So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten. Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an RASchiessl.
RASchiessl
RASchiessl, Rechtsanwalt
Kategorie: Allgemein
Zufriedene Kunden: 40462
Erfahrung:  Rechtsanwalt
32916861
Geben Sie Ihre Frage hier ein…
RASchiessl ist jetzt online.

Kind A baut 1980 mit seinen Mitteln einen Neubau am am Altbau

Diese Antwort wurde bewertet:

Kind A baut 1980 mit seinen Mitteln einen Neubau am am Altbau seiner Eltern an. Es wird kein rechtswirksamer Vertrag geschlossen. Es wird nichts ins Grundbuch eingetragen. Die Eltern bestimmen A zum Alleinerben der auch räumlich eng miteinander "verknüpften" Gesamtimmobilie (z.B. das Bad des Altbaus liegt im Neubau, ebenso die Gesamtheizungsanlage, ein zum Altbau gehörender Partykeller liegt im Neubau, ebenso wie ein Waschmaschinen- und Trockenraum für beide Parteien und auch der Durchgang zum Garten der Altbau-Bewohner geht nur durch den Keller des Neubaus.)
Als ein Elternteil in 1988 stirbt, wird beiden Kindern das Berliner Testament der Eltern eröffnet. Darin wurde Kind A als Alleinerbe der Gesamtimmobilie nach dem Tod des überlebenden Elternteils festgelegt. Kind B soll nur Mobiliar und 12.000 D-Mark erben. Der überlebende Elternteil kann das BT "beliebig ändern". Es geschieht nichts nichts in Sachen Grundbucheintrag, Alleineigentümer der Imobilie war, ist und bleibt der überlebende Elternteil.
Schon beim Wegzug von Kind A in eine andere Stadt im Jahr 1987 war zwischen diesem und den Eltern vereinbart worden, dass Kind A sämtliche Mieteinnahmen aus der Vermietung des Neubaus erhält. Kind A muss alle Kosten für den Neubau tragen. Nichts wird ins Grudbuch eingetragen.
In 2001 macht der überlebende Elternteil von der im BT gegeben Eröffnungklausel Gebrauch und bestimmt Kind B in einem eigenen privatschriftlichen Testament zum Alleinereben. Grund (in einem separaten Dokument festgehalten): Vertrauensverlust gegenüber Kind A, dagegen stellt Kind B Versorgung und Pflege im Alter zuverlässig sicher.
Da der Neubau zum Zeitpunkt des "neuen" Einzeltestaments vermietet war, wollte der (sprachlich sehr einfache) Erblasser sicherstellen, dass sein Alleinerbe Kind B auch durch den Mieter im Neubau nicht am Betreten der oben genannten Räume (Garten) gehindert werden kann.
Als der überlebende Elternteil in 2015 stirbt, "vermacht" (gemeint war wohl "vererben") er die Gesamtimmobilie dem Kind B. In Bezug auf sein Erspartes fünfstelliges Vermögen schreibt er, er möchte es "wie es steht und liegt" Kind B "schenken".
Zwischen dem Testament und dem Eintritt des Todes liegen vierzehn Jahre.
Mit Eröffnung des Testaments erhebt Kind A - nicht im Grundbuch - eine Anspruch auf das Erbe / den Neubau.
Frage: Welche Chancen hat Kind A auf die Gesamt- oder TeilImmobilie (z.B. Neubau)?
Sehr geehrter Ratsuchender,
haben Sie vielen Dank ***** ***** Anfrage.
So wie Sie mir den Fall schildern sind die Chancen des Kindes A leider gering.
Da keine Eingtragung in das Grundbuch erfolgte und B enterbt wurde, hat das Kind A nur einen Anspruch aus § 812 I BGB aus ungerechtfertigter Bereicherung.
Dieser Bereicherungsanspruch verjährt jedoch nach §§ 195,199 BGB kenntnisunabhängig längstens nach 10 Jahren.
Wenn Sie Rückfragen haben, dann fragen Sie gerne nach.
Ansonsten bitte ich Sie höflich meine Antwort positiv zu bewerten
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.

Hallo! Vielen Dank für die schnelle Antwort! Kind B wurde nicht enterbt, sondern erbte alles. Kind A wurde faktisch enterbt. Wer hat sich Ihrer Meinung nach - unabhängig von der Verjährung - ungerechtfertigt bereichert? Danke!

Sehr geehrter Ratsuchender,
ja es muss natürlich A statt B heißen.
Das Versehen bitte ich höflich zu entschuldigen.
Rechtlich gesehen haben sich die Eltern ungerechtfertigt bereichert, da diese durch den Anbau einen Vermögensvorteil erhalten haben ohne rechtliche Grundlage.
Der Anspruch aus ungerechtfertigter Bereicherung wurde dann von B geerbt (unabhängig von der Verjährung).
Wenn Sie Rückfragen haben, dann fragen Sie gerne nach.
Ansonsten bitte ich Sie höflich meine Antwort positiv zu bewerten
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.

Danke ***** *****!

Ich zitiere: "Der Anspruch aus ungerechtfertigter Bereicherung wurde dann von B geerbt (unabhängig von der Verjährung)."

Bitte um Klartext: Bereicherung 1980, Berl. Testam. 1983, Tod Elternteil 1 in 1988, Einzeltestament 2001, Tod Elternteil 2 2015; Frage: Hat Kind A noch Ansprüche gegen B? (oder welche Details brauchen Sie für eine sichere Antwort?)

Danke!

Sehr geehrter Ratsuchender,
1980 hatte A den Bereicherungsanspruch gegen die beiden Eltern als Eigentümer des Grundstücks.
1988 hat der Elternteil 2 nach § 1922 alle Pflichten des Elternteil 1 übernommen war also alleinige Anspruchsgegner des Anspruches auf ungerechtfertigte Bereicherung
Dies ist 2015 auf B übergegangen, so dass A allein gegen B einen Anspruch aus ungerechtfertigter Bereicherung (verjährt) hat.
Wenn Sie Rückfragen haben, dann fragen Sie gerne nach.
Ansonsten bitte ich Sie höflich meine Antwort positiv zu bewerten
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt
RASchiessl und 41 weitere Experten für Allgemein sind bereit, Ihnen zu helfen.