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ClaudiaMarieSchiessl
ClaudiaMarieSchiessl, Rechtsanwältin und Fachanwältin
Kategorie: Vertragsrecht
Zufriedene Kunden: 16341
Erfahrung:  Seit 20 Jahren zugelassene Rechtsanwältin, zwei Fachanwaltstitel, Korrespondenzsprachen: Deutsch und Englisch
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ClaudiaMarieSchiessl ist jetzt online.

Hallo, ich habe mich von Webtains GmbH(Routenplaner) im Internet

Kundenfrage

Hallo, ich habe mich von Webtains GmbH(Routenplaner) im Internet reinlegen lassen. Trotz sofortigem Widerruf und Kündigung kam natürlich eine Rechnung. Ich habe mich einschüchtern lassen und einmal sogar 96,-€ bezahlt. Die 2. Rechnung habe ich nicht bezahlt . Ich habe ein Einschreiben verschickt und eine schriftliche Bestätigung des Eingangs meiner Kündigung gefordert ohne die ich den Rest nicht bezahlen wollte. 3 Monate später(am 27.09.2011) kam ein Schreiben vom Deutsche Internetinkasso . Forderung 156,89 €. Wie soll ich mich nun verhalten. Mfg
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Vertragsrecht
Experte:  ClaudiaMarieSchiessl hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,


ich nehme an, dass Sie sich im Internet verklickt der Dowonlaoad ein Versehen war.




Hier gilt folgendes:






Sie sollten an diese zweifelhafte Firma auf gar keinen Fall noch einmal etwas bezahlen.




Generell ist in diesen Fällen folgendes zu beachten.


Sie sollten den Schriftverkehr mit der Firma am besten schriftlich per Einwurfeinschreiben führen, wenn es nicht anders geht per Mail, oder Fax.

Heben Sie sich aber Zugangsnachweise gut auf.


Sie sollten als Erstes den geforderten Rechnungsbetrag grundsätzlich nicht mehr


bezahlen. (so auch das Urteil des AG Leipzig Az.: 118 C 10105/09)

Sie haben also völlig richtig gehandelt.


Sie sollten dann die Firma anschreiben und auffordern den Vertragsschluss in Nachweis zu bringen.
Schicken Sie zugleich eine Abschrift des Schreibens an die Deutsche Inkasso


Denn nur bei einem geschlossenen Vertrag kann grundsätzlich eine Leistung von Ihnen verlangt werden.


Der bewsuch auf einer Internetseite ist grundsätzlich nicht geeignet einen solchen Vertragsabschluss herbeizuführen.

Denn damit allein geben Sie grundsätzlich kein Angebot auf Abschluss eines Kauf- oder Dienstleistungsvertrages ab.

Sie sollten zugleich hilfsweise den angeblich geschlossenen Vertrag wegen arglistiger Täuschung gem. 123 BGB anfechten und den Widerruf erklären §§ 355, 312d BGB ..

Da einem Verbraucher bei dem vorliegenden Sachverhalt nicht bewusst ist, dass er ein zahlungspflichtiges Angebot annimmt und ihm dies auch durch den jeweiligen Anrufer nicht verdeutlicht wird, nimmt die Rechtsprechung eine arglistige Täuschung des Verbrauchers über die Zahlungspflichtigkeit der Leistung an.



Genau so ist es Ihnen ergangen. Auch Sie haben nicht erkannt, dass das Angebot dieser Firma kostenpflichtig ist.


Bemängelt wird auch weiterhin, dass die Widerrufsbelehrung nicht ordnungsgemäß erfolgt. In einen solchen Fall beginnt die Widerrufsbelehung nicht zu laufen. So dass ein Widerruf weiterhin möglich ist.


Soweit Sie Widerruf erklärt haben, wird in der vorliegenden Konstellation ein geschlossener Vertrag wieder unwirksam. Diesen Widerruf müssen Sie noch nicht einmal begründen.


Auf eines sollten Sie jedoch achten:


In jüngster Zeit wird versucht den Kunden durch Einleitung eines gerichtlichen Mahnverfahrens zu überlisten.


Im Mahnverfahren prüft das Mahngericht nämlich nicht, ob die vom Antragsteller behauptete Forderung überhaupt besteht. Wenn dieser die Gerichtskosten einzahlt, wird der Mahnbescheid erlassen.

Sollten Sie einen gerichtlichen Mahnbescheid erhalten, so sind Sie gezwungen zu handeln, Sie müssen binnen 14 Tagen ab Zustellung Widerspruch einlegen.

Tun Sie dies nicht, so wird auf Antrag ein Vollstreckungsbescheid erlassen. Gegen diesen können Sie nochmals innerhalb von 14 Tagen Einspruch einlegen. Soweit auch diese Frist versäumt wird, hat die Gegenseite einen vollstreckbaren Titel mit dem sie die Beitreibung der Forderung erzwingen kann.


Legen Sie dagegen rechtzeitig Widerspruch oder Einspruch ein, so wird das Verfahren an das zuständige Gericht abgegeben und der Gegner muss genau begründen warum er von Ihnen Geld will.

Sie sollten den Gegner unbedingt anschreiben und nicht versuchen, die Sache einfach auszusitzen, wie es manchmal empfohlen wird.

Warum:

Melden Sie sich nicht, besteht die Gefahr, dass der Gegner einen negativen Schufa-Eintrag veranlassen wird.


Der Eintragsinhalt lautet auf Zahlungsunfähigkeit Ihrer Person (da Sie sich nicht gemeldet haben geht die Gegenseite einfach davon aus). Dieser Eintrag kann Ihre Kreditwürdigkeit erheblich beeinträchtigen. Sie sollten daher aus Sicherheitsgründen in einem Abstand von 4-6 Wochen sich einen Schufa-Auszug zukommen lassen und die Einträge überprüfen. Sollte sich ein Negativeintrag finden, so können Sie Ihn bei der Schufa sperren lassen mit der Begründung, dass der von der Gegenseite behauptete Anspruch in Streit stehe.


Bleiben Sie weiter dabei und zahlen Sie auf gar keinen Fall.


Den Verbraucherzentralen sind solche Fälle bestens bekannt und es wird an verbesserten Methoden des Verbraucherschutzes bereits gearbeitet.

Auch Strafanzeigen gegen solche Firmen wurden bereits gestellt.





Ich hoffe Ihnen mit meinen Ausführungen einen ersten Überblick verschafft zu haben und bitte meine Antwort zu akzeptieren.

Sie akzeptieren in dem Sie auf das grüne Feld "Akzeptieren" klicken.


Beachten Sie bitte, dass das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen zu einer völlig anderen Beurteilung des Sachverhalts führen kann



Mit freundlichen Grüßen




Claudia Marie Schiessl
Rechtsanwältin

Wenn ich Ihre Frage beantwortet habe bitte ich höflich um Akzeptierung


Vielen Dank
Experte:  ClaudiaMarieSchiessl hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,


haben Sie noch Fragen ? Sehr gerne



Wenn nicht bitte ich um Akzeptierung


Danke

ClaudiaMarieSchiessl und weitere Experten für Vertragsrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
haben Sie meine nachricht bekommen??
Experte:  ClaudiaMarieSchiessl hat geantwortet vor 5 Jahren.
Leider nein, bitte erneut posten
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
ich habe mich nicht verklickt sondern nicht gesehen das in einer
Ecke etwas von bezahlen und 96,-€ steht.Das war nicht offensichtlich.
Auch musste man sich mit Adresse anmelden
Ändert das den Sachverhalt??

Mfg
Christian Schumacher

Experte:  ClaudiaMarieSchiessl hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,


vielen Dank für den Bonus.


Nein, das ändert nichts, da Ihnen ja nicht bewusst war, dass Sie einen Vertrag geschlossen haben.

Dass Sie etwas bezahlen müssen, war nicht auf den ersten Blick erkennbar.


Wenn Sie im übrigen widerrufen haben , innerhalb der 14 Tagesfrist müsste das ganze ohnehin hinfällig sein.


Folgen Sie aber am besten trotzdem den Anweisungen, die ich Ihnen oben geschrieben habe.



Mit freundlichen Grüßen




Claudia Marie Schiessl
Rechtsanwältin und
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Fachanwältin für Familienrecht


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