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Kristian Hüttemann
Kristian Hüttemann, Rechtsanwalt
Kategorie: Allgemein
Zufriedene Kunden: 27639
Erfahrung:  Staatsexamen Zulassung als Rechtsanwalt
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Kristian Hüttemann ist jetzt online.

Arbeitsrecht Arbeitszeit Ich war von September 2017 bis

Diese Antwort wurde bewertet:

Arbeitsrecht Arbeitszeit
Ich war von September 2017 bis Januar 2018 als Bürokauffrau in einem kleinen Dienstleistungsbetrieb beschäftigt (zu diesem Zeitpunkt 5 Mitarbeiter inkl. mir). In meinem Arbeitsvertrag wurde eine 30h ohne feste Kernarbeitszeit festgelegt. Ich war die einzige Person im Büro und sollte vorrangig Rechnungen und Angebote schreiben. Da mein Arbeitgeber mein Gehalt (1300€ netto laut Vertrag) stets zerstückelt (mal 300€, mal 500€ usw), mit erheblicher Verspätung und dann im Dezember gar nicht bezahlt hatte habe ich während der Probezeit fristlos gekündigt. Nun behauptet mein Arbeitgeber ich hätte im Dezember und die letzten Januartage nicht gearbeitet. Während der gesamten Beschäftigungszeit wurde von mir noch nie ein Arbeitszeitnachweis verlangt. Es gab keine Abmahnung und es wurde auch über den Steuerberater Gehaltsabrechnungen erstellt und die Stunden gegenüber der Arbeitsagentur ausgwiesen. Bin ich nun wirklich in der Beweispflicht sämtliche Stunden nachzuweisen auch wenn es sich nicht um Überstunden handeln? Ich kann über die Rechnungskopien des Steuerberaters zur Buchhaltung zwar nachweisen dass ich durchaus meiner Arbeit nachgegangen bin aber wie soll ich alleine im Büro beweisen von wann bis wann ich vor Ort war?

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, zu der ich gern wie folgt Stellung nehme.

Sie sind unter den mitgeteilten Sachverhaltsumständen nicht in der Beweispflicht!

Wenn nämlich die von Ihnen erbrachte Arbeitsleistungen in Form von den erwähnten Gehaltsabrechnungen des Steuerberateres ordnungsgemäß verbucht worden und dieses zudem gegenüber der Arbeitsverwaltung so ausgewiesen worden ist, dann spricht schon der Beweis des ersten Anscheins dafür, dass Sie - entgegen der Behauptung des AG - die Arbeit auch geleistet haben.

Darüber hinaus ist die Tatsache als Indiz und Anhaltspunkt zu Ihren Gunsten zu werten, dass eine arbeitgeberseitige arbeitsrechtliche Sanktion (=Abmahnung oder Kündigung) gerade unterblieben ist, wenn Sie - wie der AG behauptet - die Arbeit tatsächlich nicht geleistet hätten, obwohl Sie arbeitsvertraglich hierzu verpflichtet waren.

Unter diesen Umständen liegt die volle Beweispflicht bei dem AG, wenn dieser nunmehr vorträgt, die Arbeit sei nicht geleistet.

Der AG hat dann den eingangs erwähnten und für Sie sprechenden Beweis des ersten Anscheins seinserseits zu erschüttern und den Nachweis zu führen, dass Sie die Arbeit nicht geleistet haben!

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Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 2 Monaten.
Das Gericht scheint dieses anders zu sehen. Die Gehaltsabrechnungen sowie die Dokumente des Steuerberaters gegenüber des Arbeitsamtes wurden vorgelegt. Was kann ich jetzt noch tun?
Kunde: hat geantwortet vor 2 Monaten.
Der Screenshot zeigt das Protokoll der mündlichen Verhandlung

Für mich ist die Sichtweise des Arbeitsgerichts nicht nachvollziehbar, da die geleistete Arbeitszeit anhand der steuerlichen Unterlagen zweifelsfrei dokumentiert ist.

Anwaltlich anzuraten ist daher, gegen eine möglicherweise klageabweisende Entscheidung zu Ihren Lasten Rechtsmittel einzulegen.

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Kristian Hüttemann
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Kunde: hat geantwortet vor 2 Monaten.
Wenn ich das Merkblatt zur Beschäftigungsbestätigung richtig verstanden habe gilt dieses als Urkunde. Auf dem Dokument müssten die tatsächlich geleisteten Stunden und solche Fehlzeiten separat aufgeführt werden. Demnach hätte mein AG wenn er da nichts aufgeführt hat eine Urkundenfälschung begangen sofern er dies weiter bestreitet. Also ist jenes Dokument ein stichhaltiger Beweis, Korrekt?

Das ist richtig: Die Arbeitsbescheinigung:

https://con.arbeitsagentur.de/prod/apok/ct/dam/download/documents/Arbeitsbescheinigung_ba013140.pdf

ist eine Urkunde im rechtlichen Sinne.

Sofern Ihr AG die angeblichen Fehlzeiten dort nicht aufgeführt hat, und sofern er nun im Arbeitsgerichtsprozess Gegenteiliges behauptet - dass Sie nämlich nicht gearbeitet haben - , so ist grundsätzlich Raum für eine Strafbarkeit wegen Urkundenfälschung gemäß § 267 StGB!

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