So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten. Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an hhvgoetz.
hhvgoetz
hhvgoetz, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Zivilrecht
Zufriedene Kunden: 2945
Erfahrung:  LLM in International Trade Law (Newcastle upon Tyne, UK)
48877684
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Zivilrecht hier ein
hhvgoetz ist jetzt online.

Was tun, wenn ich durch Feststellung Werkstatt, erfahre dass

Kundenfrage

Was tun, wenn ich durch Feststellung Werkstatt, erfahre dass das Auto wesentlich mehr Mängel hat, als der Verkäufer mitteilte, wenn die Kilometerangaben nicht stimmen, der Verkäufer nicht der Besitzer ist aber sich als eigentümer des Fahrzeug ausgegeben hat und dies im Kaufvertrag noch unterschreibt. Die Inbetriebnahme des Fahrzeugs, bzw die durchzuführenden Reparaturen zur Fahrtauglichkeit belaufen sich auf ca. 2500€ laut Werkstatt. Muß dann der Verkäufer das Auto zurücknehmen und den Kaufpreis erstatten
Gepostet: vor 2 Jahren.
Kategorie: Zivilrecht
Experte:  hhvgoetz hat geantwortet vor 2 Jahren.

Sehr geehrte/r Ratsuchende/r,

das ist ein komplizierter Fall, bei dem es nach Ihren Schilderungen eine Reihe von denkbaren Szenarien gibt. Hintergrund ist im deutschen Zivilrecht das sog. Abstraktionsprinzip. Ansprüche aus einem Vertrag und tatsächliches Eigentum sind nicht zwingend im Gleichlauf nach deutschem Recht.

Wenn der Verkäufer letztlich gar nicht Eigentümer ist, stellt sich die Frage, ob eine Vollmacht bestand zum Verkauf seitens des Eigentümers bzw. dieser den Verkauf genehmigt und wenn nicht, ob Sie überhaupt das Eigentum gutgläubig (§ 932 BGB) erwerben konnten.

http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__932.html

Das ist nicht möglich, wenn das Auto geklaut wurde. Wenn es nur verliehen war, ist das schon möglich, wenn Sie zumindest rudimentär versucht haben, sich vom Eigentum zu überzeugen z.B. durch Vorlage des Fahrzeugbriefs.

Ist schon beim Kauf der Fahrzeugbrief nicht vorhanden, wird es schwierig mit einem gutgläubigen Erwerb. Hier wäre der Einzelfall anzuschauen.

Sind Sie gar nicht erst Eigentümer geworden, wäre überhaupt zu klären, ob der Kaufvertrag genehmigt wird vom wirklichen Eigentümer, wenn der Ihnen gegenüber vorstellige Verkäufer als Vertreter ohne Vertretungsmacht für den wirklichen Eigentümer gehandelt hat (§ 177 BGB), was unwahrscheinlich ist, wenn der Eigentümer das Geld nicht erhalten hat.

http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__177.html

Dann wäre das Geld im Rahmen ungerechtfertigter Bereicherung (§ 812 BGB) vom Verkäufer zurückzufordern.

Das Hauptproblem wird hier wahrscheinlich sein, überhaupt an die Person zu kommen, die sich als Verkäufer ausgegeben hat.

Hier kann es schnell passieren, dass Sie auch mit anwaltlicher Hilfe vor eine Wand laufen.

Eine Möglichkeit, über den wirklichen Eigentümer an Schadensersatz zu kommen, besteht nur, wenn er den Kaufvertrag genehmigt.

Sind Sie immerhin gutgläubig Eigentümer geworden (siehe oben, § 932 BGB), haben Sie zumindest das Eigentum am Auto, wenn auch mit allen Mängeln.

Ich rate in Ihrem Fall dringend, möglichst viel über den Verkäufer und den tatsächlichen Eigentümer und deren Verhältni zueinander in Erfahrung zu bringen und sich von einem Kollegen vor Ort vertreten zu lassen, ehe Sie in das Auto Geld investieren oder unbegründete Ansprüche stellen und ev. Zeit verlieren.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen helfen.

Wenn Sie keine Nachfragen mehr haben, geben Sie bitte eine positive oder neutrale Bewertung ab, denn nur dann erfolgt die Vergütung für die anwaltliche Beratung. Nach eine positiven Bewertung können Sie allerdings auch ohne weitere Zusatzkosten an dieser Stelle Nachfragen stellen.

Mit freundlichen Grüßen