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raschwerin
raschwerin, Rechtsanwalt
Kategorie: Zivilrecht
Zufriedene Kunden: 17063
Erfahrung:  Rechtsanwalt
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raschwerin ist jetzt online.

Guten Tag, ist es möglich eine Entschädigung zu erhalten,

Beantwortete Frage:

Guten Tag, ist es möglich eine Entschädigung zu erhalten, wenn sich die Ankunft am Urlaubsort um mehr als vier Stunden verzögert, wenn die Ursache der Verzögerung ein Reifenplatzer eines anderen Flugzeuges war? Es handelt sich hier um einen Flug von Düsseldorf nach Teneriffa.
Gepostet: vor 1 Monat.
Kategorie: Zivilrecht
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 1 Monat.

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für die Nutzung von Justanswer und Ihr Vertrauen in uns.

Mein Name ist Rechtsanwalt Steffan Schwerin und ich versuche Ihnen jetzt bei Ihrem Anliegen zu helfen. Bitte warten Sie einen Augenblick bis ich Ihre Frage überprüft habe und mit einer Antwort wieder auf Sie zukomme.

Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 1 Monat.

Wird ein Flug annulliert, weil am Flughafen nicht gearbeitet wird – z.B. weil das Personal streikt – muss sich die Fluggesellschaft um eine anderweitige Beförderungsmöglichkeit für den Fluggast bemühen. In der Regel erfolgt dies durch einen Ersatzflug von einem anderen Flughafen oder durch Umbuchen auf eine andere Airline.

Kommt es dadurch zur zeitlichen Verzögerungen muss die Fluggesellschaft dem Fluggast auch Mehraufwendungen erstatten, dazu gehören Kosten für Telefon, Essen und Trinken und falls erforderlich auch Übernachtungskosten.

Kommt es lediglich zu einer Verspätung des Fluges stehen Fluggäste dank der EU-Verordnung 261/2004 aber auch nicht rechtlos da. Ab einer Verspätung von 2 Stunden bei einer Kurzstrecke sieht die Verordnung Entschädigungsleistungen vor.

Die Fluggesellschaft und der Reiseveranstalter müssen dem Fluggast die Möglichkeit geben, zu telefonieren oder Emails zu schreiben und für Essen und Trinken sorgen bzw. dem Reisenden die entstandenen Mehraufwendungen ersetzen.

Dauert die Verspätung des Fluges 5 Stunden und mehr kommt dies einer Annullierung gleich und man kann vom Vertrag zurücktreten.

Entschädigt werden müssen dem betroffenen Urlauber die Mehrkosten, die dadurch entstehen, dass der Urlaub zwangsweise nicht zum geplanten Termin beendet werden kann. Zu solchen Mehrkosten zählen in erster Linie Hotel- und Verpflegungskosten.

Die gesetzliche Lage, insbesondere die entsprechenden EU-Verordnungen sehen die Lage klar und deutlich und gewähren dem betroffenen Urlauber einen Schadensersatzanspruch.

Entschädigungsleistungen im innereuropäischen Raum, also im Zusammenhang mit europäischen Fluggesellschaften, sind geregelt in der EU-Verordnung 261/2004 (Passagierrechteverordnung).

Nach dieser Verordnung müssen die Fluggesellschaften Betreuungsleistungen, wie Verpflegung (Essen und Getränke) und – soweit erforderlich – auch Übernachtungen im Hotel bezahlen.

Des Weiteren ist eine pauschale Entschädigung zu zahlen, die sich der Höhe nach nach der Entfernung zwischen den beiden Flughäfen richtet.

Reagiert die Fluggesellschaft nicht auf die Inanspruchnahme durch den Urlauber bleibt nur der Gang zum Anwalt. In der Regel lassen sich die Fluggesellschaften erst unter dem nötigen Druck darauf ein, dem Urlauber die ihm zustehenden Ersatzleistungen einzuräumen.

Vorsicht ist aber geboten, wenn die Fluggesellschaften aus reiner Kulanz eine Summe X als Vergleich anbieten mit dem Hinweis, dass sie eigentlich gar nicht zahlen müssten. Diese gebotene Summe wird deutlich unter dem Ihnen zustehenden Betrag liegen und sollte daher nicht angenommen werden.

Notfalls muss die Forderung des Urlaubers gerichtlich geltend gemacht werden. Daneben kann man sich beim Luftfahrt-Bundesamt über die Fluggesellschaften beschweren. In besonderen Fällen kann das Bundesamt auch Bußgelder gegen die Gesellschaften verhängen.

Es lohnt sich in solchen Fällen, am Ball zu bleiben und nicht frühzeitig aufzugeben, wenn die Fluggesellschaft den Anspruch nach einem ersten Schreiben ablehnt.

Dies gilt auch bei Reifenplatzern, da dies keine höhere Gewalt darstellt.

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Guten Tag, vielen Dank für Ihre umfangreiche Auskunft. Es sieht ganz danach aus, als wenn ich einen Anspruch auf Entschädigung hätte und werde diese bei TUI geltend machen. Ich hätte nur noch eine kurze Rückfrage zum Verständnis. Sie schreiben, dass ein Reifenplatzer keine höhere Gewalt darstellt. Bei meinem Fall handelte es sich um den Reifenplatzer eines anderen Flugzeugs auf dem Flugplatz in Teneriffa. Der Flughafen war daraufhin gesperrt, so dass unser Flugzeug nicht landen konnte und nach Gran Canaria umgeleitet wurde. Wir wurden dann mit der Fähre nach Teneriffa gebracht und erreichten unser Ziel daher erst viele Stunden später, auf jeden Fall waren es mehr als vier Stunden.Vielen DankMit freundlichen GrüßenAndrea Middendorf
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 1 Monat.

Auch das ist keine höhere Gewalt - hierzu zählen Naturkatastrophen.

raschwerin und weitere Experten für Zivilrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Vielen Dank für Ihre schnelle und ausführliche Auskunft. Dann werde ich es versuchen.
Mit freundlichen Grüßen
Andrea Middendorf