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Tobias Rösemeier
Tobias Rösemeier, Rechtsanwalt
Kategorie: Allgemein
Zufriedene Kunden: 16816
Erfahrung:  Fachanwalt für Familienrecht
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Tobias Rösemeier ist jetzt online.

Guten Tag, ich habe folgende Frage zum Erbrecht: Susanne und

Diese Antwort wurde bewertet:

Guten Tag, ich habe folgende Frage zum Erbrecht:
Susanne und Franz sind in zweiter Ehe miteinander verheiratet.
Sie haben kein Testament gemacht.
Susanne hat einen Sohn aus erster Ehe.
Franz hat drei Söhne aus erster Ehe.
Susanne und Franz besitzen zu je ein halb Grundstück Nr.1, 100.000 € wert.
Susanne besitzt alleine Grundstück Nr.2, ebenfalls 100.000 € wert.
Susanne besitzt alleine auch noch ein Grundstück Nr.3 mit einem Haus, 300.000 € wert, darin wohnt sie mit Franz.

1. Frage: wer erbt von Haus Nr.1, Nr. 2, Nr.3, welchen Anteil wenn heute Franz stirbt und wer erbt dann welchen Anteil, wenn danach Susanne stirbt?

2. Frage: wer erbt von Haus Nr.1, Nr. 2, Nr.3, welchen Anteil wenn heute Susanne stirbt und wer erbt dann welchen Anteil, wenn danach Franz stirbt?

Beschreiben Sie bitte genau den ersten Erbefall, wenn der erste stirbt und der überlebende Ehepartner etwas erbt und möglicherweise der, oder die Söhne einen Pflichtanteil und den in welcher Höhe?
Und dann dasselbe, wenn der überlebende Ehepartner auch noch stirbt.


3. Frage: Das Geld für die drei Grundstücke hat Susanne selbst aufgebracht bzw. von ihrem Vater erhalten. Deshalb hatte sie schon mal Idee, dass alles ihr eigener Sohn erben soll und nicht die Söhne ihres zweiten Ehemanns Franz.

Susanne weiß schon, dass Franz aus dem Grundbuch von Haus Nr. 1 austreten sollte, das würde er auch, dafür bekäme Franz ein lebenslanges Wohnrecht im Haus Nr. 3.

Susanne weiß auch, dass sie ihren eigenen Sohn ja schon jetzt mit ins Grundbuch nehmen könnte denn der würde im Erbfall dann wahrscheinlich Erbschaftssteuern sparen. Aber sie will die Regie über ihr Eigentum nicht aus der Hand geben und hat die Sorge, dass wenn erst einmal hier übermäßig geschäftstüchtiger Sohn im Grundbuch steht, er Entscheidungen treffen könnte, die Sie nicht will. Susanne würde gerne von einem Rechtsanwalt lesen, wie sie sich dagegen absichern könnte, das der, mit im Grundbuch stehende Sohn keine Entscheidungen über ihren Grundbesitz treffen kann die sie nicht will.
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank ***** ***** Anfrage, die ich gerne wie folgt beantworte.

Franz ist lediglich Miteigentümer an der Immobilie Nr. 1. Bei seinem Tod, geht daher nur sein Miteigentumsanteil im Wert von 50.000 € in den Nachlass über.

Soweit kein Testament vorhanden ist, würde Susanne hiervon die Hälfte und die 3 Kinder aus erster 1. Ehe die andere Hälfte erben. Die Immobilie würde im Ergebnis dann zu 3/4 Susanne gehören und 1/4 der Immobilie den 3 Söhnen aus erster Ehe.

Verstirbt in der Folge sodann Susanne wird deren Sohn Alleinerbe des gesamten Vermögens, welches Susanne zum Zeitpunkt des Todes besitzt.

Verstirbt Susanne zuerst, dann erbt Franz, soweit kein Testament existiert, 1/2 und der Sohn von Susanne die andere Hälfte.

Dies würde bedeuten, dass Franz 3/4 der Immobilie Nr. 1 in Eigentum hätte, Grundstück 2 und Haus 3 würden dann jeweils im hälftigen Eigentum von Franz und dem Sohn von Susanne stehen.

Verstirbt hiernach sodann Franz erben seine Söhne sein gesamtes Vermögen, wenn er nicht ein Testament hinterlässt.

Enterbt Franz in diesem Fall seine 3 Söhne und setzt Susannes Sohn als Alleinerben ein, dann hätten aber die 3 Söhne zusammen einen Pflichtteilsanspruch in Höhe von 1/6 je Sohn gegenüber dem Alleinerben.

Wenn Susanne beabsichtigen sollte, bereits jetzt den Sohn als Miteigentümer in die Immobilie eintragen zu lassen, um ggf. Erbschftsteuer zu sparen, dann sollte sich Susanne das Nießbrauchsrecht an der Immobilie vorbehalten, dann bleibt sie wirtschafltiche Alleineigentümerin.

Empfehlenswert wäre hier in jedem Fall, dass ein Testament errichtet wird, um zu vermeiden, dass die Kinder von Franz das Vermögen von Susanne erben.

Entweder Susanne setzt ihren Sohn zum Alleinerben ein und hinterlässt Franz ein Vermächtnis in der Form eines Wohn- bzw. Nießbrauchsrechtes. Alternativ kann Susanne aber auch Franz zum Vorerben und ihren Sohn zum Nacherben einsetzen. In diesem Fall verbindet sich das Vermögen von Susanne, welches Franz bei ihrem Tod erben würde, nicht mit dem Vermögen von Franz. Stirbt Franz nach Susanne, würde dann das im Wege der Vorerbschaft erworbene Vermögen von Susanne direkt an den Sohn von Susanne gehen und nicht an die Kinder von Franz.

Ergänzend weise ich darauf hin, dass der Sohn von Susanne einen Freibetrag bei der Erbschaftsteuer von insgesamt 400.000 € hat.

Ich hoffe, ich konnte eine erste rechtliche Orientierung verschaffen. Gerne stehe ich bei weiterem Klärungsbedarf zur Verfügung. Über eine positive Bewertung für meine Beratung freue ich mich. Nutzen Sie hierfür bitte die lachenden Smileys. Vielen Dank.
Sehr geehrter Fragesteller,

haben Sie Nachfragen oder besteht weiterer Klärungsbedarf ?

Gern helfe ich weiter.

Sollten Sie keine Nachfragen mehr haben, bitte ich noch um eine abschließende positive Bewertung und damit die Freigabe des ausgelobten Honorars.

Vielen Dank ***** ***** Wertschätzung.

Sehr geehrter Fragesteller,

haben Sie Nachfragen oder besteht weiterer Klärungsbedarf ?

Gern helfe ich weiter.

Sollten Sie keine Nachfragen mehr haben, bitte ich noch um eine abschließende positive Bewertung und damit die Freigabe des ausgelobten Honorars.

Vielen Dank für Ihre Wertschätzung.
Kunde: hat geantwortet vor 8 Jahren.

Guten Tag Herr Rösemeier,


ich bin mit Ihrer Antwort zufrieden und habe nur noch diese Nachfrage:


Können Franz und Susanne einen Ehevertrag abschließen, indem Franz auf das Erbe, auch auf einen möglichen Pflichtteil vollständig verzichtet? Er könnte ja als Kompensation in demselben Vertrag ein grundbuchlich eingetragenes (?) lebenslanges Wohnrecht (Nießbrauchrecht) im Grundstück Nr. 3 erhalten?


 


Kann Susanne, um dasselbe zu erreichen, jetzt schon alle Grundstücke auf ihren eigenen Sohn übertragen, aber gleichzeitig dem Sohn einen Einwilligungsvorbehalt auferlegen, der ihn z.B. beim Grundstücksverkauf hindern würde? Wir hatten ja gesagt, dass Susanne eigentlich will, dass später mal der eigene Sohn alles erbschaftssteuerfrei übernimmt, aber Susanne hegt wahrscheinlich ein kleines Rest-Misstrauen.


 


Könnte Susanne ihren Sohn als Eigentümer eintragen lassen, aber wenn sie sich es später einmal anders überlegt, weil sie Geld braucht und ein Grundstück verkaufen will, könnte sie jetzt schon regeln, dass sie es zurückfordern kann? Ich kenne das als Rückauflassungsvormerkung. Oder sollte sie wenigstens eine Sperrminorität behalten?


 


Wenn irgendetwas nicht so einfach geht, beschreiben Sie bitte den Weg, der dazu führt, dass



  1. Franz und seine Söhne nichts erben.

  2. Franz sicher sein kann, dass er lebenslang eine Wohnung im Haus Nr, 3 behält.

  3. Susanne sich nicht davor fürchten muss, der ihr Sohn sie übervorteilt, falls sie ihn jetzt schon am Eigentum beteiligt oder es überträgt.

  4. Susannes Sohn aber dennoch alle Erbschaftssteuern spart. (Der Freibetrag ist schon jetzt durch anderes Vermögen ausgeschöpft)


Wenn alle diese Fragen gut beatwortet sind werde ich mich für einen Honorarzuschlag entscheiden.


Danke ***** ***** vorab. Stephan Ebel

Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Nachfragen beantworte ich wie folgt:

Grundsätzlich ist es möglich, dass Susanne und Franz einen Vertrag schließen, in welchem Franz seinen Miteigentumsanteil an Haus 1 überträgt im Gegenzuge zur Einräumung eines lebenslangen Wohnrechts und zugleich ein Erb- und Pflichtteilsverzicht vereinbart wird.

Es ist sicherlich alternativ bzw. zusätzlich denkbar, dass Susanne ihr Vermögen an den Sohn überträgt. Es wäre allerdings zu bedenken, dass eventuell eine vormundschaftsgerichtliche Genehmigung erforderlich ist und natürlich insbesondere die Genehmigung des Ehemannes.

Beide dürfte kein Problem sein.

Sich für bestimmte Fälle ein Rückübertragungsrecht vorzubehalten, um zu vermeiden, dass der Sohn beliebig über das Vermögen verfügt, ist ohne Probleme möglich.

Tobias Rösemeier und 33 weitere Experten für Allgemein sind bereit, Ihnen zu helfen.