So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten.
    Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an raschwerin.
raschwerin
raschwerin, Rechtsanwalt
Kategorie: Allgemein
Zufriedene Kunden: 16947
Erfahrung:  Rechtsanwalt
27582713
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Wettbewerbsrecht hier ein
raschwerin ist jetzt online.

hallo ich habe ein gro es problem.ich habe gegen meinen freund

Kundenfrage

hallo ich habe ein großes problem.ich habe gegen meinen freund der illegal hier ist einen strafantrag gestellt.Die polizisten haben mir gesagt die brauchen ein bericht für den strafantrag.Ich habe gesagt das ich aber keine anzeige machen möchte die haben mir garantiert das es nur ein bericht ist für den staatsanwalt und keine anzeige.Also habe ich das unterschrieben bin aber nach paar tagen dahin und habe den strafantrag zurück genmmen und jetzt heist es das ich die anzeige nicht zurück nehmen kann obwohl die mir ausdrücklich gesagt haben das es nur ein bericht ist für den staatsanwalt und niemand kann auf die akte zugreifen,keine anwälte und nieman.Jetzt heist es aber das es eine anzeige war die ich unterschrieben habe obwohl ich ausdrücklich gesagt habe ich möchte keine anzeige machen und jetzt bekomm ich zu hören das der staatsanwalt darüber nur entscheiden kann und das mein freund,ex freund alles erfahren wird.Da muss ich doch irgendwie gegen angehen können??? oder??damit die anzeige fallen gelassen wird und der strafantrag
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Wettbewerbsrecht
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

gern beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Da Sie bereits Strafantrag gestellt haben, spielt die Anzeige nur nebengeordnete Rolle.

Sie können die Anzeige zwar auch zurücknehmen - insbesondere wenn man Sie bei der Polizei getäuscht hat.

Aber den Strafantrag kann man nicht zurücknehmen.

1. Strafanzeige ist nicht Strafantrag:

a) Die Strafanzeige ist in § 158 Abs. 1 StPO geregelt. Sie dient allein dem Zweck, die Strafverfolgungsbehören (Staatsanwaltschaft und Polizei) von potenziell strafbaren Handlungen in Kenntnis zu setzen. Aufgeben kann die Anzeige jeder, unabhängig davon, in welchem Verhältnis er zu den Beteiligten steht. Selbst vollkommen Unbeteiligte können den Strafverfolgungsbehörden von ihnen "komisch" vorkommenden Sachverhalten berichten.
Die Strafverfolgungsbehörden werden die Anzeige zu Protokoll nehmen und ,wenn der Verdacht einer Straftat vorliegt, weitere Ermittlungen einleiten, § 160 Abs. 1 StPO.
Nebenbei sei erwähnt, den Anzeigenden zu einer Rücknahme seiner Anzeige zu bewegen, ist vergebene Liebesmüh. Wurde die Strafverfolgungsbehörde einmal von einem möglicherweise strafbewehrten Sachverhalt in Kenntnis gesetzt, obliegt es allein ihrer Entscheidung, ob und inwieweit sie die Ermittlungen aufnimmt. Diese Entscheidung kann von außen, auch vom Anzeigenden, nicht mehr beeinflusst werden.

b) Der Strafantrag ist in § 158 Abs. 2 StPO erwähnt. Er ist die Erklärung des nach dem Gesetz (z.B. dem StGB) zum Strafantrag Befugten, dass er die Strafverfolgung wünsche. Dies ist in der Regel der Geschädigte, § 77 Abs. 1 StGB, kann daneben aber u.U. auch der Dienstvorgesetzte sein, § 77 a StGB.
Der Strafantrag muss innerhalb einer Frist von drei Monaten ab Kenntnis der Straftat, d.h. Kenntnis von Tat und Täter, gestellt werden. Sein Vorliegen ist eine von Amts wegen zu prüfende Voraussetzung einer Verurteilung. Auch eine Rücknahme ist möglich, § 77d StGB. Dann entfällt in manchen Fällen auch die Strafbarkeit. Aber Achtung, nur in manchen Fällen!
Liegt kein Strafantrag vor oder ist der Strafantrag zurückgenommen, so kann es dennoch zu einer Verurteilung kommen, wenn das Strafantragserfordernis durch die Bejahung des besonderen öffentlichen Interesses an der Strafverfolgung ersetzt werden kann. Ob die Verfolgung des Antragsdelikts ausnahmsweise auch ohne Strafantrag möglich ist, lässt sich der jeweiligen Strafvorschrift entnehmen. Beim Diebstahl geringwertiger Sachen gem. § 248a StGB heißt es beispielsweise:

"
Der Diebstahl und die Unterschlagung geringwertiger Sachen werden in den Fällen der §§ 242 und 246 nur auf Antrag verfolgt, es sei denn, daß die Strafverfolgungsbehörde wegen des besonderen öffentlichen Interesses an der Strafverfolgung ein Einschreiten von Amts wegen für geboten hält.
"

2. Reaktionsmöglichkeiten:

Gibt die Strafverfolgungsbehörde dem Verlangen des Antragstellers und zugleich Geschädigten nach Erhebung der öffentlichen Klage nicht statt, kann dieser das Klageerzwingungsverfahren (§ 172 StPO) einleiten und binnen zwei Wochen ab Bekanntgabe der Entscheidung Beschwerde an den vorgesetzten Beamten der Staatsanwaltschaft einlegen. Sollte dieser auch ablehnen, besteht noch die Möglichkeit, innerhalb von vier Wochen eine gerichtliche Entscheidung darüber zu erwirken.
Darüber hinaus gibt es auch die Möglichkeit für den Verletzen, in bestimmten Fällen den Weg der Privatklage zu beschreiten, § 374 StPO.

Hält die Strafverfolgungsbehörde hingegen die Aufnahme der Ermittlungen für erforderlich, ist es ratsam, sich bald an einen Rechtsanwalt zu wenden. Dieser kann vorweg beurteilen, ob und inwieweit eine Einlassung zur Sache, z.B. im Rahmen einer Anhörung als Beschuldigter, angebracht ist. Lässt sich der Beklagte auf eigene Faust zur Sache ein, läuft er Gefahr, sich um Kopf und Kragen zu reden. Schon in diesem frühen Stadium werden nämlich unter Umständen die Weichen für den weiteren Verlauf des Strafprozesses gestellt.
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 6 Jahren.
Soweit keine Nachfragen mehr bestehen, darf ich Sie bitten, meine Antwort zu bewerten und zu akzeptieren.

Vielen Dank.

Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 6 Jahren.

Sehr geehrter Fragesteller,

ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen und darf Sie bitten, meine Antwort zu akzeptieren und zu bewerten.

Durch die Akzeptierung wird meine Tätigkeit Ihnen gegenüber bezahlt. Dies ist insbesondere unter Berücksichtigung berufsrechtlicher Aspekte erforderlich, da eine kostenlose Rechtsberatung in Deutschland nicht erlaubt ist.

Ich danke XXXXX XXXXX und stehe für Rückfragen und eine weitergehende Beauftragung natürlich jederzeit gern zur Verfügung.