wohnung sowieso mir gehört, dann würde ich sie Tisch räumen lassen.
Falls Sie mir hier weiterhelfen könnten, wäre das wunderbar.
Vielen Dank ***** *****!

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, zu der ich gern wie folgt Stellung nehme.

Sofern - wie in Ihrem Fall - ein Erblasser nicht eindeutige Formulierungen bei der Niederlegung seines letzten Willens gewählt hat, ist der tatsächliche Wille des Erblassers durch entsprechende Auslegung zu erforschen.

Maßgeblich ist hierbei der mutmaßliche Wille des Erblassers zum Zeitpunkt der Testamentserrichtung. Zur Erforschung dieses Erblasserwillens können nach der vom Bundesgerichtshof vertretenen Andeutungstheorie auch außerhalb der Testamentsurkunde liegende Umstände herangezogen werden.

Zu diesen heranzuziehenden Umständen gehört alles, was der Erblasser im Zusammenhang mit der Ordnung seines Nachlasses mündlich (=auch gegenüber Zeugen) oder schriftlich geäußert hat.

Es kommt daher darauf an, ob Ihre verstorbene Tante sich zu Lebzeiten in irgendeiner Form dazu geäußert hat, welche Wertgegenstände und/oder Vermögenswerte sie ihren Geschwistern zukommen lassen wollte.

Lassen sich solche besonderen Anhaltspunkte zur Auslegung des Testaments nicht feststellen, so ist letztlich auf den objektiven Sinngehalt der testamentarischen Verfügung abzustellen.

Danach sind die Möbel nicht als "sonstige Wertgegenstände" zu qualifizieren, wenn diesen auch objektiv kein (gesteigerter) Marktwert zukommt, wie Ihnen der Entrümpler ja ausdrücklich mitgeteilt hat.

Das würde bedeuten, dass die Möbel auch nicht geschätzt und verkauft werden müssen, denn in diesem Fall fallen die Möbel in Ihren Nachlass als Erbin der Wohnung!

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Vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt

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Gern bin ich Ihnen auch in Zukunft bei rechtlichen Anliegen behilflich, und ich würde mich freuen, Sie wieder bei JustAnswer begrüßen zu dürfen.

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Sehr geehrter Herr Hüttemann, vielen lieben Dank für die schnelle Antwort. Letztlich hat sich meine Tante nur zu einem Möbelstück geäußert, einer alten Kommode, die sie für viel Geld hat renovieren lassen. Über die würde ich auch gar nicht streiten, die kann gerne geschätzt und verkauft werden. Muss ich andere Dinge (beispielsweise eine alte Wanduhr, ein sehr altes Puppenbett) schätzen lassen? Und wie sieht es mit dem alten Silberbesteck aus? Das wäre noch das Einzige was mich interessieren würde, der Rest des Inventars ist ansonsten klar und auch wertlos.

Vielen Dank für Ihre Rückmeldung!

Entscheidend sind auch insoweit etwaige frühere Äußerungen Ihrer Tante, die darauf schließen lassen, dass die von Ihnen genannten Gegenstände den Geschwistern zukommen sollten.

Wenn diese weiteren Gegenstände einen besonderen Marktwert haben - wovon bei einem Silberbesteck und gegebenenfalls auch bei dem Puppenbett auszugehen ist -, dann fallen diese Gegenstände auch objektiv unter die "sonstigen Wertgegenstände", die den Geschwistern vermacht sind.

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Vielen Dank für die schnelle Antwort! Explizit erwähnt wurden die Gegenstände nicht, aber da ich mich sowieso nicht bereichern will, und diese kleinen Sachen nicht viel Platz wegnehmen, werde ich alles von den ich denke, dass es einen gewissen Wert hat, einpacken und meinem Cousin übergeben. Damit habe ich meine Schuldigkeit getan, denke ich. Er kann auch gerne mit durch die Wohnung gehen und auswählen, ich will sowieso nichts behalten. Mir ging es hauptsächlich um die Möbel, da ich ja gar nicht einziehen kann so lange die Wohnung mit ihren Möbeln voll steht.
Vielen Dank für Ihre Hilfe und ein angenehmes Wochenende wünsche ich Ihnen!

Sehr gern geschehen.

Ich wünsche auch Ihnen ein schönes Wochenende!

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Entschuldigen Sie, dass ich Sie nochmal belästige, aber sehen Sie die Möglichkeit, mir nochmal zu helfen? Ich bezahle auch gerne dafür.
Mein Cousin meinte heute, ich sei nicht berechtigt, die Wohnung räumen zu lassen, da alles einer Erbengemeinschaft gehören würde. Das Testament sagt aber klar, dass ich die Wohnung erbe und ein anderer Cousin ihr Auto. Das Testament ist auch rechtsgültig. Wieso sollte es da eine Erbengemeinschaft geben? Ist das korrekt?

Gerne stehe ich Ihnen im Rahmen des hiesigen Premium Service ("Mehr Zeit für Nachfragen") auch weiterhin für Nachfragen zur Verfügung.

Ich unterbreite Ihnen ein entsprechendes Angebot - einen Moment bitte.

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt

Haben Sie recht herzlichen Dank!

Erlauben Sie mir zur Präzisierung und zur Meidung von Missverständnissen folgende Nachfrage: Wie konkret lauten die testamentarischen Verfügungen bezüglich Ihrer Person?

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Ich vermache meiner Nichte, Jennifer Bittighöfer, wohnhaft... meine Wohnung in der Straße... in...

Un die weiteren Bestimmungen bezüglich der Geschwister sehen vor, dass diesen die "sonstigen Wertgegenstände" vermacht worden sind - ist das korrekt?

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Mein Cousin erbt das Auto und der letzte Satz sagt: Bargeld und sonstige Wertgegenstände sollen unter meinen Geschwistern und deren Nachkommen aufgeteilt werden.

Vielen Dank für Ihre Klarstellungen!

In solchen Konstellationen - wie hier -, in welchen der Erblasser keine Person ausdrücklich als Erben benannt hat, sondern mehreren Personen bestimmte Gegenstände/Vermögenswerte zugewendet hat, greift die gesetzliche Auslegungsregelung des § 2087 BGB:

https://dejure.org/gesetze/BGB/2087.html

Unter den hier vorliegenden Umständen bedeutet dies, dass Sie gemäß § 2087 Absatz 1 BGB als Erbin gelten, denn Ihre Tante hat Ihnen Ihr Vermögen, jedenfalls aber den weitaus größten Teil desselben, testamentarisch zugewendet.

Die testamentarische Zuwendung des Autos zugunsten des Cousin und der sonstigen Wertgegenstände zugunsten der Geschwister fallen demgegenüber nicht ins Gewicht.

Auch wenn die Wohnung laut Testament Ihnen daher nur "vermacht" wurde, so sind Sie folglich nicht Vermächtnisnehmerin, sondern die Erbin, während Ihr Cousin und die Geschwister Vermächtnisnehmer sind - also keine Erben!

Das hat zur Folge, dass Sie selbstverständlich als Erbin und neue Eigentümerin der Wohnung berechtigt sind, diese räumen zu lassen, denn es liegt KEINE Erbengemeinschaft vor.

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Ich habe im Testament nochmal nachgelesen, da steht "Ich vererbe meiner Nichte..."
Vielen Dank für die Information, ich werde das mit meinem Cousin ausdiskutieren, das mit der Erbengemeinschaft kann mir komisch vor. Ich konnte mir das nicht vorstellen. Was die Geschwister angeht: genau steht dort: ""Bargeld und sonstige Wertgegenstände sollen sie erhalten"

Dann ist die Rechtslage eindeutig. Weisen Sie daher die rechtsirrige Ansicht Ihres Cousins unter ausdrücklicher Berufung auf die hier dargestellte Rechtslage zurück.

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Vielen lieben Dank für diese Information!
Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Und einen angenehmen Abend!

Sehr gern geschehen!

Haben auch Sie einen schönen Abend.

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Hallo Herr Hüttemann,
Ich störe noch ein letztes Mal: mein Cousin meinte nun, er würde das Testament anfechten. Zum einen weil ja gar nicht klar sei, ob meine Tante dieses Testament selbst geschrieben hätte (hat sie, es ist eindeutig ihre Schrift, sie hat nur ein bisschen schief geschrieben), zum anderen sei die Ärztin, die das Testament unterzeichnet hat ja schließlich kein Neurologin, woher also sollte die wissen, dass meine Tante tatsächlich im Vollbesitz ihre geistigen Kräfte gewesen sei...

Sie können den Ankündigungen Ihres Cousins gelassen entgegensehen, denn er wird das Testament nicht erfolgreich anfechten können. Wenn Ihre Tante dieses selbet verfasst hat, so ist dieses auch nicht anfechtbar!

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Ja, sie hat es definitiv selbst verfasst, ich war dabei als sie begonnen hat zu schreiben und die Ärztin war dabei als sie es beendet hat, und hat dann ihren Stempel und ihre Unterschrift drunter gesetzt. Mit Verzögerungen muss ich dann halt dennoch rechnen, ich kann ja schlecht was tun wenn er zum Anwalt geht. Muss ich halt doch warten was kommt... vielen Dank ***** ***** entschuldigen Sie, dass ich so spät bin, hatte gar keinen Blick für die Uhr...

Nein, Sie müssen mit keinen Verzögerungen rechnen, denn für die behaupteten Umstände ist Ihr Cousin in der vollen Beweispflicht, und nicht Sie müssen beweisen, dass das Testament ordnungsgemäß errichtet worden ist.

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt