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Kristian Hüttemann
Kristian Hüttemann, Rechtsanwalt
Kategorie: Allgemein
Zufriedene Kunden: 29410
Erfahrung:  Staatsexamen Zulassung als Rechtsanwalt
42903605
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Kristian Hüttemann ist jetzt online.

Gilt dieser § 17 Abs. 3 Berufsbildungsgesetz auch für eine

Beantwortete Frage:

Gilt dieser § 17 Abs. 3 Berufsbildungsgesetz auch für eine Ausbildung in der Landwirtschaft? Mein Sohn macht seid 01.08.2010 (gerade 18J. geworden)eine Ausbildung zur "Fachkraft für Agrarservice". Bei seinem Arbeitgeber hat er noch nie irgendwelche Ü-Std. bezahlt bekommen, auch diese Ü-Std. in Freizeit zu bekommen ist mehr als schwierig. Die Landwirtschaftskammer hilft auch nicht diese Stundenflut zu stoppen ( in der Regel 10 - 22 Std., mit nur zwei Stunden wieder auf den Bock - Sehr Fahrlässig wie wir finden) Bitte geben Sie uns einen Tipp. [email protected]
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Allgemein
Experte:  Kristian Hüttemann hat geantwortet vor 7 Jahren.
Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, zu der ich gern wie folgt Stellung nehme.

Eine Ausbildung zur Fachkraft Agrarservice ist seit dem Jahre 2005 ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG).

Das Ausbildungsverhältnis Ihres Sohnes unterliegt demzufolge vollständig den Regelungen des BBiG.

Somit ist auch § 17 Absatz 3 BBiG anwendbar, der wie folgt lautet:

Eine über die vereinbarte regelmäßige tägliche Ausbildungszeit hinausgehende Beschäftigung ist besonders zu vergüten oder durch entsprechende Freizeit auszugleichen.


Auf der Grundlage dieser gesetzlichen Anordnung ist Ihr Sohn daher auch berechtigt, für die geleisteten Überstunden entweder eine entsprechende zusätzliche Vergütung zu verlangen oder aber Freizeitausgleich für die Überstunden zu beanspruchen.

Wie in dem Ausbildungsbetrieb Ihres Sohnes die Überstundenregelung im Einzelnen gehandhabt wird, kann aus der Ferne nicht beurteilt werden. In jedem Fall aber steht Ihrem Sohn kraft Gesetzes ein zusätzlicher Vergütungsanspruch oder entsprechender Freizeitausgleich zu.

Sie sollten daher schriftlich den Arbeitgeber auffordern, den gestzlichen Verpflichtungen aus § 17 Absatz 3 BBiG nachzukommen und die Überstunden Ihres Sohnes entweder zu vergüten oder Freizeitausgleich zu gewähren.

Für die Ausbildung im Bereich der Landwirtschaft ist nach § 71 Absatz 3 BBiG die Landwirtschaftskammer die zuständige Aufsichtsbehörde. Diese hat daher auch sicherzustellen, dass die Verpflichtungen aus dem BBiG durch den Arbeitgeber eingehalten werden.

Hält sich der Ausbildungsbetrieb deshalb nach Ihren Schreiben nicht an diese Verpflichtungen, so sollten Sie schriftliche Beschwerde unter Darstellung der hier erläuterten Rechtslage zur Landwirtschaftskammer führen und diese auffordern, den Ausbildungsbetrieb Ihres Sohnes zur Einhaltung der gesetzlichen Verpflichtungen anzuhalten.


Ich hoffe, Ihnen behilflich gewesen zu sein. Machen Sie bei Unklarheiten gerne von Ihrem Nachfragerecht Gebrauch. Haben Sie keine Nachfrage, darf ich höflichst um Akzeptierung bitten. Beachten Sie bitte, dass kostenlose Rechtsberatung nach zwingendem Recht nicht gestattet ist. Sie akzeptieren, indem Sie das grüne Feld „Akzeptieren“ anklicken.

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt
Experte:  Kristian Hüttemann hat geantwortet vor 7 Jahren.
Fragen Sie gerne nach, soweit noch Klärungsbedarf besteht. Ist das nicht der Fall, darf ich höflichst um Akzeptierung bitten. Nach einmaliger Akzeptierung können Sie selbstverständlich jederzeit kostenfrei Folgefragen stellen.

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt
Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.
Herr Hüttemann, ist ein Arbeitgeber verpflichtet die genaue Stundenaufstellung der geleisteten Gesamt / Ü-Std. dem Azubi unaufgefordert zu zusenden?
Oder kann er sich weigern? b.rindfleisch
Experte:  Kristian Hüttemann hat geantwortet vor 7 Jahren.
Vielen Dank für Ihren Nachtrag.

Unaufgefordert muss der Arbeitgeber die Aufstellung nicht übersenden. Soweit Ihr Sohn den Arbeitgeber hierzu aber auffordert, ist der Arbeitgeber auch zu genauem Nachweis der Überstunden verpflichtet.

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt
Experte:  Kristian Hüttemann hat geantwortet vor 7 Jahren.

Besteht hierzu noch Klärungsbedarf? Soweit das nicht der Fall ist, darf ich um Akzeptierung bitten.

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt
Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.
Werden Nachtstunden in der Landwirtschaft anders berechnet ? Und wann ja, ab welcher Uhrzeit beginnt diese. Kann ein Azubi nachgeleistender Sollarbeitszeit (9Std.) seine weiterarbeit verweigern oder kann dies gerade in der Landwirtschaft als Arbeitsverweigerung gewertet werden?
Experte:  Kristian Hüttemann hat geantwortet vor 7 Jahren.
Vielen Dank für Ihren Nachtrag.

Nein, die Berechnung der Nachtarbeit richtet sich allgemein nach § 6 Absatz 5 des Arbeitszeitgesetzes.

Als Nachtarbeit gilt danach Arbeit in der Nacht zwischen 23 und 6 Uhr.

Nach der Rechtsprechung darf einem Arbeitnehmer nicht gekündigt werden wegen Arbeitsverweigerung, wenn dieser gezwungen wird, mehr Arbeit zu leisten, als er nach dem Arbeitszeitgesetz verpflichtet ist:

http://www.arbeitsrecht.de/rechtsprechung/2007/11/19/keine-kuendigung-wegen-arbeitsverweigerung-bei-ueberschreiten-der-zulaessigen-arbeitszeit.php

Ihr Sohn wäre daher auch berechtigt, die Weiterarbeit zu verweigern, ohne dass er mit entsprechenden Folgen rechnen müsste.

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt
Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.
Kann ich Ihren Rechtsbeistand auch über meine Privat-Rechtsschutz-Versicherung
begleichen?
Experte:  Kristian Hüttemann hat geantwortet vor 7 Jahren.
Dies müssen Sie bei Ihrer Rechtsschutzversicherung erfragen: Wenn Ihre Police nach den maßgeblichen Versicherungsbedigungen auch Erstberatung in diesem Bereich abdeckt, wäre dies möglich.

Setzen Sie sich hierzu telefonisch mit Ihrer Versicherung in Verbindung, und klären Sie dies ab.

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt
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